Über 300.000-mal wurde das Musikvideo „Take The Lead“ auf YouTube bereits aufgerufen. Doch nicht nur aus Begeisterung, sondern viel mehr aufgrund einer Diskussion, die dieser Song und der zugehörige Clip entfacht haben. Denn das Video stammt von der KI-Schauspielerin Tilly Norwood.
„Das beste Argument dafür, wie schlecht KI eigentlich ist, das ich je gesehen habe“, heißt es in den Kommentaren. „Ich glaube wir müssen uns bei allen echten Menschen entschuldigen, deren Songs wir jemals schlecht genannt haben“, schreibt ein anderer User. Tatsächlich wirkt es sogar so, als ob Tilly Norwood manchmal gar nicht „sie selbst“ sei.

Tilly Norwoods erstes Musikvideo sorgt für heftige Kritik
Dabei erobern KI-Models und KI-Schauspielerinnen das Netz schon seit Monaten. Auf Instagram werden tausende Fotos gepostet, die unter anderem Millionen Likes erhalten. Die KI-generierten Inhalte wirken mittlerweile so real, dass vielen Nutzern gar nicht mehr auffällt, dass es sich nicht um echte Menschen handelt. Im Einspieler des Musikvideos von Tilly ist zu lesen, dass „18 echte Menschen“ an der Produktion beteiligt gewesen seien. Dennoch scheint das Ergebnis beim Publikum nicht gut anzukommen.
Auch interessant: Jobverlust durch Künstliche Intelligenz: Chef von Microsoft AI liefert genaue Prognose
KI in der Kunst: Streiks und Hoffnung für die Zukunft
Norwood-Schöpferin Eline van der Velden erklärte daraufhin erneut, dass „gute Ideen, Geschmack, klare Führung, Urteilsvermögen und Zeit“ nötig seien, um guten KI-Content erschaffen zu können. Die Veröffentlichung des Videos hat eine Diskussion befeuert, die schon lange anhält. Denn während Künstliche Intelligenz für die einen neue Chancen bietet, macht sie den anderen große Sorgen. Automatisierte Prozesse können Arbeitsplätze überflüssig machen oder den Berufsalltag komplett umkrempeln. Das beste Beispiel dafür liefern die umfangreichen Hollywoodstreiks aus dem Jahr 2023, die schließlich damit endeten, dass neue Verträge vereinbart wurden, um Filmschaffende vor dem unkontrollierten Einsatz der KI zu schützen. Tilly wird natürlich weiterhin für die imaginären Kameras strahlen - egal wie die reale Welt reagiert.

