PayPal ist für viele eine einfache und schnelle Möglichkeit, online zu bezahlen. Man kann den Dienst bei nahezu jedem Online-Shop nutzen, die Abbuchung erfolgt dann automatisch über das verknüpfte Bankkonto. Doch genau diese Verknüpfung wird offenbar immer mehr Nutzerinnen und Nutzern zum Verhängnis, wie unter anderem die „Tagesschau“ berichtet.
Oft wird über einzelne Betrugsmaschen berichtet und davor gewarnt. Dahinter steckt aber ein noch viel größeres System, das es vor allem auf die Zugangsdaten der Opfer abgesehen hat. Haben die Kriminellen diese erst einmal, dann wird es schwierig. Denn aufgrund der automatischen Verknüpfung können Betrügerinnen und Betrüger dann im Namen der Opfer online Geld ausgeben. Grund dafür sind auch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen.
So wird etwa von einem Fall berichtet, bei dem eine Betroffene plötzlich die Nachricht von PayPal bekam, dass sie mehr als 6600 für Online-Einkäufe bezahlen sollte, die sie selbst nicht getätigt hat. Trotz sofortiger Reaktion und einer Nachricht an ihre Bank wurde das Geld abgebucht. Dabei wurde sogar ihr Dispo-Limit überschritten. Die Zahlung wurde von Kriminellen ausgelöst, die die PayPal-Zugangsdaten offenbar über das Darknet erworben hatten. Dorthin gelangen sie über Phishing-Attacken, falsche Websites und gezielte Hacking-Angriffe.

PayPal-Nutzer müssen vorsichtig mit ihren Daten sein und am zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen
Teil des Problems sind auch die Rechte, die PayPal bekommt, wenn man den Dienst mit seinem Konto verknüpft. Eine Lastschrifterlaubnis besteht dabei dauerhaft. Haben die Betrügerinnen und Betrüger also erst einmal Zugang zum Konto des Zahlungsdienstes, dann gilt das gewissermaßen für das gesamte Bankkonto. Der Verbraucherschutz beobachtet diesbezüglich bereits seit Monaten einen Anstieg der Beschwerdezahlen.
Dabei geht es immer öfter um Abbuchungen durch den Zahlungsdienst, die nicht von der Inhaberin oder dem Inhaber des Kontos autorisiert wurden. Die Kritik an PayPal diesbezüglich ist groß; der Anbieter öffne Kriminellen quasi die Tür zum Bankkonto der Opfer. Statt einer Überweisung greift eine Lastschrift, was den Rückholprozess des Geldes für die Betroffenen viel schwieriger macht. Zudem ist es komplizierter, aktiv in den Geldtransfer einzugreifen. Darüber hinaus gebe es keine ausreichenden Sicherheitsupdates, Authentifizierungen oder ein Limit für Transaktionen bei dem Zahlungsdienst.
