In der vergangenen Woche wurde am Flughafen in Leipzig ein unbekanntes Flugobjekt entdeckt. Nachdem Spezialkräfte angerückt waren, wurde schnell klar, dass es sich um eine Drohne mit Sprengstoff handelte. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt brach daraufhin seinen Urlaub ab und traf sich zu einer Krisensitzung.
Die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei soll nach dem Fund verdoppelt werden. Außerdem verdichten sich die Hinweise auf eine zweite Drohne. Wie Bild berichtete, soll eine bisher noch nicht gefundene Drohne als eine Art „Mutterschiff“ fungiert haben. Das bedeutet, sie war mit dem bereits identifizierten Gerät vernetzt und könnte Live-Aufnahmen sowie Steuerungssignale an die Täter gesendet haben.

Nach Sprengstofffund am Flughafen Leipzig: Polizei vermutet zweite Drohne
Bekannt ist, dass das bereits gefundene Gerät so gebaut war, dass es von der millionenschweren Drohnenabwehr nicht erkannt werden konnte. „Wenn die Drohne von außerhalb eingeflogen ist, war die gesamte Detektionskette ein Fehlschlag. Da ist schlicht nicht die richtige Technologie im Einsatz“, erklärte Stephan Kraschansky, Leiter der Sparte Militär & Behördenkunden, gegenüber t-online. Der Sprengsatz wurde in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge gefunden. Der Flughafen Leipzig gilt unter anderem als wichtiges Drehkreuz für militärische Hilfsleistungen, die in die Ukraine gebracht werden.
Alle Details: Drohne am Flughafen Leipzig: Sprengstoff identifiziert – Dobrindt unterbricht Urlaub
Die Fahndung nach den Tätern läuft weiter
Als der Flugbetrieb kurzzeitig eingestellt wurde, kollidierte ein DHL-Flugzeug mit einem unbekannten Flugobjekt. Die Ermittler vermuten, dass es sich um die zweite Drohne gehandelt haben könnte. Allerdings sind die Teile des Flugobjekts noch nicht gefunden worden. Außerdem konnte bislang nicht identifiziert werden, mit welchem Objekt genau die Maschine zusammengestoßen ist. Die mutmaßlichen Täter sollen sich in der Nähe des Flughafens befunden haben. Allerdings dauern die Ermittlungen weiter an. Noch ist unklar, wer für den Vorfall verantwortlich ist. „Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung“, erklärte Dobrindt in einem Statement.

