Telefonbetrug ist nach wie vor ein großes Problem. Vor allem der zunehmende Einsatz von KI macht die Betrugsmaschen glaubhafter und dadurch gefährlicher. Durch Deepfakes können etwa auch Stimmen nachgeahmt werden, durch Datenlecks gelangen Kriminelle an persönliche Informationen. Wer einen Anruf von einer unbekannten Nummer bekommt, sollte deshalb vorsichtig sein. Und auch die Anbieter werden zunehmend tätig, um die Kundinnen und Kunden zu schützen.
So sind etwa bei der Telekom und Vodafone bereits Schutzsysteme im Einsatz, die ihre Kundschaft bei verdächtigen Nummern warnen. Ruft eine solche Nummer an, erscheint dann auf dem Display eine automatische Nachricht, die auf einen möglichen Betrug aufmerksam macht. Bei Vodafone sollen auf diese Weise bereits 64,5 Millionen Warnungen verschickt worden sein. Die so gewonnenen Daten lassen aber noch ganz andere Rückschlüsse zu.
Telefonbetrug verursacht jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe
So zeigte sich, dass die meisten Personen die Warnungen ernst nehmen und dann nicht ans Telefon gehen. Nur 14 Prozent der Anrufe wurden nach dem Verschicken einer Warnung entgegengenommen. Zudem waren die Angerufenen vorsichtiger und die Gespräche im Schnitt nach etwa 40 Sekunden wieder beendet. Da es bei Telefonbetrug meistens darum geht, die Opfer in der Leitung zu halten und entweder durch ein Drohszenario zu verunsichern oder mit einem Gewinnspiel zu locken, ist das ebenfalls ein Erfolg.
Wurde die Nummer unterdrückt, was eine Warnung nicht möglich macht, lag die Quote hingegen bei 60 Prozent. Zudem ergab die Auswertung, dass – möglicherweise entgegen der Annahme vieler – die meisten Nummern, die mit Telefonbetrug in Verbindung gebracht werden, aus Deutschland kommen (83 Prozent). Ansonsten handelt es sich meist um europäische Nummern, oft aus den Niederlanden, Großbritannien, Zypern und auch aus Österreich. Zudem zeigte sich auch bei den Wochentagen ein bestimmtes Muster.

Wochentage spielen offenbar eine Rolle bei Spam-Anrufen
Diese stimmen auffallend mit dem Alltag der meisten normalen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überein. So zeigte sich, dass am Wochenende seltener mit Spam-Anrufen zu rechnen ist. So wurden am Samstag im Schnitt 44.000 solcher Anrufe verzeichnet, am Sonntag nur 5000.
Demgegenüber stehen die Tage unter der Woche, die im Schnitt auf 400.000 bis sogar 600.000 Telefonbetrugsversuche kommen, wie es etwa bei der Telekom heißt. Besonders aktiv sind solche Spam-Nummern den Auswertungen zufolge am Mittwoch – zumindest schlägt an diesem Tag der Spam-Warner am häufigsten an.
Da der beste Schutz gegen Telefonbetrug immer noch die eigene Wachsamkeit ist, sollte man diese Informationen berücksichtigen. Wer also eine unbekannte Nummer sieht, vor allem an einem Mittwoch, aber auch natürlich darüber hinaus, sollte vorsichtig sein. Kann sich die anrufende Person nicht direkt als eindeutig seriös identifizieren, sollte man am besten einfach auflegen.

