Warum bei 30 Grad plötzlich der Winterdienst ausrücken muss

Während die Temperaturen in Deutschland auf die 40-Grad-Marke zusteuern, sorgen Winterdienst-Fahrzeuge in Thüringen für Aufsehen. Sie erfüllen eine wichtige Funktion.
Warum bei 30 Grad plötzlich der Winterdienst ausrücken muss
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In den sozialen Medien sorgt gerade ein kurioses Bild für Aufsehen: In Thüringen rückt der Winterdienst aus. Und das, obwohl die Temperaturen in Deutschland aktuell überall über 30 Grad liegen. Einige Regionen kratzen sogar an der 40-Grad-Marke, weshalb der Deutsche Wetterdienst (DWD) entsprechend warnt und Expertinnen und Experten schon längst zu Maßnahmen raten – vor allem potenziell gefährdeten Gruppen wie älteren Personen, Kindern oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Aber auch die Behörden werden tätig, was in Thüringen ganz offensichtlich auch den Winterdienst umfasst. Die entsprechenden Fahrzeuge wurden auf mehreren Landstraßen des Bundeslandes gesichtet, wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet.

Hohe Temperaturen schaden auch den Straßen

Den Berichten zufolge sind die Fahrzeuge bereits seit einigen Tagen im Einsatz, wie auch ein Sprecher des zuständigen Landesamts für Bau und Verkehr Nordthüringen offiziell bestätigte. Doch anstatt die Straßen zu räumen und stumpfe Mittel wie Splitt aufzutragen, um den Untergrund weniger rutschig zu machen, hat der Winterdienst aktuell die Aufgabe, den Asphalt herunterzukühlen.

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Heißer Asphalt ist in Sommern mit hohen Temperaturen nämlich ein großes Problem. Zwar schmilzt der Straßenbelag in der Sonne nicht einfach weg. Allerdings wird das Bitumen im Asphalt ab einer Oberflächentemperatur von etwa 60 Grad weich.

Darüberrollende Reifen können dann entsprechend Spuren hinterlassen; das Ergebnis wird auch als „blutende Decke“ bezeichnet Das führt nicht nur zu Straßenschäden, sondern ist auch für die Fahrerinnen und Fahrer ab einer gewissen Geschwindigkeit gefährlich. Gerade bei älteren Betonstraßen kann es nämlich auch vorkommen, dass sich das Material wölbt und aufbricht.

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Mit einem Winterdienst-Fahrzeug wird die Straße L2038 zwischen Lengefeld und der B247 im Unstrut-Hainich-Kreis bewässert, um diese zu kühlen
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Winterdienst soll helfen, die Straßen zu kühlen

Thüringen geht nun mit seinen Winterdienst-Fahrzeugen einen eigenen Weg, um die Straßen zu kühlen und Schäden zu vermeiden. Dabei werden die Sprühstrahlen genutzt, um Wasser auf dem Boden zu verteilen, das den Untergrund dann kühlen soll. Denn damit sich Asphalt auf die beschriebenen 60 Grad aufheizt, braucht es keine Lufttemperatur von tatsächlichen 60 Grad.

So reichen beispielsweise bereits Temperaturen um die 33 Grad aus, um eine Oberflächentemperatur von knapp 55 Grad zu erzeugen. Südliche Länder, in denen öfter solche Bedingungen herrschen, setzen für ihre Straßen deshalb längst auf andere Asphalt-Mischverhältnisse.

Übrigens wird teilweise im Sommer durch den Winterdienst auch ohne Glatteis Splitt aufgetragen. Dieser soll die Rutschgefahr durch die „blutende Decke“ verhindern und die Straße wieder griffiger machen.