Schlange auf Frauentoilette „politisch gewollt“? Bayern plant Klo-Revolution

„Die Schlange vor dem Frauenklo ist politisch gewollt“: Mit dieser provokanten These hat die bayerische Grünen-Politikerin Julia Post eine Debatte ausgelöst, die nun konkrete politische Folgen hat.
Schlange auf Frauentoilette „politisch gewollt“? Bayern plant Klo-Revolution
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Die Grünen-Politikerin Julia Post aus Bayern hat eine neue Debatte angestoßen. „Die Schlange vor dem Frauenklo ist politisch gewollt“, erklärte sie vor einigen Tagen in den sozialen Medien. Tatsächlich hatte die Partei mit ihrem Antrag auf Änderung Erfolg und lange Wartezeiten vor der Frauentoilette könnten bald endlich der Vergangenheit angehören.

Doch wie kommt Julia Post zu ihrer Behauptung? Tatsächlich stehen Männern derzeit mehr Toiletten-Optionen zur Verfügung als Frauen. Eine aktuelle Verordnung besagt, dass bei Veranstaltungen mit 1.000 Besuchern 12 Frauentoiletten und 8 Männertoiletten sowie 12 Pissoirs zur Verfügung stehen müssen. Genau diese Ungleichheit soll sich künftig ändern.

Grünen-Politikerin Julia Post bei einer Rede
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Kein Stau mehr auf Frauentoiletten: Grünen-Politiker haben Erfolg mit ihrem Antrag

Post teilte ihre Meinung kürzlich in einem Video auf Instagram. „Das ist so offensichtlich unfair - da fragt man sich, wie das 2026 noch der Fall sein kann“, schrieb die Politikerin zu ihrem Post. Die Grünen stellten deshalb in Bayern einen Antrag mit dem Titel „Frauen müssen übrigens auch mal“. „Die Staatsregierung wird aufgefordert, § 12 der Verordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten dahingehend zu ändern, dass künftig in Versammlungsstätten eine gleiche Anzahl an Toilettenanlagen für Damen und Herren vorgeschrieben wird“, heißt es darin. Tatsächlich stimmte der Bauausschuss des Landtags einstimmig für eine Änderung der Verordnung.

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Bundesweite Lösung angestrebt: Julia Post entfacht Debatte

Bis zur Umsetzung ist jedoch Geduld gefragt, denn es soll eine bundesweit einheitliche Regelung geben. Außerdem soll kein verpflichtender Umbau für bereits bestehende Hallen eingeführt werden. Auch die CSU und die Freien Wähler stellten sich hinter den Antrag der Grünen. In einem Fachgremium der Bauministerkonferenz wird aktuell eine Muster-Verordnung überarbeitet, die künftig in der ganzen Bundesrepublik gelten könnte. Die Neuregelung aus Bayern soll übernommen werden, da aktuell bundesweit noch keine konkrete Anzahl an Toiletten nach Geschlecht genannt wird. Zudem brauchen Frauen auf der Toilette rund 2,3-mal so lange wie Männer. Ziel sei es eine „Parität“ zu erreichen.