Wie Apple mit dem iPhone die Technikwelt revolutionierte

Vom „Project Purple“ zum weltweiten Massenphänomen: Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte des iPhones zeigt, wie ein kleines Gerät die Technikbranche nachhaltig verändern konnte.
Wie Apple mit dem iPhone die Technikwelt revolutionierte
picture alliance

Der 9. Januar 2007 nimmt in der Geschichte der Technik-Branche einen besonderen Platz ein. An diesem Tag wurde nämlich eine bis heute legendäre Keynote auf der Macworld in San Francisco abgehalten. Bei dieser präsentierte der damalige Apple-CEO Steve Jobs der Welt ein Gerät, das drei Dinge in einem bot, für die es bis dahin mehrere Produkte gebraucht hatte: das erste iPhone. Damit begann eine neue Ära für Apple, aber auch für die Branche.

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Denn das allererste iPhone war nicht nur das erste seiner Art, sondern auch das erste „richtige“ Smartphone überhaupt. Die drei Dinge beziehungsweise Geräte, die dabei laut Jobs zusammenkamen, waren ein iPod, ein Telefon und ein Internet-Communicator. Heute sind all diese Funktionen, die in einem Smartphone gebündelt zusammenkommen, völlig normal für die meisten. 2007 handelte es sich um einen echten Meilenstein. Die Geschichte des iPhones beginnt aber eigentlich sogar noch etwas früher.

Hinter dem iPhone stehen einige der bekanntesten Namen der Branche

Bereits im Jahr 2004 startete bei Apple das geheime „Project Purple“. Dafür formierte Steve Jobs ein Team aus Top-Ingenieuren, zu dem unter anderem Jony Ive und Scott Forstall gehörten. Das Ziel war eine Art Tablet-PC zu entwickeln. Die Idee wurde im Laufe des Projekts mehrfach weiterentwickelt und schrumpfte am Ende auf die Größe eines Smartphones zusammen.

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Auch wenn das iPhone teilweise als erstes Smartphone überhaupt gilt, ist das nicht ganz korrekt. Der Begriff fand bereits in den 90er-Jahren Anwendung. Dabei ging es um den IBM Simon Personal Communicator, der Mobiltelefonie mit einem berührungsempfindlichen Touchscreen, E-Mail-Funktionen, einem Kalender, Adressbuch und einem Notizblock kombinierte.

Apples Gerät ist deshalb im eigentlichen Sinne eher als erstes „modernes“ Smartphone zu bezeichnen, das die Entwicklung dieser Gerätekategorie maßgeblich prägte. Denn ohne das iPhone würden unsere Smartphones heute vermutlich ganz anders aussehen.

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Technische Daten und Verkaufsstart

Bemerkenswert waren damals vor allem das Multitouch-Display und das Betriebssystem. Darüber hinaus lesen sich die technischen Daten aus heutiger Sicht natürlich eher mau, auch wenn sie nach damaligen Maßstäben nahezu revolutionär waren:

  • Display: 3,5 Zoll (480 × 320 Pixel)
  • RAM: 128 MB LPDDR1 137 MHz
  • Grafik: PowerVR MBX Lite (1 × 60 MHz)
  • Interner Speicher: 4, 8 oder 16 GB
  • Kamera: eine Hauptkamera mit 2 MP
  • Konnektivität: Wi-Fi 3 (802.11g), Bluetooth 2.0
  • Akku: 5,18 Wh / 1.400 mAh
  • Maße: 115 mm × 61 mm × 11,6 mm
  • Gewicht: 135 Gramm
  • Anschlüsse: Dock-Anschluss, 3,5-mm-Klinkenstecker

Wie revolutionär das Ganze war, zeigten anschließend auch die langen Schlangen vor den Apple Stores. Der Verkauf des Geräts startete in den USA am 29. Juni 2007, wobei rund um den Termin ein großer Hype entstand, der sich allerdings vor allem auf die Vereinigten Staaten konzentrierte.

Die Rückseiten mehrerer iPhone-Modelle wurden zusammengeschoben
Shutetrstock / Sh.Olga

App Store und weitere Meilensteine in der Geschichte des iPhone

Das iPhone zog darüber hinaus eine Kette weiterer wichtiger Meilensteine für die Branche hinter sich her. In diesem Zusammenhang muss unbedingt der Apple App Store genannt werden. Dieser wurde im Juli 2008 gelauncht und ermöglichte es Drittanbietern, Apps für das Mobiltelefon zu entwickeln.

Zum absoluten Massenprodukt wurde das iPhone aber ehrlicherweise vor allem unter der Führung von Tim Cook. Dieser übernahm das Amt von Apple-CEO Steve Jobs nach dessen Tod im Jahr 2011. Jobs' Tod und sein anschließender Legendenstatus haben aber wohl auch einen gewissen Anteil an diesem Erfolg.

Weitere wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Apple-Smartphones stellen vor allem die 6er- und dann die Xer-Reihe dar. Mit Ersterer ging Apple den Schritt zu größeren Displays (zum ersten Mal gab es damals ein „Plus“-Modell), mit Letzterem wurde die Notch am oberen Bildschirmrand eingeführt, um die Frontkamera zu integrieren und gleichzeitig ein nahezu randloses Design zu bieten.

2025 folgte zudem ein recht radikales neues Line-up. Apple hat in diesem Zuge das Plus-Modell gestrichen und dafür auf das völlig neue „iPhone Air“ gesetzt. Dieses hat ein extrem schlankes Design und soll an die anderen Air-Geräte des Herstellers anknüpfen.

