Für viele ist der Film „The Social Network“ inzwischen beinahe Kult und Regisseure wie Quentin Tarantino bezeichnen ihn sogar als einen der besten Filme der 2010er-Jahre. Der Film behandelt die außergewöhnliche Gründungs- und Erfolgsgeschichte des Facebook-Konzerns durch Mark Zuckerberg, gespielt von Jesse Eisenberg. Reale Ereignisse in Filmen und Serien abzubilden, ist immer ein wenig heikel – vor allem wenn die Geschehnisse noch nicht allzu lange zurückliegen.
Das zeigt unter anderem auch die Debatte um die Netflix-Serie „The Crown“, die die britische Königsfamilie behandelt. Zugunsten der Dramaturgie werden häufig Details verändert; wo etwas nicht bekannt ist, werden Lücken zudem kreativ gefüllt. Das ist auch bei „The Social Network“ so. Inzwischen geht man davon aus, dass nur etwa 40 Prozent der Handlung des Films den realen Tatsachen entsprechen. Mark Zuckerberg hat dabei einige Details verraten, in denen der Blockbuster erstaunlich akkurat war – und an welchen Stellen Dinge frei erfunden wurden.
Facebook war kein Racheprojekt
Darüber hat der CEO des inzwischen in Meta umbenannten Facebook-Konzerns unter anderem in der „The Colin and Samir Show“ gesprochen. Dabei räumt er direkt mit einem großen Mythos auf. Im Film gründet Zuckerberg die Firma nämlich unter anderem auch deshalb, um nach einer schmerzhaften Trennung eine Frau zu beeindrucken.
Dazu sagt Zuckerberg wörtlich: „Der gesamte Handlungsbogen rund um meine Beweggründe und all das war einfach völlig falsch.“ Ähnliches hatte er bereits bei einem Q&A-Event im Jahr 2014 angedeutet. In Wahrheit war er nämlich bereits mit Priscilla Chan zusammen. Die beiden lernten sich 2003 auf einer Party kennen und wurden schnell ein Paar, bevor sie im Jahr 2012 heirateten. Facebook wurde jedoch erst 2004 gegründet.

Zuckerberg lud damals alle Mitarbeiter ins Kino ein
Ein weiterer Mythos, der vor allem durch den Film verbreitet wurde, betrifft Facemash. Dabei handelte es sich um eine äußerst umstrittene Seite, auf der das Aussehen von Studentinnen bewertet werden konnte. Was laut Zuckerberg stimmt, ist, dass er die Website, die schließlich wegen Beschwerden geschlossen wurde, während seines Studiums entwickelte.
Er widerspricht jedoch der Darstellung aus „The Social Network“, dass es sich um den direkten Vorläufer von Facebook gehandelt habe. Stattdessen betont er, dass die beiden Projekte völlig unabhängig voneinander entstanden seien.
Zudem hat Zuckerberg bestätigt, dass er selbst den Film wirklich gesehen hat, allerdings nur ein einziges Mal und das im Beisein der kompletten Firma. Damals lud der Facebook-Chef alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Kino ein. Die Argumentation: Es würden ohnehin alle den Film anschauen, dann könne man es auch einfach gemeinsam tun.
Wahrheitsgehalt von „The Social Network“ bei etwa 40 Prozent
Was für Zuckerberg selbst erschreckend genau in „The Social Network“ umgesetzt wurde, war seine Garderobe. So äußerte er sich bereits mehrfach vor allem über die Fleece-Pullover, die Jesse Eisenberg im Film trägt und die wohl erschreckend genau an die Kleidung heranreichten, die Mark Zuckerberg damals selbst trug.
Grob kann man sagen, dass vor allem die technologischen Meilensteine, die rechtlichen Streitigkeiten und der Aufstieg des Unternehmens im Film korrekt dargestellt wurden. Bei vielen privaten Details und persönlichen Konflikten ist die Darstellung aber teilweise deutlich überspitzt oder sogar frei erfunden.
Nichtsdestotrotz gilt „The Social Network“ als fantastischer Film, der die Gründung des heute immer noch extrem einflussreichen Meta-Konzerns in spannender Art und Weise beleuchtet. Bei IMDb hält der Blockbuster dafür unter anderem die sehr gute Wertung von 7,8. Auf Rotten Tomatoes sind ganze 96 Prozent der Kritikerwertungen positiv.

