„Stimmungsvoll und unterschätzt“: Diese Netflix-Serie von Harlan Coben haben viele verpasst

Krimi-Autor Harlan Coben hat Netflix schon viele Erfolge beschert. Eine Serie fliegt dabei allerdings trotz guter Kritiken seit Jahren unter dem Radar.
„Stimmungsvoll und unterschätzt“: Diese Netflix-Serie von Harlan Coben haben viele verpasst
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Netflix ist für sein reichhaltiges Angebot bekannt; kein anderer Streaming-Dienst veröffentlicht mehr neue Inhalte. Dass dabei sehenswerte Produktionen in der Masse untergehen, ist keine Seltenheit. Das kann sogar großen Namen wie einer Harlan-Coben-Verfilmung passieren. Dabei hat der US-amerikanische Krimi-Autor Netflix unter anderem mit „In ewiger Schuld“, „Wer einmal lügt“ oder unlängst „Suche mich nicht“ schon hohe Abrufzahlen für den Anbieter generiert.

Eine ebenfalls sehr gut bewertete Verfilmung fliegt dabei allerdings seit inzwischen sechs Jahren weitestgehend unter dem Radar. Die Rede ist von „Das Grab im Wald“ (Originaltitel „W głębi lasu“), was wiederum auf dem Roman „The Woods“ basiert. Im Gegensatz zu den meist englischsprachigen Coben-Verfilmungen bei Netflix handelt es sich in diesem Fall um eine polnische Miniserie. Eigentlich hat diese alles, was es für einen Netflix-Hit braucht: Eine wendungsreiche Handlung über zwei Zeitstränge hinweg, ein düsteres Setting und einen vielgelobten Cast.

Darum geht es in der Netflix-Serie „Das Grab im Wald“

Die Serie verbindet zwei Zeitebenen miteinander, zwischen denen 25 Jahre liegen. Im Sommer 1994 verschwinden vier Jugendliche während eines Aufenthalts in einem Feriencamp. Zwei tauchen später als Leichen wieder auf, die beiden anderen sieht man jedoch nie wieder. Noch Jahre später zeigen sich die Spuren, die dieses Ereignis hinterlassen hat, bei dem mürrischen Staatsanwalt Paweł Kopiński (Grzegorz Damięcki). Denn dieser war damals nicht nur Betreuer in dem Camp. Bei den beiden Verschwundenen handelte es sich um seinen engen Freund Artur und seine Schwester Kamila.

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Im Jahr 2019 wird dann aber die Leiche eines Mannes entdeckt; in dem Toten meint Paweł seinen Freund Artur zu erkennen. Dessen Eltern widersprechen dem allerdings entschieden. Dennoch macht sich in Paweł die Hoffnung breit, dass er endlich herausfinden könnte, was damals vor 25 Jahren im Wald passiert ist – und dass seine Schwester noch am Leben sein könnte.

Collage zeigt Figur aus der Netflix-Serie „Das Grab im Wald“, einmal in jung (links) und einmal in älter (rechts)
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Krimi-Serie überzeugt mit stimmungsvoller Kulisse und guter Besetzung

Insgesamt erhielt die Netflix-Serie damals durchschnittliche bis gute Kritiken. Bei IMDb hält der sechs Folgen umfassende Krimi aktuell 6,6 von 10 Sternen, wobei sich die Bewertungen der einzelnen Folgen zunehmend steigern. Zudem sind 89 Prozent der professionellen Kritiken bei Rotten Tomatoes positiv.

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Insgesamt handelt es sich den Rezensionen zufolge um eine sehenswerte Serie, vor allem für Harlan-Coben-, aber auch allgemein für Krimi-Fans. Vor allem die düstere Stimmung heben dabei viele positiv hervor. Besonderes Lob gibt es auch für die Besetzung, wobei auch das Casting der Charaktere in den beiden Zeitebenen sehr gut funktioniere. Mehrfach wird zudem empfohlen, die Netflix-Serie am besten im polnischen Original mit entsprechenden Untertiteln zu schauen.

Einige bemängeln allerdings, dass es der Serie „am nötigen Punch“ fehle, während andere den etwas konstruierten Plot kritisieren. Die Mehrheit befindet hingegen, dass die Netflix-Serie in weiten Teilen unterschätzt und zu Unrecht kaum bekannt sei. „Wenn ihr Scandi-Noir und Tartan-Noir mit ihrem langsamen Tempo, den Wendungen und den 'Nichts ist wie es scheint'-Handlungen mögt, werdet ihr begeistert sein“, fasst ein Zuschauer zusammen.