Künstliche Intelligenz (kurz: KI) übernimmt sowohl im Privaten als auch im Beruflichen immer mehr Aufgaben. Das eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten, stellt aber auch vor Herausforderungen und mitunter auch vor Gefahren. So warnt ein führender KI-Forscher eindringlich vor den Sicherheitsrisiken durch die Technologie. David Dalrymple ist Projektleiter und Experte für KI-Sicherheit bei der Agentur Aria. Dort arbeitet er unter anderem an der Entwicklung von Schutzmechanismen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Rahmen kritischer Infrastruktur. Dazu gehören etwa das Gesundheitswesen, der Verkehr oder auch die Wasser- und Stromversorgung.
Im Gespräch mit „The Guardian“ hat der Experte eindringlich vor den Risiken durch Künstliche Intelligenz in diesem Zusammenhang gewarnt. Zudem mahnt er, dass der Mensch in nahezu allen wesentlichen Bereichen der Technologie früher oder später unterlegen sein wird. In diesem Kontext mache ihm besonders die Verständnislücke zwischen dem öffentlichen Sektor und KI-Unternehmen im Hinblick auf die künftige Wirkungsmacht von Künstlicher Intelligenz Sorgen.

Experte warnt, dass die Menschheit die Gefahren durch KI-Fortschritt verschläft
Was zunächst kryptisch klingen mag, belegt Dalrymple mit handfesten Beispielen. So sei es „keine Science-Fiction, vorauszusagen, dass innerhalb von fünf Jahren die meisten wirtschaftlich wertvollen Aufgaben von Maschinen in höherer Qualität und zu geringeren Kosten als von Menschen erledigt werden“ könnten. Das deckt sich mit den Prognosen vieler anderer Expertinnen und Experten, die zwar davon ausgehen, dass die Technologie den Menschen etwa in sozialen Berufen nicht ersetzen wird, in vielen anderen allerdings schon. Dabei sollten Regierungen Dalrymple zufolge allerdings nicht davon ausgehen, dass KI wirklich verlässlich sei.
Auch interessant: KI-Pionier warnt vor eigener Technik: Aktuelle Modelle zeigen „gefährliches“ Verhalten
Sollte der technologische Fortschritt, so wie es momentan aussehe, die Sicherheit überholen, dann würde die „Destabilisierung von Sicherheit und Wirtschaft“ drohen. Es brauche noch viel Arbeit, um das Verhalten fortschrittlicher KI-Systeme zu verstehen und tatsächlich zu kontrollieren. Zwar sei Fortschritt potenziell immer destabilisierend und könne trotzdem etwas Gutes sein. Allerdings sei das Risiko bei Künstlicher Intelligenz groß und „die menschliche Zivilisation schlafwandelt im Großen und Ganzen in diesen Übergang hinein.“
