Warum man auf Fotos nicht mehr das Peace-Zeichen machen sollte

Lange war es auf Fotos gang und gäbe, das Peace-Zeichen mit der Hand zu formen. Inzwischen raten Experten und auch Behörden allerdings aus Sicherheitsgründen davon ab.
Warum man auf Fotos nicht mehr das Peace-Zeichen machen sollte
iStock / Finn Hafemann

Wer nicht weiß, was er mit seinen Händen auf einem Foto machen soll, hat verschiedene Optionen. Lange war das sogenannte Peace-Zeichen der Standard. Dafür formen der Zeige- und der Mittelfinger ein „V“. Währenddessen werden der Ringfinger und der kleine Finger eingeklappt und der Daumen hält sie auf der Handfläche fest. Das Zeichen ist einfach zu formen und die Bedeutung ist überall auf der Welt bekannt, wobei es ursprünglich für „Victory“, also für „Sieg“, stand.

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Immer häufiger raten Expertinnen und Experten allerdings davon ab, die Geste auf Fotos zu machen, zumindest dann, wenn diese für die Veröffentlichung gedacht sind. Inzwischen warnen auch Behörden wie das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) davor. Denn inzwischen ist es möglich, auf diese Weise an den biometrischen Fingerabdruck einer Person zu kommen.

Peace-Zeichen auf Fotos kann Sicherheitsrisiko sein

Moderne Smartphone-Kameras können inzwischen hochauflösende Fotos produzieren. Sind dabei die Fingerkuppen – beispielsweise durch das Peace-Zeichen – zu deutlich zu sehen, können Kriminelle das Fingermuster rekonstruieren. Und in einer Welt, in der beispielsweise immer mehr Geräte durch biometrische Daten wie den Fingerabdruck geschützt werden, kann das gefährlich sein.

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Das ist auch deshalb so kritisch, weil sich biometrische Merkmale, anders als beispielsweise ein Passwort, nicht einfach ändern lassen. Wie ernst das werden kann, zeigt ein prominenter Fall aus der Politik. So demonstrierte der Chaos Computer Club bereits im Jahr 2014 am Beispiel der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass ihr Fingerabdruck mittels handelsüblicher Software aus einfachen, aber hochauflösenden Pressefotos rekonstruiert werden konnte.

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2017 zeigte zudem eine Forschungsgruppe des National Institute of Informatics (NII) in Japan, dass das theoretisch auch bei ganz normalen Selfies möglich ist. Daraus entstand die Warnung, die Peace-Geste nicht mehr leichtfertig auf Fotos zu machen, weil dabei die Fingerkuppen in der Regel der Kamera zugewandt und damit gut zu erkennen sind, vor allem bei guter Beleuchtung.

Peace-Zeichen als Sicherheitsrisiko Symbolbild: Biometrischer Fingerabdruck Nahaufnahme
iStock / Sorapop

So kann man sich schützen

Die aktuelle Warnung des BSI steht im Zusammenhang mit einer Zusammenarbeit der Behörde mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Im Rahmen dieser Kooperation werden entsprechende Angriffsszenarien im Biometrie-Evaluations-Zentrum untersucht und Gegenmaßnahmen entwickelt. Basierend darauf geben die Expertinnen und Experten folgende Sicherheitstipps:

  • Fingerkuppen auf Fotos möglichst nicht in die Kamera halten.
  • Auflösung von Fotos und Videos reduzieren, wenn die Fingerkuppen zu sehen sind.
  • Entsprechende Bildbereiche bei Bedarf unkenntlich machen.
  • Biometrische Logins mit anderen Methoden (bspw. PIN oder Passwort) kombinieren.
  • Auf Systeme mit Fälschungsschutz setzen.

Das Risiko bei einzelnen Fotos, auf denen man das Peace-Zeichen Richtung Kamera macht, ist den Expertinnen und Experten zufolge zwar gering, es geht aber vielmehr darum, dass man sich der generellen Gefahr bewusst wird. Gleiches gilt für Fotos von Gesichtern per se. Moderne KI-Systeme können teilweise aus einem einzigen Foto ein biometrisches Gesichtsmuster rekonstruieren, das eine einfache Gesichtserkennung überlisten kann.