Unter Kindesunterhalt versteht man einen gesetzlich festgelegten finanziellen Beitrag, den ein Elternteil leisten muss, um den Lebensbedarf eines gemeinsamen Kindes zu decken, wenn die Eltern getrennt sind. In Deutschland ist das im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt, ähnliche Regelungen gibt es aber auch in Argentinien. Und ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in dem südamerikanischen Land zahlreiche Eltern, die dieser Pflicht nicht nachkommen.
Im Rahmen der aktuell stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft der Männer hat sich die Regierung Argentiniens mit Blick auf säumige Zahlerinnen und Zahler etwas besonders einfallen lassen. Wie die argentinische Regierung bekannt gab, wurden die Namen von etwa 13.000 Personen an die US-amerikanischen Behörden übermittelt: Das Ziel: Wer keinen Unterhalt zahlt, obwohl er oder sie das eigentlich müsste, darf sich auch kein WM-Spiel anschauen.
Argentinien greift gegen Unterhaltssäumige durch
Die Fußball-WM der Männer ist das wahrscheinlich größte Sportereignis überhaupt. Fans aus aller Welt kommen dafür 2026 in Kanada, Mexiko und den USA zusammen, um sich die Spiele anzuschauen. Zwar sorgten vor allem die USA mit ihrer strengen Einreisepolitik für Aufsehen, die etwa dazu führte, dass Afrikas Schiedsrichter des Jahres, Omar Artan aus Somalia, nicht ins Land gelassen wurde. Und auch für Fans aus dem Iran gibt es ein Verbot.
Argentinierinnen und Argentinier dürfen hingegen ungehindert einreisen. Allerdings könnten Eltern, die ihren Kindern keinen Unterhalt zahlen, bei der Einreise Probleme bekommen. Wer es dennoch in die Gastgeberländer schafft, soll dennoch keinen Zutritt zu den Stadien bekommen. Ähnlich wurde bereits bei der Copa América 2024 vorgegangen.
In einer Stellungnahme erklärte Jorge Macri, Bürgermeister von Buenos Aires, dazu: „In Zusammenarbeit mit der nationalen Regierung haben wir unsere Datenbank in das Programm 'Tribuna Segura' integriert, um die Kontrollen im ganzen Land zu verstärken, auch während der Weltmeisterschaft.“

„Tribuna Segura“-Programm soll Sportstätten sicherer machen
Wer seiner Verpflichtung zur Versorgung der eigenen Kinder nicht nachkomme, müsse die Konsequenzen tragen, erläuterte der Politiker in seinem Statement. In Argentinien selbst ist das bereits seit einiger Zeit im Rahmen des „Tribuna Segura“-Programms gängige Praxis. Übersetzt bedeutet das so viel wie „sichere Tribüne“.
In das Programm werden beispielsweise Personen aufgenommen, gegen die ein Verfahren läuft, die in der Vergangenheit bereits durch gewalttätige Handlungen aufgefallen sind oder die generell als Risiko für die öffentliche Sicherheit eingestuft werden.
Diesen Personen ist der Zutritt zu Sportstätten dann generell untersagt. Dass Argentinien zur Fußball-WM 2026 das Programm auch auf andere Länder ausweitet und zudem unterhaltssäumige Personen mit aufnimmt, findet im Netz viel Zuspruch.
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Viel Beifall für Argentiniens Regelung
„Geschieht ihnen recht“, kann man in Bezug auf die betroffenen Eltern mehrfach unter entsprechenden Beiträgen lesen. Zwar gibt es auch einige Gegenstimmen, die argumentieren, dass man diese Dinge nicht miteinander verknüpfen sollte und es bessere Möglichkeiten gebe. Allerdings sind die Befürworterinnen und Befürworter deutlich in der Überzahl.
„Wer Geld für einen Stadionbesuch hat, hat auch Geld für seine Kinder“, heißt es unter anderem. Diesen Punkt scheinen besonders viele Fans zu unterstützen. Denn gerade mit Blick auf die aktuelle Weltmeisterschaft wurde schon im Vorfeld über enorm hohe Ticketpreise berichtet. Die Argumentation der argentinischen Regierung und auch vieler Fußball-Anhängerinnen und -Anhänger richtet sich auf diese Preise, da die Eltern offenbar genügend Geld hätten, um den Unterhalt zu bezahlen.
Auch in Deutschland ist nicht gezahlter Unterhalt ein großes Problem, das den Staat jedes Jahr Milliarden kostet, da der Bund in solchen Fällen einspringt. In Argentinien hat das nun die Konsequenz, dass sich alle, die keinen Unterhalt zahlen, obwohl sie es müssten, Messi und Co. nicht live in den Stadien anschauen dürfen.

