Steve Jobs gilt als einer der erfolgreichsten Unternehmer aller Zeiten. Der US-Amerikaner war dabei sicherlich auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er hat aber auch darüber hinaus viel für seinen Erfolg getan. So gilt der Apple-Mitbegründer bis heute als Vordenker, der nicht nur produkttechnisch ein Visionär war. Auch bei der Leitung des Apple-Unternehmens werden ihm legendäre Methoden wie etwa der Bier-Test nachgesagt, mit dem er Bewerberinnen und Bewerber prüfte.
Der verstorbene Apple-CEO hatte aber auch eigene Regeln für sich selbst. Zu diesen gehört die „10-Minuten-Regel“, die immer dann zum Einsatz gekommen sein soll, wenn er bei einem Problem keinen Ausweg mehr gesehen habe. Das berichtet unter anderem Steve Jobs’ Biograf, Walter Isaacson. Die Regel besagt, dass man bei einem Problem, dessen Lösung einem nach zehn Minuten nicht eingefallen ist, aufstehen und eine Pause einlegen sollte – am besten kombiniert mit einem Spaziergang.

Steve Jobs nutzte die positive Wirkung von Spaziergängen auf das Gehirn gezielt zur Problemlösung
Die positive Wirkung von Bewegung im Allgemeinen und von Spaziergängen im Besonderen auf die Gesundheit ist bestens belegt. So werden dadurch etwa das Herz-Kreislauf- und auch das Immunsystem gestärkt. Ein Spaziergang hat aber auch auf das Gehirn messbar positive Auswirkungen. Denn kreative Lösungen kann es am besten finden, wenn es entspannt und offen ist – ein Zustand, der mit permanentem, intensivem Nachdenken nur schwer zu erreichen ist. Das war offenbar auch Steve Jobs bewusst.
Denn bei der langsamen, aber natürlichen Fortbewegung, die beim Spazieren entsteht, wird ein Zwischenstadium aus Entspannung und Konzentration erreicht. Der Geist bleibt aufgrund der Bewegung wach. Die sich langsam ändernde Umgebung macht es allerdings schwierig, dauerhaft ein Objekt zu fokussieren. Der Geist fängt dann an, zu wandern, während er eine minimale Denkleistung aufrecht erhält. In diesem Zustand ist das Gehirn nachweislich am kreativsten.
Steve Jobs wusste um die positiven Auswirkungen solcher Kreativspaziergänge und er war nicht der einzige. So kommt es nicht von ungefähr, dass einige der berühmtesten Kunstschaffenden der Geschichte auch leidenschaftliche Spaziergängerinnen und Spaziergänger waren. Dazu gehören beispielsweise Ludwig van Beethoven, Charles Dickens, Jane Austen, Sigmund Freud oder auch Charles Darwin. Ob sie sich dabei ebenfalls, so wie Steve Jobs, gezielt an eine „10-Minuten-Regel“ gehalten haben, ist nicht bekannt. Dem Apple-CEO hat die Regel aber erwiesenermaßen bei dem einen oder anderen Problem geholfen.
