Wirbel um Werbung bei Disney+: Was ist neu?

Disney+ informiert seine Abonnenten gerade über eine Aktualisierung des Nutzungsvertrags, wobei vor allem eine Formulierung bezüglich Werbung für Aufsehen sorgt.
Wirbel um Werbung bei Disney+: Was ist neu?
Shtterstock / Emre Akkoyun

Bei Disney+ haben Nutzerinnen und Nutzer grundsätzlich die Wahl zwischen drei Abos: Premium, Standard und Standard mit Werbung. Das impliziert, dass nur im günstigsten Tarif Werbung zu sehen ist, der sich zum Teil über diese Werbung finanziert. Dieses Modell hat sich inzwischen bei nahezu allen Streaming-Diensten etabliert – wer mehr zahlt, sieht keine Werbung.

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Dazu hat Disney+ jetzt seine Auffassung von „werbefrei“ klar definiert. Wie unter anderem das Portal „Golem“ berichtet, erhalten Abonnentinnen und Abonnenten derzeit E-Mails, aus denen hervorgeht, dass der Streaming-Dienst auch in den teureren Tarifen Werbung zeigen kann, wenn auch in anderer Form. Eine solche Mail liegt auch Faktastisch vor.

Aktualisierung des Nutzungsvertrags angekündigt

In der Nachricht werden Kundinnen und Kunden des Dienstes über eine „Änderungen an unserem Nutzungsvertrag“ informiert. Wie üblich sind in der E-Mail die Änderungen aufgelistet; dabei macht direkt der erste Punkt hellhörig.

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Dieser lautet: „Wir haben klargestellt, dass alle Abo-Optionen Folgendes enthalten können: (i) Werbeinhalte, (ii) Sponsoring und (iii) Werbung vor/nach der Wiedergabe von Inhalten sowie in Kanälen, Live/Wie-Live-Inhalten, Sonderereignissen und sämtlichen Inhalten von Drittanbietern.“ Nutzerinnen und Nutzer werden darüber informiert, dass sie den neuen Bedingungen in den kommenden Tagen durch eine Aufforderung nach dem Einloggen zustimmen sollen.

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Alle Abo-Optionen können „Werbung“ beinhalten

In einem Hilfe-Eintrag im Forum von Disney+ wird erläutert, dass auch die Tarife Standard und Premium „in begrenztem Umfang Werbeinhalte, Werbung vor oder nach der Wiedergabe von Inhalten, Clips und Trailer für Disney-Inhalte, -Produkte und -Dienste sowie Inhalte mit Branding oder Sponsoring“ enthalten.

Und auch im Kleingedruckten unter den Abo-Optionen auf der Website von Disney+ findet sich nun ein entsprechender Hinweis. „Alle Abo-Optionen beinhalten Werbeaktionen und Sponsoring von Disney und können darüber hinaus Werbung vor/nach der Wiedergabe sowie in Kanälen, Live-/Wie-Live-Übertragungen, bei Sonderereignissen und in On-Demand-Inhalten von Drittanbietern beinhalten.“ Was genau mit „Sonderereignissen“ gemeint ist, ist nicht ganz eindeutig.

In den darüber geführten Tabellen ist in jedem Fall angegeben, dass Nutzerinnen und Nutzer „werbefreie Filme und Serien“ sehen können. Die dahinter sitzende Fußnote führt dann zu dem eben zitierten Text.

Screenshot der Abo-Struktur bei Disney+
Disney+

Das sagt Disney+ zu den Änderungen

Aus den Formulierungen lässt sich ableiten, dass es bei Disney+ keine Abos komplett ohne Werbung geben wird beziehungsweise das jetzt schon der Fall ist. Allerdings stellte der Streaming-Dienst inzwischen in einem Statement klar, dass sich für „Kundinnen und Kunden mit einer werbefreien Abo-Option (...) durch die aktuelle Anpassung nichts an ihrem Seherlebnis [ändert]“.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Bei Live-Sportübertragungen können, wie in der Branche üblich, Sponsoring-Elemente und Werbeeinblendungen enthalten sein. Darüber hinaus umfasst der Nutzungsvertrag auch Hinweise auf Inhalte wie Trailer zu Disney Filmen und Serien, die vor der Wiedergabe eines Titels gezeigt werden können. Entsprechende Regelungen waren bereits Teil des bisherigen Disney+ Nutzungsvertrags.“

Einige Fragen bleiben offen

Grundsätzlich handele es sich also eher um eine Klarstellung, auch wenn der Wortlaut der Mail mit dem Begriff „Änderung“ auf den ersten Blick anderes suggeriert. Stand jetzt sieht man auch im Standard- und Premium beispielsweise vor dem Stream Werbung für eigene Inhalte von Disney+, die man teilweise überspringen kann.

Allerdings bleiben einige Fragen ungeklärt. So würde die Formulierung „können darüber hinaus Werbung vor/nach der Wiedergabe beinhalten“ dem Anbieter künftig zahlreiche Möglichkeiten bieten, Werbung zu zeigen, auch wenn diese keine Unterbrechungen des Streams wie im Werbe-Abo bedeuten würden.