George R. R. Martin äußert harsche Kritik an „Game of Thrones“-Serie: „Nicht mehr meine Geschichte“

„Game of Thrones“-Autor George R. R. Martin ist in seiner Kritik an einem Serienableger seiner Werke sehr deutlich geworden. Offensichtlich gibt es dabei hinter den Kameras einen handfesten Streit.
George R. R. Martin äußert harsche Kritik an „Game of Thrones“-Serie: „Nicht mehr meine Geschichte“
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Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ hat in den 2010er-Jahren die Serienlandschaft dominiert. Da die Buchvorlage von George R. R. Martin noch Stoff für einiges mehr bietet, stand schnell fest, dass es mehrere Spin-off geben wird. Aktuell läuft mit A Knight of the Seven Kingdoms“ das zweite davon an. Davor startete allerdings mit „House of the Dragon“ eine Serie über die bewegte Geschichte des Hauses Targaryen.

Staffel 1 erschien im August 2022, Staffel 2 folgte dann im Sommer 2024. Während die Kritiken für den Auftakt noch sehr positiv waren, kam die zweite Staffel des „Game of Thrones“-Prequels bereits etwas weniger gut an. Das gilt nicht nur für Fans sowie Kritikerinnen und Kritiker. Auch Buchautor George R. R. Martin zeigte sich unzufrieden mit der Entwicklung, die die Serie genommen hat. Wie sehr dabei offenbar auch hinter den Kulissen gestritten wurde, wurde jetzt durch ein Interview des US-amerikanischen Schriftstellers unterstrichen.

Szene aus dem „Game of Thrones“-Spin-off „House of the Dragon“ mit Emma D'arcy

Streit zwischen George R. R. Martin und Ryan Condal scheint anzudauern

In diesem machte er deutlich, dass er ein großer Fan der neuen „A Knight of the Seven Kingdoms“-Serie sei, „House of the Dragon“ hat sich dagegen aus Sicht des Autors in eine falsche Richtung entwickelt. Seinen Unmut formulierte Martin bereits nach Erscheinen der zweiten Staffel 2024 in einem Blogpost. Dieser wurde zwar anschließend gelöscht und enthielt auch durchaus Lob für einige Aspekte der Serie. Der Streit zwischen Martin und Showrunner Ryan Condal wurde aber offensichtlich nicht beigelegt. Im Interview mit „The Hollywood Reporter“ sagte der Schriftsteller über das Verhältnis: „Es ist schlimmer als angespannt. Es ist abgründig.“

Weiter führt der „Game of Thrones“-Autor aus, dass er sich damals sogar dafür eingesetzt habe, dass Condal von HBO auf die Position gesetzt würde, da er sich eine gute Partnerschaft versprach. Bei der ersten Staffel habe das auch noch gut funktioniert. „Dann sind wir bei Staffel 2 angekommen und im Wesentlichen hat [Ryan] aufgehört, mir zuzuhören“, führt Martin aus. „Es ist immer schlimmer und schlimmer geworden und ich war von der Situation immer mehr genervt. Irgendwann sind wir an den Punkt angekommen, an dem mir HBO sagte, ich solle ihnen meine Anmerkungen zuschicken und sie würden sie mit ihren eigenen an Ryan weiterleiten.“

Szene aus dem „Game of Thrones“-Spin-off „House of the Dragon“ mit Matt Smith

George R. R. Martin hat Mitspracherecht bei „Game of Thrones“-Spin-offs

Inzwischen soll sich die Situation mit Blick auf „House of the Dragon“ Staffel 3 weiter zugespitzt haben. Nachdem Ryan Condal in einem gemeinsamen Call mit HBO seine Vorstellungen für die neue Folgen vorgelegt hatte, hat Martin offenbar ein vernichtendes Fazit gezogen: „Das ist nicht mehr meine Geschichte“. Dabei stört den „Game of Thrones“-Schöpfer, wie viele kreative Freiheiten sich das Spin-off herausnimmt und dabei sogar soweit von der Vorlage abweicht, dass durch das Weglassen von Figuren bereits jetzt wichtige Handlungselemente in künftigen Folgen entfallen müssen.

Gerüchten zufolge wurde Martin aufgrund des Streits zeitweise komplett aus der kreativen Arbeit an „House of the Dragon“ ausgeschlossen. Im Interview sagte er dazu lediglich, dass der darüber nicht sprechen könne. Die dritte Staffel des „Game of Thrones“-Spin-offs soll 2026 bei dem inzwischen auch in Deutschland gestarteten Streaming-Dienst HBO Max erscheinen. Nach der anschließenden vierten Staffel soll die Serie dann beendet sein.