Sommer, Sonne, Hitze – es ist teilweise ein schmaler Grat zwischen noch angenehmen Sommertemperaturen und dem Punkt, an dem es vielen zu heiß wird. Die aktuellen Temperaturen dürften für die meisten allerdings fraglos zu warm sein – und es soll noch heißer werden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schreibt dazu: „Unter hohem Luftdruck über Mitteleuropa strömt aus Süden zunehmend heiße bis sehr heiße, ab Freitag teils extrem heiße Luft nach Deutschland.“ Die Expertinnen und Experten warnen sogar vor einem möglichen Temperaturrekord in Deutschland. Stand jetzt liegt der Rekordwert bei 41,2 Grad und wurde im Juli 2019 aufgestellt.
Heat Dome liegt über Europa
Grund dafür ist ein sogenannter „Heat Dome“. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um eine Art Glocke, die durch Luftdruck entsteht und in diesem Fall verhindert, dass kühlere Luft in das Einzugsgebiet gelangen kann, während es sich im Inneren immer weiter aufheizt.
Diese Hitzeglocke betrifft nicht nur Deutschland, sondern weite Teile Europas. Italien hat bereits für viele Städte – darunter auch Rom und Mailand – die Warnstufe Rot ausgerufen, in Großbritannien wird am Temperaturrekord gekratzt, während dieser in Frankreich bereits gefallen ist und dort aufgrund der Hitze Zehntausende Haushalte ohne Strom auskommen müssen, weil ein Transformator überhitzt ist.

Heiße Tage und heiße Nächte sind ein Problem
Gleichzeitig wurde in Frankreich die heißeste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947 gemessen. Das bedeutet konkret, dass die niedrigste Durchschnittstemperatur in der Nacht bei 21,6 Grad lag. Nächte über 20 Grad werden auch als Tropennächte bezeichnet und stellen neben den Herausforderungen für Flora und Fauna auch eine gesundheitliche Gefahr dar, da der Körper nicht richtig abkühlen kann und das Herz-Kreislauf-System unter Dauerstress steht.
In Spanien wurden nachts an einigen Orten Temperaturen über 25 Grad, stellenweise sogar 30 Grad gemessen. Tagsüber gelten in einigen Ländern Europas Temperaturen jenseits der 40 Grad – auch für Deutschland. Regional kann es zudem zu Hitzegewittern kommen, die zusätzlich für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.
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Experten nennen Klimawandel als Treiber der aktuellen Hitzewelle
„Das Wettermuster hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich“, sagte Davide Faranda vom Projekt Climameter. „Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu 4 Grad Celsius hinzugefügt hat.“ Entsprechend nähere man sich den Grenzen dessen, woran sich Gesellschaften und auch heimische Ökosysteme noch anpassen könnten, erklärt der Experte.
Der Bevölkerung wird geraten, die Hitze unbedingt ernst zu nehmen. Besonders betroffen sind ältere Personen oder auch Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen. Aber auch gesunden und jungen Personen wird geraten, sich wenig draußen und vor allem möglichst in kühlen Räumen aufzuhalten und hydriert zu bleiben.
In Deutschland sterben schätzungsweise pro Jahr etwa 2.500 Personen aufgrund der Hitze. Je heißer es wird, desto höher steigt diese Zahl. So gab es laut Statistik des RKI im Jahr 2018 beispielsweise mehr als 8000 Hitzetote. Indirekt sorgen die Temperaturen zudem etwa auch für mehr Badetote, weil mehr Menschen Abkühlung im Wasser suchen.

