Lange musste Alexander Zverev auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Im Juni war es dann bei den French Open endlich so weit – und jetzt hat der deutsche Tennisstar direkt einen weiteren großen Titel gewonnen. Am Sonntagabend sicherte sich der 29-Jährige im Finale der US Open in New York den Sieg gegen den US-Amerikaner Ben Shelton in vier Sätzen.
Das Match dauerte am Ende 3 Stunden und 33 Minuten. Nach dem Matchball kam es zu einer kuriosen Szene, weil Zverev offenbar den Spielstand (6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2) aus den Augen verloren und in den ersten Sekunden nicht verstanden hatte, dass er bereits der Sieger war. „Ich dachte, dass es 5:1 statt 6:2 steht“, erklärte der Tennisspieler im anschließenden Interview.
Er ist erst der zweite deutsche Spieler nach Boris Becker, der das Turnier in der Einzelwertung der Männer gewinnen konnte. Becker feierte seinen Sieg bereits im Jahr 1989. Sportlich ist es also durchaus ein besonderer Moment, der sich darüber hinaus aber auch finanziell lohnen dürfte.
Dieses Preisgeld bekommt Alexander Zverev für seinen Sieg bei den US Open
Die US Open sind traditionell das am höchsten dotierte Major-Turnier in der Tenniswelt. Insgesamt wurden mit 108 Millionen US-Dollar so hohe Prämien wie noch nie zuvor ausgeschüttet. Für seinen Sieg bekommt Zverev nun offiziellen Daten zufolge 5,5 Millionen Dollar, umgerechnet 4,76 Millionen Euro.
Berücksichtigt man seine bisherigen Turnierergebnisse im Jahr 2026, dann konnte der Deutsche bisher eine großzügige Summe abstauben. Für den Einzug ins Halbfinale bei den Australian Open gab es umgerechnet 710.000 Euro. Beim French-Open-Sieg im Juni bekam er kumuliert ungefähr 2,8 Millionen Euro, in Wimbledon, wo er im Finale dem Weltranglistenersten Jannik Sinner unterlag, waren es umgerechnet ebenfalls knapp 2,1 Millionen Euro.
Allein aus den Grand-Slam-Turnieren dürfte Alexander Zverev 2026 also bislang 10,37 Millionen Euro mitgenommen haben. Das ist auch im historischen Vergleich mit Boris Becker eine enorme Summe. Seit Beckers Karriere haben sich die Preisgelder noch einmal enorm gesteigert. So erhielt Becker für seinen Wimbledon-Sieg im Jahr 1989 etwa 190.000 Pfund.
Das liegt zum einen an der Inflation und der generellen Preisentwicklung des Sports. Die jüngsten Preissprünge im Tennis sind aber auch darauf zurückzuführen, dass die Spielervereinigungen und auch die Top-Stars bei den Männern und Frauen massiven öffentlichen Druck auf die Veranstalter ausüben, um die Spielerinnen und Spieler deutlich großzügiger an den Rekordumsätzen der Turniere zu beteiligen.

Grand-Slam-Preisgelder 2026 im Vergleich
Übers Jahr verteilt finden vier Grand Slams statt: die Australian Open (Januar), die French Open (Mai bis Juni), die Wimbledon Championships (Juni bis Juli) und die US Open (August bis September). Diese bringen nicht nur die meisten Punkte – im Falle eines Sieges sind es 2.000 –, sondern stellen auch die höchsten Preisgelder zur Verfügung.
Dennoch zeigen sich auch zwischen den Spitzenturnieren deutliche Unterschiede. Im Jahr 2026 gelten folgende Preisgelder für den Sieg:
- Australian Open 2026: 4,15 Millionen AUD (Preisgeld gesamt: 111,5 Millionen AUD)
- French Open 2026: 2,8 Millionen Euro (Preisgeld gesamt: 61,72 Millionen Euro)
- Wimbledon Championships 2026: 3,6 Millionen Pfund (Preisgeld gesamt: 64,2 Millionen Pfund)
- US Open 2026: 5,5 Millionen USD (Preisgeld gesamt: 108 Millionen USD)
Das beste Preisgeld pro Match gibt es allerdings bei den ATP Finals, die traditionell im November stattfinden. Das liegt daran, dass sich der stolze Pool auf nur acht Spieler verteilt. Im vergangenen Jahr konnte ein ungeschlagener Sieger 5,07 Millionen Dollar im Einzel gewinnen.
Besonderer Dank von Zverev an seine Familie
„Ich bin sehr stolz auf meine Familie, weil solche Erfolge immer eine Familiensache sind. Gott weiß, wie hart wir gearbeitet haben und wie sehr wir gelitten haben. Das ist jetzt der Lohn“, sagte Zverev darüber hinaus. Und er richtete ein paar besondere Worte an seine Mutter. Dazu sagte der Tennisstar, er wolle einer Person danken, die sich seine Spiele zwar nie ansehe, die aber die wichtigste Person in seinem Tennisleben und auch darüber hinaus sei.
„Wenn bei deinem vierjährigen Sohn Diabetes diagnostiziert wird und die Ärzte dir sagen, dass das Leben und die sportlichen Möglichkeiten dieses Kindes sehr stark eingeschränkt sein werden, dann braucht es eine unglaublich starke Mutter.“ Trotz seiner Diagnose, mit der Alexander Zverev seit Jahren offen umgeht, habe seine Mutter ihm stets Mut gemacht und vermittelt: „Du kannst tun, was du möchtest, denn diese Krankheit wird uns nicht definieren.“

