Olympia 2026: Diese Athletinnen und Athleten sind Deutschlands Medaillenhoffnungen

Die Eröffnung der olympischen Winterspiele 2026 rückt immer näher und damit die Frage, wer in Italien die Medaillen holen wird. Für Deutschland gibt es in vielen Sportarten aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten für Olympia 2026.
Olympia 2026: Diese Athletinnen und Athleten sind Deutschlands Medaillenhoffnungen
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Olympia 2026 steht unmittelbar bevor und damit ein echter sportlicher Höhepunkt. Die Wettkämpfe finden dabei zwischen dem 4. und dem 22. Februar in Italien in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Deutschland schickt dafür insgesamt 184 Athletinnen und Athleten ins Rennen. Die größte Gruppe machen dabei die beiden Eishockey-Teams der Männer und der Frauen mit insgesamt 48 Personen aus. Aber auch Bob (22), Snowboard (19) und Eisschnelllauf (13) sind stark vertreten.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat dabei als Ziel wie auch bei den vergangenen Winterspielen einen Top-3-Platz im Medaillenspiegel ausgerufen. In insgesamt 16 Sportarten werden Medaillen verliehen – und Deutschland hat entsprechend dem Medaillenziel durchaus einige Chancen auf Edelmetall. Das sind die Sportarten in der Übersicht:

  • Biathlon
  • Bob
  • Curling
  • Eishockey
  • Eiskunstlauf
  • Eisschnelllauf
  • Freestyle-Skiing
  • Nordische Kombination
  • Rennrodeln
  • Shorttrack
  • Skeleton
  • Ski Alpin
  • Skibergsteigen
  • Skilanglauf
  • Skispringen
  • Snowboard
Laura Nolte für Olympia 2026
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Für Olympia 2026 hat der DOSB ehrgeizige Ziele ausgegeben

Beim Curling und beim Shorttrack scheint es äußerst unwahrscheinlich, dass Deutschland Medaillen holt. Ohne die starke Victoria Carl, der ein auf der Dopingliste stehendes Mittel in einem Hustensaft zum Verhängnis wurde, dürfte es auch im Langlauf eher schwer mit einem Podestplatz werden und beim neu ins Programm aufgenommenen Skibergsteigen bestehen höchstens bei Tatjana Paller deutliche Außenseiter-Chancen. Dafür sieht es an anderer Stelle sehr rosig für das deutsche Team mit Blick auf Olympia 2026 aus.

Biathlon

Biathlon ist in Deutschland nach Einschaltquoten die beliebteste Wintersportart. Nachdem Deutschland dort jahrzehntelang zu den Top-Nationen gehört hatte, haben bei den vergangenen Olympischen Winterspielen vor allem Norwegen und Frankreich dominiert. Das ist wohl auch bei Olympia 2026 zu erwarten. Allerdings hat die Vorjahressiegerin des Gesamtweltcups, Franziska Preuß, trotz ihres gesundheitlich verkorksten Saisonstarts durchaus die Möglichkeit auf eine Medaille. Bei den Herren haben Philipp Nawrath und Philipp Horn gute Chancen, auch wenn der laufstarke Horn zuletzt krankheitsbedingt keine Wettkämpfe absolvieren konnte. Zudem können sich die Staffeln – Männer, Frauen, Mixed und Single-Mixed – berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz machen.

Bob

Als besonders aussichtsreich gelten aus deutscher Sicht für Olympia 2026 einmal mehr die Bob-Sportlerinnen und -Sportler. So dominierten bei den Herren im Bobsport zuletzt gleich drei Deutsche: Gesamtweltcup-Sieger Johannes Lochner, Rekordweltmeister und vierfacher Olympia-Sieger Francesco Friedrich sowie der Newcomer Adam Ammour. Bei den Damen ruhen hingegen die größten Hoffnungen auf Olympia-Siegerin Laura Nolte, im Zweierbob zusammen mit Anschieberin Deborah Levi. Aber auch Kim Kalicki und Lisa Buckwitz waren in der Saison schon mehrfach auf dem Podest.

Eishockey

Die sensationelle Silbermedaille bei Olympia 2018 dürften viele Sport-Fans noch in guter Erinnerung haben. Für Olympia 2026 hat die Herren-Mannschaft eine minimale Außenseiter-Chance, zumal Stars wie Leon Draisaitl, Moritz Seider und Tim Stützl mit dabei sind. Das Frauen-Team gehört nicht zum erweiterten Favoritenkreis.

Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin für Olympia 2026
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Eiskunstlauf

Anders sieht das hingegen beim Eiskunstlaufen aus. Nachdem es zuletzt bei Olympia 2018 das emotionale Gold von Aljona Savchenko und Bruno Massot gegeben hatte, gibt es dieses Mal wieder Medaillenhoffnungen. Diese ruhen auf den Vizeweltmeistern Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin. Beim Eistanzen und den Solo-Sportlerinnen und -Sportlern sieht es hingegen weniger hoffnungsfroh aus.

