Kurioser Notfall: Flugzeug muss wegen Fitbit umkehren

Eine Maschine der United Airlines musste etwa eine Stunde nach dem Start wieder umkehren. Grund dafür war ein Bluetooth-Gerät – allerdings ging es dabei nicht um die Technologie an sich.
Kurioser Notfall: Flugzeug muss wegen Fitbit umkehren
picture alliance

Vor wenigen Tagen, am 30. Mai 2026, startete eine Boeing 767-400ER in Newark, New Jersey, um auf die beliebte Urlaubsinsel Mallorca zu fliegen. An Bord befanden sich mit Personal und Fluggästen etwa 200 Personen. Etwa eine Stunde nach Start musste das Flugzeug allerdings umkehren. Der Grund: Es wurde der Notfallcode 7700 ausgelöst.

Dabei handelt es sich um einen internationalen Transpondercode in der Luftfahrt, der für einen allgemeinen Luftnotfall steht. Die Gründe für das Auslösen des Codes können entsprechend vielfältig sein. Technische Defekte an der Maschine oder auch medizinische Notfälle an Bord eines Flugzeugs rechtfertigen etwa Code 7700 – oder wie in diesem Fall ein ganz bestimmtes Bluetooth-Gerät: eine Fitbit.

16-Jähriger löst unbewusst Alarm aus

Wird der Code am Bordcomputer des Flugzeugs aktiviert, erscheint er auch auf den Radarsystemen der Fluglotsen. Das Personal am Flughafen wird dann in Alarmbereitschaft versetzt und die Maschine mit Vorrang im Luftraum dorthin gelotst. Das hat schon zahlreichen Menschen das Leben gerettet. Im Fall vom 30. Mai war der eigentliche Auslöser aber einigermaßen kurios.

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An Bord des Flugzeugs befand sich der New York Post zufolge auch ein 16-jähriger Passagier mit einer Fitbit. Die Fitness-Tracker von Google kann man, wie bei solchen Geräten üblich, per Bluetooth mit einem Smartphone koppeln, an das die aufgezeichneten Fitness-Daten dann übermittelt werden und über das umgekehrt die Wearables etwa auf WLAN zugreifen können.

Auf den Smartphones werden die Geräte dann in der Bluetooth-Liste standardmäßig mit ihrem Namen angezeigt. Nutzerinnen und Nutzer können ihnen aber auch eigene Namen geben. Das hat auch der 16-jährige Fluggast getan und sich dabei für den Namen „Bomb“ entschieden, was übersetzt „Bombe“ bedeutet.

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Fitbit-Name lässt Flugzeug umkehren

Dieser Name hat die Crew offenbar in Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Fluggäste schilderten dann nach der Landung, dass per Durchsage mehrfach darum gebeten wurde, die Bluetooth-Verbindungen zu kappen.

Dabei wurde auch explizit darauf hingewiesen, dass das Flugzeug sonst umkehren müsse. Zwei Bluetooth-Geräte wurden offensichtlich dennoch nicht abgeschaltet, eines davon war die entsprechende Fitbit mit dem Namen „Bomb“. Möglicherweise lag das daran, dass dem 16-Jährigen nicht bewusst war, dass nicht nur sein Smartphone, sondern auch sein Fitness-Tracker gemeint sein könnte.

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Flugzeug wurde sogar von Bombenspürhunden untersucht

Wie bei allgemeinen Notfallcodes wie 7700 üblich, wusste das Bodenpersonal dabei wohl bis zur Landung nicht, warum die Warnung überhaupt ausgelöst wurde und warum die Maschine schließlich umkehrte, um wieder in Newark zu landen. Auch die Fluggäste wurden nicht informiert, vermutlich um eine Panik an Bord zu verhindern.

In Newark wurde dann allerdings das Flugzeug von der Polizei mit Spürhunden untersucht, bis schließlich die Ursache festgestellt werden konnte. Nach einer erneuten Sicherheitskontrolle konnte dann dieselbe Maschine wie ursprünglich geplant nach Mallorca fliegen. Medien berichten von einer gut neunstündigen Verspätung. Inzwischen ermittelt das FBI in dem Fall; bislang wurde gegen den 16-jährigen Fluggast aber noch keine Anklage erhoben.

Bei den meisten Anbietern, wie auch bei United Airlines, ist die Nutzung von Bluetooth-Geräten an Bord grundsätzlich erlaubt. Nur um eine Deaktivierung der Mobilfunkverbindung wird in der Regel gebeten.