In 40 Ländern auf Platz 1: Basiert der Netflix-Hit „Unchosen“ auf einer wahren Geschichte?

Eine strenggläubige Sekte und ein mysteriöser Fremder: Die Netflix-Serie „Unchosen“ dominiert die Streaming-Charts. Trotz guter Zahlen gehen die Meinungen teilweise deutlich auseinander und viele fragen sich, wie viel Wahres in der Serie steckt.
In 40 Ländern auf Platz 1: Basiert der Netflix-Hit „Unchosen“ auf einer wahren Geschichte?
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Bei Netflix feiert gerade eine Serie Erfolge, die das Publikum mit düsterer Intensität begeistert: „Unchosen“. Seit ihrem Start ist sie in zahlreichen Ländern in den Streaming-Charts zu finden, darunter auch in Deutschland. Weltweit reicht es damit sogar übergreifend für den ersten Platz.

Die Kritiken lesen sich dabei allerdings gespalten. Zurzeit (Stand: 27. April) steht „Unchosen“ auf IMDb bei 6,2 Sternen, Kritikerinnen und Kritiker vergeben bei Rotten Tomatoes 57 Prozent, das Publikum 40 Prozent. Schaut man sich die Kommentare zur Netflix-Serie dabei genauer an, dann zeigt sich ein bestimmtes Muster. Vielen gefällt zwar der düstere Ton und das grundsätzliche Setting, es gibt aber auch wiederkehrende Kritikpunkte.

Darum geht es in der düsteren Netflix-Serie „Unchosen“

In der Serie geht es um eine streng abgeschottete, christlich-fundamentalistische Glaubensgemeinschaft namens „Fellowship Of The Divine“ in Großbritannien. Dort lebt die junge Rosie (Molly Windsor), die mit Adam (Asa Butterfield) verheiratet ist, einem aufstrebenden jungen Mann innerhalb der Sekte. Als Frau unterliegt sie strengen Regeln der Unterordnung, während sie sich um ihre Tochter Grace (Olivia Pickering) kümmert.

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Eines Tages taucht jedoch der mysteriöse Sam (Fra Fee) in der Gemeinschaft auf, der um Hilfe bittet. Rosie fühlt sich schnell zu dem jungen Mann hingezogen, der sie ihr bisheriges Leben hinterfragen lässt. Allerdings hat auch Sam ein düsteres Geheimnis.

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Szene aus der Netflix-Serie „Unchosen“, in der ein erwachsener Mann von einer Sekte getauft wird
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Netflix-Hit basiert zum Teil auf wahren Begebenheiten

Hinter der an und für sich fiktiven Geschichte von „Unchosen“ steckt tatsächlich ein wahrer Kern. Autorin Julie Gearey hat für ihr Drehbuch offenbar mit echten ehemaligen Sektenmitgliedern gesprochen und ihre Erfahrungen einfließen lassen, wie unter anderem der „Independent“ berichtet. So ist eine Geschichte um eine fiktive Sekte mit nicht realen Mitgliedern entstanden, die allerdings viele Elemente enthält, die so tatsächlich passiert sein sollen.

Allerdings ist das in Teilen genau das, was einige an der Netflix-Serie kritisieren. So sei die Handlung an vielen Stellen klischeebehaftet und bediene vor allem weit verbreitete Sektenbilder, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen und sich damit auseinanderzusetzen, warum sich Menschen teilweise trotz Misshandlung dafür entscheiden, Teil einer Sekte zu bleiben. Mehrfach wird außerdem bemängelt, dass zu den Charakteren keine echte Bindung entstehen könne.

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch zahlreiche positive Kritiken für „Unchosen“. Dabei wird unter anderem die grundsätzliche Szenerie gelobt, genauso wie der Cast und die „intensive und dennoch unaufgeregte“ Erzählweise. „Eine großartige Inszenierung, die verschiedene Erfahrungen nahtlos miteinander verwebt und so eine bewegende und eindringliche Geschichte schafft“, fasst ein Zuschauer viele Kritiken zusammen.