Verhaftungen wegen Reflecting Pool: Trump macht Vandalen für Algen-Debakel verantwortlich

Einmal mehr sorgt die Renovierung des Reflecting Pools für Schlagzeilen. Dieses Mal geht es um Verhaftungen aufgrund von Vandalismus, der laut US-Präsident Trump für den aktuellen Zustand des Beckens verantwortlich ist. Sogar ein ehemaliger Weltmeister ist betroffen.
Verhaftungen wegen Reflecting Pool: Trump macht Vandalen für Algen-Debakel verantwortlich
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Anlässlich des 250. Jubiläums der USA hat Präsident Donald Trump mehrere Maßnahmen angeordnet. Unter anderem sollte der berühmte Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington D.C. aufwendig renoviert werden. Das ist aufgrund der beeindruckenden Maße keine einfache Aufgabe.

Immerhin misst der Pool knapp 620 Meter in der Länge und gut 50 Meter in der Breite, wodurch das Becken auf ein Fassungsvermögen von ungefähr 25,4 Millionen Liter Wasser kommt. Dass die Renovierung derart kompliziert werden könnte, hat dann aber doch einige überrascht. Grund dafür sind vor allem Algen. Wenn es nach Donald Trump geht, dann ist allerdings Vandalismus schuld.

Das Problem mit dem Reflecting Pool in Washington D.C.

Algen sind schon lange ein Problem im Reflecting Pool, der vor allem ein langes Spiegelbild des Lincoln Memorial zeigen soll. Zum Jubiläum wollte Trump das gigantische Wasserbecken deshalb renovieren. Dafür wurde der Pool geleert und in der Farbe „American Flag Blue“ gestrichen – eine Wahl, vor der Expertinnen und Experten vorab gewarnt hatten.

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Denn die reflektierende Farbe erhöht die Wassertemperatur bei Sonnenstrahlung, was die erneute Bildung von Algen massiv begünstigt. Das Ergebnis konnte man bereits zwei Wochen nach der Wiedereröffnung des Reflecting Pools sehen, dessen Wasser von den Algen stark eingefärbt wurde.

Darauf reagierten die Verantwortlichen mit einem ebenfalls von Expertinnen und Experten kritisierten Schritt: Wasserstoffperoxid. Der chemische Stoff führte wahrscheinlich wiederum dazu, dass sich die gerade erst aufgetragene teure Farbe wieder vom Pool löst. Schnell machten zahlreiche Videos auf Social Media die Runde, in denen Passantinnen und Passanten in Washington filmen, wie man große, abgeplatzte Stücke der Farbe einfach von der Wand des Reflecting Pools lösen kann.

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Jemand greift nach einem Stück der abgeblätterten Farbe des Reflection Pool am Lincolm Memorial in Washington D.C.
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David Hearn bei Reflecting Pool festgenommen

Einer davon war offenbar David Hearn. Der US-Amerikaner trat für seine Nation dreimal bei Olympischen Spielen an und wurde zudem zweifacher Kanuslalom-Weltmeister. Der inzwischen 67-Jährige berichtet nun in der „Washington Post“ (kostenpflichtiger Artikel), dass er bei einer Fahrradtour am Reflecting Pool angehalten habe, um sich die Renovierungsarbeiten anzuschauen.

Dabei habe er sich hinuntergebeugt, um ein Stück der sich abblätternden Farbe zu begutachten. Im nächsten Moment sei er von Mitgliedern der Nationalgarde umzingelt und anschließend von Beamten der US-Parkpolizei verhaftet worden. Als Gründe wurden ihm eine Ordnungswidrigkeit sowie die Zerstörung von Regierungseigentum genannt.

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Mehrere Verhaftungen wegen angeblichen Vandalismus

Der ehemalige Olympionike betont im Interview: „Ich habe nichts zerstört, kaputtgemacht oder abgepellt.“ Stattdessen beschreibt er, dass er lediglich das Ende eines sich bereits ablösenden Stückes zu fassen bekommen habe. Allerdings habe er das Stück nur berührt und nicht etwa daran gezogen. „Es war noch unten befestigt. Ich habe nichts entfernt“, beteuert Hearn.

Und er ist offenbar nicht der Einzige, der aufgrund ähnlicher Handlungen verhaftet wurde. US-Präsident Donald Trump berichtet auf seiner Plattform Truth Social, dass die Renovierungsarbeiten am Reflecting Pool perfekt funktioniert hätten. Für den aktuellen Zustand macht er „schändlichen Vandalismus“ verantwortlich.

Trumps Schilderung zufolge sollen Unbekannte dem Becken mit einer Klinge einen rund 75 Meter langen Schnitt zugefügt und anschließend „ätzende und zerstörerische Chemikalien“ in den Pool geschüttet haben. Aufgrund der Beschädigung des Beckens habe die Parkpolizei mehrere Personen festgenommen, erklärt der US-Präsident weiter. Belege für den Vandalismus werden nicht genannt.

Der ehemalige Kanute David Hearn bei einer Siegerehrung 1995
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Generelle Kritik an der Renovierung des Reflecting Pools 2026

Die aktuellen Verhaftungen sind nur ein Punkt in der langen Reihe von Vorfällen um das umstrittene Renovierungsprojekt. Neben den Warnungen von Expertinnen und Experten wurden etwa von vornherein die hohen Kosten bemängelt. So hat die Renovierung bereits 14 Millionen US-Dollar (etwa 12 Millionen Euro) gekostet – eine Zahl, die noch steigen dürfte.

Dazu kommt, dass die Vergabe der Renovierungsaufgaben ohne entsprechende Ausschreibung erfolgt ist, wie es in den USA und übrigens auch in Deutschland rechtlich vorgeschrieben ist. Zudem gibt es in diesem Kontext massive Kritik, da es sich um die Veränderung eines historischen Wahrzeichens handelt.

Der Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington existiert bereits seit 1922. Seitdem ist er zu einem Wahrzeichen der Stadt und Kulisse für bedeutende historische Momente geworden. So hat unter anderem Martin Luther Kings berühmte „I Have a Dream“-Rede an diesem Ort stattgefunden. Ein Algenproblem hatte das Becken im Übrigen schon immer, weshalb etwa schon 2012 Renovierungsarbeiten stattgefunden hatten, mit denen unter anderem auch eine neue Wasserzirkulation eingeführt wurde.