Hollywood in Aufruhr: KI-Schauspielerin Tilly Norwood bekommt erste Hauptrolle

Sie soll der nächste große Hollywood-Star werden und nun hat sie ihre erste Hauptrolle ergattert – Tilly Norwood. Allerdings handelt es sich dabei um eine KI-Schauspielerin. Der Aufschrei ist groß.
Hollywood in Aufruhr: KI-Schauspielerin Tilly Norwood bekommt erste Hauptrolle
Particle6

2025 war der Aufschrei groß, als die Produktionsfirma Particle6 die Schauspielerin Tilly Norwood der Öffentlichkeit präsentierte. Denn bei dieser handelt es sich nicht um eine echte Person, sondern um eine komplett von Künstlicher Intelligenz generierte Figur. Zwischenzeitlich war es ein wenig ruhiger um das Projekt geworden. Nun hat die KI-Schauspielerin aber eine Hauptrolle an Land gezogen.

Hinter dem ambitionierten Filmprojekt „Misaligned“, in dem Tilly Norwood als Hauptdarstellerin zu sehen sein soll, steckt ebenfalls das in London ansässige KI-Studio Particle6. Der Film wird als Tilly Norwood: KI-Schauspielerin erhält erste Hauptrollebeschrieben und soll sich noch in der Entwicklung befinden. Am Ende soll eine „Hybrid-Produktion“ stattfinden, an der sowohl echte Film- und Fernsehschaffende, aber eben auch KI-Expertinnen und -Experten mitwirken sollen.

Passenderweise soll das zentrale Handlungselement in „Misaligned“ Künstliche Intelligenz sein. Tilly Norwood „spielt“ dabei quasi sich selbst; eine KI-Figur, die im sogenannten Tillyverse lebt. Eines Tages entwickelt die künstliche Person allerdings echte Gefühle und Sehnsüchte.

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Tilly Norwood soll als Hollywood-Star aufgebaut werden

Die Ankündigung des Films hat die Debatte um die KI-Schauspielerin neu angefacht. Bereits bei der Präsentation gab es großflächig Kritik an dem Vorhaben, vor allem aus der Film-Branche. Dabei steht hinter der verantwortlichen Produktionsfirma Particle6 ebenfalls eine Schauspielerin, die Niederländerin Eline van der Velden.

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Diese kündigte Tilly Norwood damals mit dem Ziel an, die KI-Schauspielerin „zur nächsten Scarlett Johansson oder Natalie Portman“ zu machen. Laut Eline van der Velden gehe es dem Publikum beim Schauen von Filmen und Serien vor allem um die gezeigte Geschichte, und nicht um die Schauspielerinnen und Schauspieler. Zudem könne man mit dem Einsatz von KI-Personen die Produktionskosten senken.

KI-Schauspielerin Tilly Norwood schließt bei Sonnenschein die Augen
Instagram / @tillynorwood

Schauspielgewerkschaft warnt vor KI-Schauspielerin

Das mag mit Blick auf die enormen Gagen großer Hollywood-Stars sogar stimmen. Allerdings dürfte auch die „Gage“ von Tilly Norwood mit wachsender Bekanntheit steigen. Zudem gab es teils heftigen Widerspruch, etwa von der Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA. Norwood sei eben keine echte Schauspielerin. Stattdessen basiere sie auf einem Programm, das auf der Arbeit unzähliger Darstellerinnen und Darsteller aufbauen würde – ohne diese jemals um Erlaubnis gefragt oder sie bezahlt zu haben.

Das ist eine Problematik, die in „Misaligned“ sogar aufgegriffen werden soll. So soll sich Tilly Norwood im Film dafür schämen, dass sie auf Basis der gesamten Menschheit geschaffen wurde, während sie immer bekannter wird. Das Projekt rief, wie zu erwarten, deutliche Kritik hervor; einige rufen online sogar bereits zum Boykott auf. Andere zeigen sich aber auch interessiert und können sich vorstellen, den Film anzuschauen.

KI stellt die gesamte Kreativ-Branche vor Herausforderungen

Die KI-Debatte wird auch in anderen Teilen der Kreativ-Branche geführt. Während das Schauspiel diesbezüglich besonders sichtbar ist, gibt es etwa zurzeit speziell in Deutschland einen Streit zwischen Synchronsprecherinnen und -sprechern und dem Streaming-Riesen Netflix. Dieser wollte nämlich das generelle Einverständnis, die Stimmen der Sprecherinnen und Sprecher für KI-Training nutzen zu können, ohne dass diese künftig noch ein Mitspracherecht haben. Das könnte der gesamten Branche allerdings langfristig die Lebensgrundlage entziehen.

Ähnlich sieht es beispielsweise auch in den Bereichen Kunst, Musik und Literatur aus. Längst wird etwa Spotify von KI-generierten, teilweise sehr erfolgreichen Songs geflutet. Gleiches gilt speziell für E-Book-Plattformen wie etwa Amazon. Dabei ist zum einen für Nutzerinnen und Nutzer nicht deutlich ersichtlich, dass sie KI-Inhalte konsumieren.

Zum anderen wird auch hier eine heftige Urheberrechtsdebatte geführt. Denn KI basiert am Ende immer auf menschlichen Trainingsdaten, die oft zur Verfügung gestellt wurden, ohne dass die eigentlichen Urheberinnen und Urheber ihr Einverständnis dazu gegeben haben. Wie sich der Fall nun bei Tilly Norwood entwickeln wird, der immerhin bereits mehr als 150.000 Personen bei Instagram folgen, bleibt abzuwarten.