QR-Codes haben die Technik-Welt in einigen Bereichen revolutioniert und inzwischen sind sie fast allgegenwärtig, ob nun im Restaurant auf dem Tisch zum Scannen der Speisekarte oder zu Werbezwecken. Ein wichtiger Meilenstein diesbezüglich war der Sprung, dass man die Codes inzwischen einfach mit der Smartphone-Kamera scannen kann. Früher musste man dafür noch eine gesonderte Anwendung nutzen.
Doch obwohl QR-Codes inzwischen eine feste Brücke zwischen analoger und digitaler Welt sind, wissen viele nicht, wie sie genau funktionieren oder wofür überhaupt die Abkürzung „QR“ im Namen steht. Dabei verraten sowohl der Name als auch die Optik der Codes bereits viele Details über die Funktionsweise und die Hintergründe.

Das bedeutet die Abkürzung „QR“ bei QR-Codes
Die Abkürzung „QR“ steht für „Quick Response“, also „schnelle Antwort“. Damit ist der Sinn von QR-Codes bereits gut zusammengefasst. Es geht nämlich darum, Informationen so schnell wie möglich abzurufen – in diesem Fall, indem man einen Code scannt. Dabei handelt es sich gewissermaßen um eine weiterentwickelte Version des Barcodes, mit dem sich Daten verschlüsseln lassen.
In diesem Rahmen funktioniert der QR-Code wie ein indirekter Link, das Smartphone wird in diesem Fall zum Vermittler und Übersetzer. Um zu verstehen, wie genau das funktioniert, sollte man sich mit dem grundlegenden Aufbau eines Codes befassen.

Nichts wird dem Zufall überlassen: So ist ein QR-Code aufgebaut
QR-Codes findet man üblicherweise in quadratischer Form. Das ist theoretisch nicht nötig, sie können eigentlich jede Form haben, solange die zugrunde liegende Datenmatrix quadratisch ist. Das Design um diese quadratische Form herum kann aber dank technischer Tricks inzwischen auch dir Form eines Kreises oder sogar eines Herzes haben. Die kleinen schwarzen Vierecke innerhalb des Codes sind Datenmodule – je mehr Daten, desto komplexer der Code. Auch das unterscheidet einen QR- von einem Barcode: Er kann wesentlich mehr Zeichen enthalten.
Die Quadrate in drei Ecken des Codes dienen dem Scanner zur Orientierung beziehungsweise als Positionsmarker. Das beschleunigt die Geschwindigkeit beim Auslesen. In der vierten Ecke versteckt sich hingegen – je nach der generellen Größe mindestens – ein kleineres Quadrat. Dieses hilft dem Scanner, die Ausrichtung des QR-Codes zu erkennen. Das ermöglicht das Auslesen aus nahezu jedem Winkel oder sogar von gewölbten Oberflächen.
Die drei großen Quadrate in den Ecken werden, meist recht versteckt, von kleineren schwarzen und weißen Punkten verbunden, die man „Timing Pattern“ nennt. Diese helfen dem Scanner, das zugrunde liegende Raster zu erkennen. Die Punkte direkt neben den großen Quadraten dienen wiederum der Fehlerkorrektur. Die restlichen Teile enthalten die eigentliche Information, wobei beginnend mit der rechten unteren Ecke ausgelesen wird. Zudem gibt es mehrere Absicherungsmechanismen, die dafür sorgen, dass der Code auch dann noch funktioniert, wenn er teilweise beschädigt oder verdeckt ist.

Von Brettspielen inspiriert, von Hackern kopiert: Die Geschichte der Technologie
Wer sich schon einmal gefragt hat, warum QR-Codes so aussehen, wie sie aussehen: Die Optik ist an ein japanisches Go-Brett angelehnt. Das geht auf den Erfinder der Technologie, den Japaner Masahiro Hara, zurück, der sie 1994 für den Automobilzulieferer Denso Wave entwickelte, eine Tochtergesellschaft von Toyota. Seine eigentliche Aufgabe bestand darin, Barcodes schneller lesbar zu machen, um Prozesse zu beschleunigen. Stattdessen entwickelte er jedoch ein völlig neues Code-System, das zudem sicherer ist als Barcodes.
Doch obwohl QR-Codes nicht gehackt werden können, muss man dennoch vorsichtig sein. Sie werden nämlich zunehmend für Betrugsmaschen eingesetzt, bei denen die Daten der Opfer abgegriffen werden. So führen Codes, die per Mail verschickt werden oder auch an öffentlichen Plätzen angebracht sind, auf Fake-Websites, die Malware auf den Geräten installieren oder die Daten anderweitig auslesen. Deshalb sollte man die Quelle eines QR-Codes immer genau überprüfen.