Apple wäre heute nicht Apple ohne sein Smartphone

Rückblickend kann man sagen, dass das iPhone Apple von einem reinen Computerhersteller (Mac) zum wertvollsten Unternehmen der Welt transformierte oder zumindest maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt war. Das zeigen auch die Umsatzzahlen; zeitweise machte die Smartphone-Sparte fast 70 Prozent des Gesamtumsatzes von Apple aus.

Dazu kommt der sogenannte Halo-Effekt. Im wirtschaftlichen Sinne beschreibt dieses eigentlich aus der Psychologie stammende Konzept die Sogwirkung, die in diesem Fall ein einzelnes Produkt erzeugen kann und die sich dann auch auf die restliche Ware ausdehnt. Das iPhone gilt bis heute als eines der leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt und dieser Ruf färbt auf andere Produktsparten ab, wobei dieser Effekt mitunter auch umgekehrt wirkt.

Dazu kommt, dass Apple jahrelang auf ein weitestgehend geschlossenes System setzt. Wer die Produkte des Unternehmens reibungslos nutzen wollte, ergänzte am besten mit weiteren Apple-Geräten. Vor allem aufgrund neuer EU-Regelungen, die beispielsweise einen einheitlichen Ladeanschluss und erweiterten Zugang zum App Store forderten, hat sich dieses geschlossene Ökosystem inzwischen ein wenig aufgeweicht.

Apple Logo an einer Glasfront, in der sich der Himmel spiegelt
Shutterstock / Xeniia X

Alle iPhone-Generationen in der Übersicht

Im Laufe der Jahre hat Apple viele Smartphones auf den Markt gebracht. Einige davon waren sehr erfolgreich, andere hingegen eher weniger. Allerdings ist grundsätzlich um die gesamte iPhone-Reihe ein Hype entstanden, der den Geräten auf dem Markt einen gewissen Sonderstatus verleiht.

  • iPhone (2007): Das Original (Aluminium-Rückseite, 3,5-Zoll-Display).
  • iPhone 3G / 3GS (2008/09): Einführung des App Stores, GPS, 3G-Mobilfunk, Kunststoffgehäuse und erste Videofunktion (3GS).
  • iPhone 4 (2010): Glas-Metall-Sandwich-Design, extrem scharfes „Retina-Display“, erste Frontkamera für FaceTime.
  • iPhone 4s (2011): Einführung der Sprachassistentin Siri und 8-Megapixel-Kamera.
  • iPhone 5 / 5s (2012/13): Erstmals größeres Display (4 Zoll), neuer Lightning-Anschluss, Einführung von Touch ID (Fingerabdrucksensor beim 5s).
  • iPhone 6 / 6 Plus (2014): Sprung auf 4,7 und 5,5 Zoll, abgerundetes Design, Einführung von Apple Pay.
  • iPhone SE (1. Gen, 2016): Apple kombiniert das beliebte, kompakte 4-Zoll-Gehäuse des 5s mit der damals aktuellen Top-Technik (A9-Chip) des 6s.
  • iPhone 7 / 7 Plus (2016): Wegfall des klassischen Kopfhöreranschlusses (Mut zum Kabellosen / Start der AirPods), Wasserdichtigkeit, Dual-Kamera (nur Plus-Modell).
  • iPhone 8 / 8 Plus (2017): Das letzte Flaggschiff-Modell im klassischen Design mit breiten Rändern und Home-Button. Apple bringt die Glasrückseite zurück und ermöglicht kabelloses Laden.
  • iPhone X (2017): Kompletter Redesign, Notch (Kerbe oben), OLED-Display, Face ID ersetzt Touch ID.
  • iPhone XS / XR (2018): Das XR etabliert sich als günstigere, farbenfrohe Alternative mit Flaggschiff-Leistung.
  • iPhone 11 (2019): Einführung des „Pro“-Namensschemas. Massives Kamera-Upgrade (Ultraweitwinkel, Nachtmodus).
  • iPhone SE (2. Gen, 2020):Recycelt das Design des iPhone 8 (4,7 Zoll, klassischer Home-Button mit Touch ID statt Face ID), packt aber den starken Prozessor der 11er-Serie unter die Haube.
  • iPhone 12 (2020): Kantiges Design, 5G-Unterstützung, Einführung von MagSafe. Zudem gibt es erstmals ein „Mini“-Gerät.
  • iPhone 13 (2021): Kleinere Notch, deutlich verbesserte Akkulaufzeit, 120-Hz-Displays für die Pro-Modelle.
  • iPhone SE (3. Gen, 2022): 5G-Unterstützung und A15 Bionic Chip.
  • iPhone 14 (2022): Die Notch verschwindet bei den Pro-Modellen zugunsten der interaktiven „Dynamic Island“.
  • iPhone 15 (2023): Historischer Wechsel von Lightning zu USB-C. Titan-Rahmen für die Pro-Modelle.
  • iPhone 16 (2024): Fokus auf KI („Apple Intelligence“) und Einführung eines physischen, kapazitiven „Capture Buttons“ für die Kamera.
  • iPhone 16e (2025): Neue „e“-Reihe löst die bisherigen „SE“-Modelle ab
  • iPhone 17 & iPhone Air (2025): 120-Hz-Displays nun auch für Basismodelle. Das Plus-Modell wird durch das komplett neue, extrem dünne „iPhone Air“ abgelöst.
  • iPhone 17e (2026): Bietet mehr Speicher und den energieeffizienten A19-Chip.

In wenigen Tagen wird nun das iPhone 18 beziehungsweise das 18 Pro erwartet. Es wird die erste September-Keynote des neuen Apple-CEOs John Ternus sein, der das Amt erst vor Kurzem von Tim Cook übernommen hat.