Bei jedem Arztbesuch: Kassenärzte-Chef fordert neue Gebühr – „3 oder 4 Euro“

Mehrere Experten fordern eine neue Gebühr, die bei jedem Arztbesuch anfallen soll. Doch die Vorschläge haben eine Diskussion entfacht. Auch der Kassenärzte-Chef Andreas Gassen stößt auf Kritik.
Bei jedem Arztbesuch: Kassenärzte-Chef fordert neue Gebühr – „3 oder 4 Euro“
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Schon seit Wochen diskutieren Politiker und Experten über ein Comeback der Praxisgebühr. Ein Konzept, welches schon vor Jahren für Unmut gesorgt hat. Natürlich soll es eine neue Variante geben, allerdings ist der Aufschrei erneut groß. Denn zahlreiche Kritiker stimmen gegen diesen Vorschlag.

Kürzlich erklärte der Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, man müsse eine Gebühr pro Arztbesuch einführen. Patientinnen und Patienten müssten dann jedes Mal etwas bezahlen, wenn sie den Fuß in eine Praxis setzen. „Sie könnte, wie zum Beispiel in Japan, bei drei oder vier Euro liegen und sollte von den Krankenkassen eingezogen werden. So könnte die Einnahmebasis der Kassen erhöht werden“, heißt es.

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3 oder 4 Euro für Patienten? Erneut Gebühr für Arztbesuch gefordert

Auch im Krankenhaus sollen Patienten künftig mehr bezahlen, wenn es nach Gassen geht. „Die Zuzahlung bei Krankenhausaufenthalten sollte verdoppelt werden: von zehn auf 20 Euro am Tag. Das ist angemessen“, erklärt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Eine solche Änderung würde den Krankenkassen pro Jahr 800 Millionen Euro mehr einbringen. Für die Notaufnahme könnten ebenso neue Regeln gelten: „Wer künftig ohne Kontaktaufnahme und Beratung durch die Leitstelle die Notfallzentren an den Krankenhäusern nutzt, sollte dafür eine Gebühr bezahlen. Ich finde 30 bis 40 Euro angemessen.“

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Die Vorschläge kommen allerdings nicht gut an. „Es geht nicht um Patientensteuerung, sondern um Kasse machen“, sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Auch Hausärzte lehnen den Vorschlag ab. „Wir sind gegen eine Praxisgebühr, die bei jedem Besuch des Hausarztes erhoben wird, weil wir auch der Meinung sind, dass Menschen nicht davon abgehalten werden sollen, den Hausarzt aufzusuchen”, mahnte Laila El-Masri, die Vorsitzende des Saarländischen Hausärzteverbandes. Aktuell ist es demnach unwahrscheinlich, dass die Forderungen tatschlich umgesetzt werden.

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