Seit Wochen brodelt es um Cristiano Ronaldo, jetzt ist die Situation in Bezug auf die portugiesische Nationalmannschaft offensichtlich eskaliert. Das Team befindet sich aktuell im Trainingscamp in Dänemark, mit dabei auch „CR7“. Allerdings hat Trainer Jorge Jesus den Superstar wohl wieder auf die Bank gesetzt – zu dessen Unmut.
Beim Nations-League-Spiel am heutigen Donnerstag gegen Dänemark sollte Ronaldo nicht in der Startelf stehen; der Fußballer soll daraufhin zeitnah abgereist sein. Darüber hinaus deutete er seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft an. In einem Statement versprach er baldige Aufklärung.
Ronaldo äußert sich: „Ich werde die Wahrheit erzählen“
Konkret heißt es in dem Statement auf Instagram: „Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit erzählen über die Gründe, die mich dazu motiviert haben, die Nationalmannschaft zu verlassen, für die ich mich immer aufgeopfert habe.“ Seinen Mitspielern wünschte er „viel Glück“. Ob sich seine Formulierung nur auf seine Abreise oder einen endgültigen Rücktritt aus der Seleção bezieht, ist nicht klar.
Es ist allerdings bekannt, dass Ronaldo ungehalten auf seine erneute Nichtberücksichtigung reagiert hat. Bereits beim Spiel gegen Norwegen saß er auf der Bank und wurde auch im Laufe der Partie nicht eingewechselt. Nach dem Spiel verzichtete der Superstar auf den obligatorischen Gruß an die Fans – ein deutliches Zeichen seines Unmutes.
Droht dem Superstar eine Sperre?
Dennoch bekräftigte er noch vor wenigen Tagen, der Nationalmannschaft weiter helfen zu wollen, nicht nur mit Toren, sondern auch abseits des Platzes. Entsprechend kommt seine abrupte Abreise für viele doch überraschend, zumal ihm theoretisch sogar eine Strafe drohen könnte, wie unter anderem die Sportzeitung „A Bola“ schreibt.
Den Statuten des portugiesischen Fußballverbands zufolge darf ein ordnungsgemäß einberufener Spieler – und das ist Ronaldo nach wie vor – eine offizielle Aktivität nicht einfach versäumen oder nicht erscheinen. Dazu gehören Trainings, Spiele und andere Aktivitäten der Nationalmannschaften, die „im Zusammenhang mit der sportlichen Vertretung des portugiesischen Fußballverbands (FPF) oder Portugals“ stehen.
Theoretisch droht Ronaldo damit nicht nur eine Geldstrafe, sondern sogar eine sechsmonatige Sperre. Sollte es dazu kommen, dürfte der Ausstieg des Superstars aus der Nationalmannschaft besiegelt sein, da der dreimalige Weltfußballer und fünfmalige Ballon-d'Or-Gewinner sein Karriereende bereits fest im Blick zu haben scheint.
Cristiano Ronaldo macht sich bereits Gedanken um sein Leben nach der Karriere
Sein Vertrag bei Al-Nassr läuft im kommenden Sommer aus; der Fußballstar wird dann 42 Jahre alt sein. Im Interview mit der Vogue erklärte er mit Blick auf das Vertragsende erst vor Kurzem, dass es sich wohl um sein letztes Jahr als Sportler handeln würde. In früheren Interviews hatte er zudem klargemacht, dass er nach seiner aktiven Karriere im Fußball mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und dem Sport entsprechend den Rücken kehren wolle.
„Ich habe meine Zukunft schon genau geplant“, erklärte er dazu. „Ich habe so viele Dinge, die mich beschäftigen, dass es schwer ist, nur eine davon zu nennen. Da der Fußball eine große Lücke hinterlassen könnte, muss man seine Zeit auf vielfältige Weise füllen, nicht nur auf eine.“
