Netflix hat aktuell erneut Erfolg mit einem Lizenztitel aus Deutschland. Nachdem in der vergangenen Woche bereits „Rheingold“, ein Biopic über den Rapper Xatar, auf breites Interesse gestoßen ist, thront nun ein neuer Film an der Spitze der deutschen Charts: „Wunderschöner“. Dabei handelt es sich nicht nur um die Fortsetzung eines der am besten bewerteten Filme der hiesigen Kinolandschaft der vergangenen Jahre. Auch der zweite Teil konnte zahlreiche Kritikerinnen und Kritiker sowie das Publikum überzeugen.
Wie schon der erste Teil, der den Titel „Wunderschön“ trägt, handelt es sich auch bei „Wunderschöner“ um einen sogenannten Episodenfilm. So bezeichnet man einen Spielfilm, der nicht aus einer einzigen stringenten Handlung besteht, sondern aus mehreren in sich geschlossenen und teilweise miteinander verknüpften Einzelgeschichten. Eines der bekanntesten Beispiele ist die romantische Komödie „Tatsächlich… Liebe“.
Darum geht es in dem deutschen Film „Wunderschöner“
In „Wunderschöner“ kehren zahlreiche Charaktere des ersten Teils zurück, sodass ihre Geschichten weitererzählt werden können. Da sind die inzwischen getrennten Eltern Sonja (Karoline Herfurth) und Milan (Friedrich Mücke), die versuchen, die Wunden der Trennung und die Herausforderungen des neuen Alltags zu meistern. Währenddessen muss Nadine (Anneke Kim Sarnau) feststellen, dass ihr Mann Philipp (Godehard Giese) eine deutlich jüngere Prostituierte aufsucht.
Währenddessen setzt sich ihre Tochter Lilly (Emilia Packard) mit ihrem ersten Freund Enno (Levy Rico Arcos) auseinander und spricht im Kunstunterricht von Vicky (Nora Tschirner) über die Wahrnehmung von Frauen in der Geschichte, während sich die Lehrerin selbst mit ihren eigenen Bindungsängsten konfrontiert sieht, als der neue Sozialarbeiter Trevor (Malick Bauer) an die Schule kommt. Milans Schwester Julie (Emilia Schüle) muss indessen feststellen, dass es viel Mut braucht, um seine Stimme zu erheben – und dass auch dann viele nicht zuhören.

Für wen sich „Wunderschöner“ im Stream lohnt
Der deutsche Spielfilm hält bei IMDb aktuell eine sehr gute Wertung von 6,9von 10 Sternen (Stand: 16. September 2026). Das ist nur unwesentlich schlechter als der Vorgänger mit 7,0. An den Kinokassen zeigt sich ein ähnliches Bild. Dort schnitt die Fortsetzung mit 1,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern nur unwesentlich schlechter ab als der erste Teil mit 1,6 Millionen.
Vielen gefallen dabei der gefühlvolle Ton und das „pietätlose Verhandeln wichtiger Themen“. Auch die Leistung der Darstellerinnen und Darsteller kommt großflächig gut an, genau wie die „starke und sensible Inszenierung“ von Karoline Herfurth, die auch als Regisseurin fungierte und das Drehbuch zusammen mit Monika Fäßler schrieb. Einige bemängeln allerdings, dass der Film an einigen Stellen überladen wirke und seine Längen habe.
„Wunderschöner“ richtet sich vor allem an ein Publikum, das bereit ist, sich auf die Themen rund um Weiblichkeit, die Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen und das Aushandeln neuer Rollenbilder einzulassen. Wer hingegen eine seichte und kurzweilige Komödie erwartet, ist bei diesem Film an der falschen Adresse.

