Starthilfekabel statt MacBook Pro: Immer wieder Ärger mit Amazon-Bestellungen

Ein teures MacBook Pro bestellt, aber beim Auspacken nur Starthilfekabel für 17 Euro bekommen. Dahinter steckt eine dreiste Betrugsmasche, die längst kein Einzelfall mehr ist.
Starthilfekabel statt MacBook Pro: Immer wieder Ärger mit Amazon-Bestellungen
Ahutterstock / Dontree_M

Apple ist unter anderem dafür bekannt, stattliche Preise auszurufen. iPhone 17: ab 949 Euro. iPad Pro: ab 1099 Euro. MacBook Air: ab 1199 Euro. Vision Pro: ab 3699 Euro. Wer sich also für ein Gerät des Herstellers entscheidet – vor allem für ein neues –, der trifft diese Entscheidung bewusst und in der Bereitschaft, ein wenig tiefer in die Taschen zu greifen. Umso ärgerlicher ist es, wenn dann bei der Bestellung etwas schiefgeht.

Von einer solchen Erfahrung berichtet der Reddit-Nutzer „Spoke2k“. Über die offizielle Amazon-Seite bestellte der Nutzer seinem Post zufolge ein MacBook Pro. Wie viel er dafür bezahlt hat, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Bei Apple selbst kostet das neueste MacBook Pro aber mindestens 1899 Euro. Als das Paket jedoch bei dem Reddit-Nutzer ankam, befand sich im Inneren nicht das bestellte Produkt.

Zwar war in der Lieferung ein augenscheinlich noch versiegelter Apple-Karton. Allerdings enthielt dieser statt des gewünschten und bezahlten Laptops zwei Starthilfekabel. Ein Vergleich mit den aktuellen Preisen auf Amazon zeigt, dass eines davon normalerweise etwa 17 Euro kostet – der Wert ist also noch weit von dem des eigentlich bestellten MacBooks entfernt.

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Statt Apple MacBook Pro Starthilfekabel bekommen: Zwei Starthilfekabel in einem Karton
Reddit / @Spoke2k

Leere Pakete oder falsche Produkte statt teurer Technik: Dahinter steckt eine Betrugsmasche

Die gute Nachricht: Der Amazon-Support konnte dem Betroffenen umgehend helfen und ihm wurde der Kaufpreis zurückerstattet. Den Reddit-Post habe der Nutzer vor allem absetzen wollen, um darauf hinzuweisen, dass „das auch in Deutschland passieren kann“. Denn er ist bei Weitem nicht der einzige, dem das passiert ist. Seit Jahren gibt es immer wieder Berichte über bestellte Apple-Produkte, von denen am Ende nur die Verpackung bei den Kundinnen und Kunden ankommt.

Alleine auf Reddit finden sich zahlreiche Erfahrungsberichte über ähnliche Vorgänge. Statt MacBooks, iPhones und Apple Watches bekommen die Kundinnen und Kunden Schokolade, Kabel, Notizbücher oder komplett leere Kartons. Bei gefüllten und dann wieder versiegelten Verpackungen handelt es sich ganz offenbar um gezielte Manipulation. Im Nachhinein ist es schwierig, nachzuvollziehen, an welchem Punkt der Lieferkette das originale Produkt entfernt wurde.

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Apple ist längst nicht der einzige betroffene Hersteller. Auch andere hochpreisige Ware wird immer wieder bei der Lieferung ausgetauscht. So gibt es etwa auch Berichte über Samsung-Smartphones oder die Nintendo Switch. Dass Technik-Produkte dabei so beliebt sind, liegt offenbar auch an ihrer meist handlichen Größe bei vergleichsweise hohem Preis und passender Verpackung. Etwa die Laschen, um einen Apple-Karton wieder zu verschließen, gibt es schon für wenige Euro im Internet zu kaufen. Das macht die Ware, die zudem im Fall des US-amerikanischen Herstellers vergleichsweise wenig an Wert verliert, zu einem begehrten Objekt für Diebstahl.

Apple-Bestellung: Amazon-Paket steht in lilafarbenem Licht auf dem Boden
Shutterstock / Hadrian

Das können betroffene Apple-Kunden tun, wenn sie ein „leeres“ Paket bekommen

Immerhin: Händler wie Amazon wissen ganz offensichtlich über das Problem Bescheid und zeigen sich in der Regel verständnisvoll. So enthalten viele Erfahrungsberichte zu dem Thema den Hinweis, dass die Kaufsumme am Ende erstattet wurde. Das löst das Problem allerdings nicht immer. So berichtet ein Betroffener, dass er seiner Partnerin eine Apple Watch zu Weihnachten schenken wollte, die er zuvor zum Black Friday zum Angebotspreis erstanden hatte. Dieser Angebotspreis galt dann aber nicht mehr, als ihm der Fehler auffiel.

Generell sollten Betroffene den Vorgang so gut wie möglich dokumentieren und möglichst schnell den Kundenservice des Händlers kontaktieren, bei dem die Ware bestellt wurde. Hilfreich sind zudem ein Unboxing-Video oder ein Zeuge, der das Auspacken bestätigen kann; das bei teurer Ware entsprechend als Vorsichtsmaßnahme vorzubereiten, kann sich also lohnen.