Mobiltelefone haben sich in den vergangenen Jahrzehnten vom einfachen Taschentelefon in unersetzbare technische Alleskönner verwandelt. Schon lange kann man mit ihnen nicht mehr „nur“ telefonieren, sondern hat unter anderem auch Zugang zum Internet und kann zudem immer bessere Kameras nutzen. Vor allem Apples iPhones setzten diesbezüglich lange Maßstäbe, auch wenn die Konkurrenz inzwischen auf-, teilweise sogar überholt hat. Ein neues Gerücht lässt Apple-Fans jetzt allerdings aufhorchen.
Es stammt von dem bekannten Leaker „Digital Chat Station“, der öffentlich gemacht hat, dass Apple offenbar Interesse an sogenannten Multispektralsensoren für seine Kameras bekundet hat. Zur Erklärung: Normale Smartphone-Kameras bilden das gängige RGB-Farbspektrum ab; das steht für Rot, Grün und Blau. Ein Multispektralsensor kann jedoch zusätzliche Farben beziehungsweise Lichtwellen erkennen, die sich unter anderem im Infrarot-Bereich bewegen.
Die Technik könnte zu einer besseren Objekterkennung beitragen und mehr Informationen über die Bildtiefe liefern. Kameras mit einer entsprechenden Technologie können dementsprechend viel mehr Dinge erfassen, die teilweise sogar für das menschliche Auge und erst recht für konventionelle Sensoren unsichtbar sind. Sollte Apple wirklich eine Implementierung in seine Smartphones planen, würden sich dadurch enorme Vorteile für iPhone-Nutzerinnen und Nutzer ergeben.

Können iPhone-Kameras bald Infrarot und Ultraviolett sehen?
Über die Multispektralsensoren würden deutlich mehr Informationen erfasst werden, was es der iPhone-Kamera unter anderem ermöglichen würde, Materialien und Oberflächen besser zu unterscheiden. Dies würde wiederum beispielsweise eine sauberere Motiverkennung und bessere Porträteffekte ermöglichen. Und auch die gesamte Bildverarbeitung würde von den Multispektral-Daten profitieren, was sich vor allem bei schwierigen und gemischten Lichtverhältnissen zeigen würde. In Zusammenarbeit mit Visual Intelligence könnte Apple damit seine Smartphone-Fotografie auf ein völlig neues Level heben.
Theoretisch wäre damit sogar eine Art „Röntgenblick“ möglich, indem Infrarotstrahlen eingefangen und sichtbar gemacht werden. Dann könnte man etwa durch Plastikobjekte, die nicht gegen Infrarotstrahlen isoliert wurden, hindurchsehen. Dass Apple das mit seinen iPhones vorhat, scheint allerdings unwahrscheinlich und könnte zudem einige rechtliche Bedenken nach sich ziehen. Ein wesentliches Problem dürfte sich zudem im Platz ergeben, da die Sensor-Systeme mehr Raum benötigen würden.
Der Leak an sich ist zwar nicht unwahrscheinlich. Vermutlich geht es Apple allerdings eher darum, die Foto-Qualität allgemein zu verbessern. Übrigens gab es schon einmal ein Smartphone mit „Röntgenblick“: das OnePlus 8 Pro. Bei dem 2020 erschienenen Gerät konnte man dank eines bestimmten Filters tatsächlich durch dünnen Kunststoff schauen. Es handelte sich allerdings um ein Versehen des Herstellers. Der Filter und somit das Feature wurden zeitnah deaktiviert.
