Christopher Nolan gehört fraglos zu den bekanntesten Regisseuren dieser Zeit, die allein mit ihrem Namen Zuschauerinnen und Zuschauer in die Kinos locken können. Nachdem zuletzt auch „Oppenheimer“ (2023) wieder ein enormer Erfolg war, richten sich die Augen nun auf den nächsten Nolan-Film, der in wenigen Tagen im Kino anlaufen wird: „The Odyssey“ (auf Deutsch „Die Odyssee“).
Aktuell laufen die Pressetouren und ein ausgewähltes Publikum konnte wie üblich unter anderem bei der Weltpremiere in London bereits einen Blick auf das Historienepos werfen, das sich dem Titel entsprechend um Homers weltbekannte Odyssee dreht. Entsprechend gibt es erste Reaktionen auf den neuen Nolan-Film. Diese klingen überwiegend positiv, allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte.
Viel Lob für die schauspielerische Leistung und die Optik
Es gibt durchaus Kritikerinnen und Kritiker, die sich förmlich vor Begeisterung überschlagen. So schreibt etwa Phil de Semlyen vom „Time Out“: „Der Hype ist berechtigt.“ Andere Stimmen aus der Fachpresse bezeichnen „The Odyssey“ unter anderem als „atemberaubend“ oder auch als „gewichtig“. Viel Lob gibt es dabei für die hochkarätige Besetzung – etwa Tom Hollands Performance wird als die beste seiner Karriere bezeichnet –, vor allem aber für die Inszenierung.
Über diese war vorab bereits prominent berichtet worden. Bei „The Odyssey“ handelt es sich nämlich auch um den ersten Spielfilm überhaupt, der komplett mit IMAX-Kameras gedreht wurde. Diese liefern die spektakulärsten Bilder, sind aber auch außergewöhnlich schwer und vor allem laut, was beim Dreh vor allem von Dialogszenen zahlreiche Probleme verursacht. Dazu kommt, dass die teuren IMAX-Filmrollen kompliziert zu wechseln und schwer zu transportieren sind – dafür, dass sie nur etwa zwei bis drei Minuten Material aufnehmen können.

Will der neue Nolan-Film ein wenig zu viel?
Entsprechend hoch ist das Budget für den Film gewesen. Insgesamt soll „The Odyssey“ ein Produktionsbudget von 250 Millionen Dollar gehabt haben. Das macht das Epos zum teuersten Film des Regisseurs überhaupt. Offenbar hat sich das allerdings gelohnt, denn die Wucht der Bilder ist eines der wesentlichen Themen in den ersten Kritiken. Aber auch Nolans grundlegende Herangehensweise an den Stoff stößt auf einige Zustimmung.
Kritische Stimmen bezeichnen den Film hingegen auch als „behäbig“ und an einigen Stellen mit spürbaren Längen. So schreibt beispielsweise David Ehrlich von „IndieWire“: „Zu schwerfällig, um zu Nolans besten Werken zu zählen.“ Aktuell wird damit gerechnet, dass der Film, der je nach Land am 16. beziehungsweise 17. Juli 2026 in die Kinos kommt, direkt zum Start allein in den USA etwa 100 Millionen Dollar einspielen könnte.
Einige befürchten Review Bombing gegen „The Odyssey“
Einige befürchten allerdings auch, dass die Diskussionen rund um die Produktion negative Auswirkungen auf das Einspielergebnis haben könnten. „The Odyssey“ war nämlich nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Machart im Vorfeld sehr präsent. Auch das Casting sorgte für Aufmerksamkeit. Dabei ging es vor allem um die kenianisch-mexikanische Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o und den Transgender-Schauspieler Elliot Page.
Für Aufmerksamkeit sorgte etwa ein Post von Elon Musk. Dieser wetterte in einem Post auf seiner Plattform X, dass Nolan mit der Besetzung von Nyong’o als Helena von Troja seine Integrität verloren habe. Page war hingegen als Achilles im Gespräch – inzwischen weiß man, dass er eine gänzlich andere Rolle spielt –, was Musk als „eine der dümmsten und verdorbensten Dinge“ bezeichnete. Und Musk ist nicht der Einzige, der die Darstellung als historisch inkorrekt bemängelt.
Diese Kritik wird vor allem in Fachkreisen jedoch als haltlos angesehen und es wurde bereits mehrfach darauf verwiesen, dass es sich bei Homers Stoff um Mythologie und nicht um echte historische Geschehnisse handelt. Immerhin kommen auch Göttinnen und Götter und Fabelwesen wie etwa Sirenen in der Geschichte vor. Dennoch befürchten einige jetzt schon Review Bombing für „The Odyssey“.

