Action-Serie über echte Eliteeinheit ist neuer Spitzenreiter bei Netflix

Eine französische Produktion hat sich bei Netflix überraschend an die Spitze der Charts katapultiert. Die Serie setzt auf Realismus statt auf bloße Effekthascherei und dreht sich um eine echte Spezialeinheit.
Action-Serie über echte Eliteeinheit ist neuer Spitzenreiter bei Netflix
Netflix

Auf Netflix sorgt aktuell eine Serie für Aufsehen, die vor ihrem Start die wenigsten auf dem Schirm gehabt haben dürften: „Elite Force“. Die französische Produktion dreht sich um eine real existierende Eliteeinheit und hat mit einer Mischung aus Action und Thriller sogar den Dauerbrenner „I Will Find You“ an der Spitze der Netflix-Charts abgelöst, nachdem die Harlan-Coben-Serie dort wochenlang nicht verdrängt werden konnte. Doch worum geht es in „Elite Force“ überhaupt und für wen lohnt sich die Serie?

„Elite Force“ und „GIGN“ sind dieselbe Serie

Der Originaltitel von „Elite Force“ lautet eigentlich „GIGN“. Das ist die offizielle Abkürzung für „Groupe d’intervention de la Gendarmerie nationale“, was übersetzt so viel wie „Eingreiftruppe der Nationalgendarmerie“ bedeutet – eine Einheit, die unter anderem auch durch die Spielereihe „Counter-Strike“ bekannt wurde. Dabei handelt es sich um eine französische Spezialeinheit, die auf Terrorismusbekämpfung spezialisiert ist, aber auch bei Geiselnahmen oder Fällen von besonders schwerer Kriminalität zum Einsatz kommt.

Die Einheit wurde bereits im Jahr 1974 ins Leben gerufen – übrigens als unmittelbare Reaktion auf die Geiselnahme von München bei den Olympischen Spielen 1972. Seitdem kam die GIGN in zahlreichen, teils spektakulären Einsätzen zum Zug. Dazu gehören beispielsweise der Air-France-Flug 8969 (1994) oder die Jagd nach den Tätern nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ (2015).

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Das deutsche Pendant dazu wäre die GSG 9 der Bundespolizei, die auf „Gefahren durch Gewalt, Terror und schwere Kriminalität“ spezialisiert ist und mit ihrem Know-how auch andere Behörden unterstützt. Auf Landesebene kommen zudem auch die den meisten wohl bekannteren SEK-Gruppen zum Einsatz, was für „Spezial-Einsatzkommandos“ steht.

Darum geht es in der Netflix-Serie „Elite Force“

Im Zentrum der Serie steht David (Tomer Sisley), der Teil der titelstiftenden Eliteeinheit GIGN ist und kurz vor der Pensionierung steht. Dann ereignet sich jedoch ein verheerender Anschlag, bei dem vier Mitglieder der Gruppe getötet werden und Sprengstoff gestohlen wird. Es gilt also, einen zukünftigen Angriff zu verhindern.

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Dazu kommen persönliche Dramen. So soll David etwa seinen Patensohn Max (Tristan Zanchi), den Sohn eines verstorbenen Kollegen, als Rekruten ausbilden, der sich unbedingt beweisen will. Gleichzeitig wird David zunehmend von seiner Vergangenheit verfolgt, da die Ermittlungen vermehrt Parallelen zu einem früheren Einsatz zeigen.

Die Netflix-Produktion „Elite Force“ basiert auf der realen französischen Einheit, allerdings nicht auf echten Fällen der GIGN, die aber im Übrigen an der Entstehung der Serie beteiligt war. Regisseur Julien Leclercq setzte sich bereits in seinem Film „L’Assaut“ mit der französischen Eliteeinheit auseinander.

Für wen lohnt sich die Netflix-Serie im Stream?

Nach dem Start am 22. Juli setzte sich „Elite Force“ beziehungsweise „GIGN“ direkt an die Spitze der Netflix-Charts. Dort stand sie zwischenzeitlich in 58 Ländern, darunter auch Deutschland. Die Kritiken zur Serie sind insgesamt durchwachsen bis leicht positiv. Bei IMDb stehen aktuell 6,3 Sterne (Stand: 27. Juli), bei Moviepilot kommt die Serie auf eine Bewertung von 6,9.

Gelobt werden dabei vor allem die Regie und die generelle Intensität. Auch die sparsam eingesetzte, dafür aber extrem wirkungsvolle Action, die durchaus realistisch dargestellt sei, kommt gut an. Kritik gibt es hingegen an der Vorhersehbarkeit und der etwas abgenutzten Idee eines alternden Elitekämpfers mit komplizierter Vergangenheit. Und während Hauptdarsteller Tomer Sisley in den Kritiken gut wegkommt, gilt das für den Rest der Besetzung nicht, deren Spiel vielfach als eindimensional beschrieben wird.

Die Serie richtet sich vor allem an Zuschauerinnen und Zuschauer, die kompakte Actionthriller mit einer abgeschlossenen Haupthandlung bevorzugen. Wem also Serien wie beispielsweise „The Night Agent“ oder auch „Man on Fire“ gefallen haben, der dürfte auch mit „Elite Force“ beziehungsweise „GIGN“ seinen Spaß haben. Wer allerdings Wert auf vielschichtige Nebenfiguren und ein ausgefeiltes Drehbuch legt, dürfte eher enttäuscht sein.

Alle Daten zu „Elite Force“ im Überblick

  • Titel: „Elite Force“ (im Original und auch im Deutschen „GIGN“)
  • Start: 22. Juli 2026
  • Herkunft: Frankreich
  • Genre: Action, Thriller, Krimi
  • Länge: 6 Folgen in einer Staffel (42 bis 55 Minuten pro Episode)
  • Altersfreigabe: ab 16 Jahren
  • Cast: Tomer Sisley, Guillaume Gouix und Tristan Zanchi
  • Idee: Julien Leclercq und Sylvain Caron
  • Regie: Julien Leclercq