Eisschnelllauf

Seit langem gibt es dafür aber wieder einen Hoffnungsschimmer im Eisschnelllauf-Team. Nachdem es zuletzt bei Olympia 2010 durch Stephanie Beckert, Jenny Wolf und in der Teamverfolgung Edelmetall gegeben hatte, hat in diesem Jahr der erst 18-jährige Finn Sonnekalb Chancen. 2024 gewann er noch bei den Olympischen Jugend-Winterspielen dreimal Gold. Zuletzt stand er auch im Weltcup mehrfach auf dem Podest, sowohl über 1000 als auch über 1500 Meter.

Freestyle-Skiing

Während es in den Disziplinen Aerials, Big Air, Halfpipe, Moguls und auch beim Slopestyle vermutlich nichts zu holen gibt, sieht das zumindest im Skiscross anders aus. In dieser Saison standen bereits Florian Wilmsmann, Tim Hronek und Cornel Renn auf dem Podium. Bei den Frauen hatte sich die Olympia-Dritte von Peking, Daniela Maier, eindrucksvoll mit mehreren Podestplätzen zurückgemeldet.

Nordische Kombination

Auch, wenn die deutsche Dominanz der 2010er-Jahre bei den Kombinierern vorbei ist, so stehen die Chancen auf Medaillen in der Sportart, die Skispringen und Skilanglauf kombiniert, dennoch sehr gut. Als besonders aussichtsreich gelten dabei der nach seiner Verletzung immer stärker werdende Vinzenz Geiger, Vorjahres-Gesamtweltcupsieger und Olympia-Sieger von 2022, sowie Julian Schmid. Aber auch der mehrfache Weltmeister und Olympia-Sieger Johannes Rydzek stand in dieser Saison bereits auf dem Podest. Bei den Frauen hätte die 20-jährige Nathalie Armbruster gute Chancen. Allerdings dürfen die Kombiniererinnen auch bei Olympia 2026 nicht an den Start gehen, was bereits zu zahlreichen Protesten geführt hat.

Julia Taubitz für Olympia 2026
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Rodeln

Auch im Rodeln sind die Medaillenchancen groß. Nach den historischen Ergebnissen bei den vergangenen Olympische Winterspielen gelten bei den Damen Julia Taubitz, Anna Berreiter und Merle Fräbel als Favoritinnen. Bei den Herren haben hingegen Max Langenhahn und Felix Loch gute Chancen. Und auch bei den Doppelsitzern sieht es mit Tobias Wendl und Tobias Arlt gut aus. Bei den Frauen haben auch Dajana Eitberger und Magdalena Matschina gute Chancen auf eine Medaille.

Skeleton

Auch die Skeleton-Fahrerinnen und -Fahrer dürfen sich Hoffnungen auf Medaillen bei Olympia 2026 machen. Bei den Frauen sieht es mit der mehrfachen Weltmeisterin Jacqueline Pfeifer, Olympia-Siegerin Hannah Neise und auch mit Susanne Kreher sehr gut aus. Bei den Männern haben Olympia-Sieger Christopher Grotheer, Axel Jungk und theoretisch auch Felix Keisinger Chancen.

Ski Alpin

Der DSV hat mit Blick auf Olympia 2026 das ambitionierte Ziel von zehn Medaillen ausgegeben. Dazu können auch die Alpin-Fahrerinnen und -Fahrer ihren Teil beitragen, wobei die größten Hoffnungen auf Emma Aicher liegen dürften. Die 22-jährige ist aktuell dritte im Gesamtweltcup, wobei sie sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G sowie im Slalom bisher mit Podestplätzen und teilweise mit Siegen glänzen konnte. Chancen in der Abfahrt hat auch Kira Weidle-Winkelmann, im Slalom könnte zudem Lena Dürr Außenseiterchancen auf eine Medaille haben. Bei den Herren dürfte das unter anderem aufgrund der langen Verletzungsliste, wenn überhaupt, nur im Slalom bei Linus Straßer möglich sein.

Skispringen

Zwar befinden sich die deutschen Skispringerinnen und Skispringer für Olympia 2026 nicht unter den absoluten Top-Favoriten. Dafür waren bei den Männern Domen Prevc und bei den Frauen seine Schwester Nika Prevc einfach zu dominant. Allerdings hat auf der einen Seite Philipp Raimund gute Chancen auf eine Medaille, genauso wie unter Umständen auch Felix Hoffmann. Auf der anderen Seite zeigte Weltmeisterin Katharina Schmid in dieser Saison bereits wieder gute Leistungen. Noch besser dürften die Chancen aber für Agnes Reisch und vor allem für Selina Freitag stehen. Und auch im Team – vor allem bei den Frauen und im Mixed – können sich die Deutschen berechtigte Hoffnungen auf Medaillen machen.

Snowboard

Die deutschen Snowboarder und Snowboarderinnen haben mit Stefan Baumeister und vor allem mit Ramona Hofmeister zwei klare Medaillenkandidaten am Start. Und auch Melanie Hochreiter stand in dieser Saison bereits auf dem Podest.