Auch wenn die Verkaufszahlen für E-Autos steigen, fahren doch immer noch die meisten mit Fahrzeugen, die für die Fortbewegung Sprit benötigen. Dabei hat man, neben dem Tacho, auch die Tankanzeige immer direkt im Blickfeld hinter dem Lenkrad. So hat man immer eine Übersicht, ob man noch entspannt weiterfahren kann oder ob man zeitnah eine Tankstelle aufsuchen sollte. Die meisten Fahrerinnen und Fahrer tun das, bevor die Anzeige den kritischen Bereich erreicht, blinkt und gegebenenfalls sogar einen lauten Piepton von sich gibt.
Sollte der Punkt allerdings doch erreicht sein, ist es wichtig zu wissen, dass das Fahrzeug dann nicht einfach stehen bleibt. Stattdessen greift es auf die Reserven zurück, die einen noch ein gutes Stück weiterbringen – das kann im Notfall entscheidend sein. Doch wie weit genau kommt man noch mit der Reserve?
Die 5-Liter-Faustregel: So weit reicht die Reserve
Pauschal kann man dazu keine Aussage treffen. Der Spritverbrauch hängt stark vom Gelände und auch vom Fahrstil der Person am Steuer ab. Und auch das Fahrzeug selbst spielt eine wichtige Rolle. Ein großer Geländewagen verbraucht mehr Sprit als ein kleines Stadtauto. Es gibt allerdings eine Faustregel, die man sich merken kann, um die ungefähre Restreichweite zu bestimmen: Fünf Liter Reserve und 50 Kilometer Reichweite.
Dabei handelt es sich wie gesagt um ungefähre Richtwerte, auf die 50 Kilometer sollte man sich keinesfalls verlassen. Die Anzeige gibt im Übrigen immer einen geringeren Wert an, um auf Nummer sicher zu gehen. Wer allerdings bei leerer Tankanzeige sparsam fährt, kann noch einiges an Reichweite herausholen. Allerdings empfiehlt sich das nicht unbedingt. Denn im schlimmsten Fall riskiert man so ein Bußgeld und ein Strafverfahren.

Leerer Takn gilt als Verkehrsrisiko
Das ergibt sich aus der Straßenverkehrsordnung (StVO), die auch eine allgemeine Sorgfaltspflicht beinhaltet. Und wer aufgrund eines leeren Tanks liegen bleibt, weil er die Anzeige zu lange ignoriert hat, gefährdet den restlichen Verkehr. Deshalb muss man in solchen Fällen laut Bußgeldkatalog mit einer Strafzahlung in Höhe von 35 bis 70 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen, da längeres Halten (mehr als drei Minuten) als Parken gilt, was auf Autobahnen und auch auf Kraftfahrstraßen verboten ist.
Auch interessant: Wer niemals Auto fährt, könnte sich laut Analyse ein luxuriöses Haus leisten
Je nach Fahrzeug richtet man zudem technische Schäden an. Gerade bei älteren Autos kann laut SWR die Einspritz- oder Benzinpumpe durch das Leerlaufen kaputt gehen. Im schlimmsten Fall wird sogar der Motor beschädigt, dann kann eine Reparatur teuer werden.
Wie man sich verhält, wenn auch die Tankreserve leer ist
Im ungünstigen Fall, dass man tatsächlich wegen Spritmangels auf einer Autobahn liegen bleibt, gelten dieselben Regeln wie bei einer Panne.
- Fahrerinnen und Fahrer sollten ihr Auto auf die rechte Spur und dann auf den Standstreifen lenken.
- Anschließend die Stelle mit ausreichend Abstand mit einem Warndreieck markieren (50 m innerorts, 100 m auf Landstraßen, 150 m auf der Autobahn).
- Dann einen Abschleppdienst rufen.
Dabei sollte das Fahrzeug aus Sicherheitsgründen nur über die Beifahrerseite verlassen werden. Zudem sollte man schon im Auto eine Warnweste anziehen, die für die bestmögliche Sichtbarkeit sorgt. Am besten sollte alle Personen im Wagen eine solche Weste tragen.

