Vor allem im Zuge der wachsenden Fitness-Branche gibt es schon seit geraumer Zeit einen Run auf Protein-Produkte. Damit ist schon lange nicht mehr „nur“ Eiweißpulver gemeint. Längst gibt es diverse verwandte Produkte, die ebenfalls wenig Fett bei gleichzeitig viel Eiweiß versprechen – von Pudding über Riegel und Frühstücksflocken bis hin zu Brotaufstrich.
Die hohe Nachfrage kann allerdings aktuell vielerorts nicht mehr bedient werden, weshalb diverse Supermarktregale plötzlich leer bleiben, wie die „Lebensmittelzeitung“ berichtet. Das liegt vor allem daran, dass der grundlegende Rohstoff fehlt: Molkenprotein, auch Whey Protein genannt.
Was ist Molkenprotein überhaupt?
Bei Whey Protein handelt es sich um tierisches Eiweiß, das bei der Käseherstellung in der als Molke bezeichneten Restflüssigkeit übrig bleibt. Lange Zeit galt Molke als Reststoff, der vor allem zur Tierfütterung genutzt wurde. Längst weiß man, dass sich die Flüssigkeit aufgrund ihrer Inhaltsstoffe noch wertvoll weiterverwerten lässt. Neben Milchzucker sind nämlich auch Mineralstoffe, freie Aminosäuren und eben auch Molkenprotein enthalten.
Da die Herstellung somit allerdings eng an die Käseproduktion gebunden ist, tun sich nun Lieferengpässe auf. Die Branche hatte sich nämlich mit Blick auf Käse auf ein Wachstum von lediglich ein bis zwei Prozent eingestellt. Dann gab es allerdings einen Boom um das Molkenprotein als Nebenprodukt.

Wachstumserwartungen und anhaltender Hype führen zu leeren Regalen
Allein im deutschen Einzelhandel ist im Jahr 2025 von einem Angebotswachstum um fast 60 Prozent die Rede. Eine massiv gestiegene Nachfrage steht also einem bei weitem nicht so schnell wachsenden Angebot gegenüber. Das hat wiederum zur Folge, dass viele Produkte, die Molkenprotein enthalten, plötzlich vergriffen sind. Ähnliches ist bei Tofu zu beobachten. Dazu gehören auch bekannte Marken wie ESN oder More Nutrition, die vor allem in der Fitness-Szene beliebt sind.
Dazu kommt, dass die USA in den vergangenen Jahren einer der wichtigsten Produzenten in diesem Bereich waren. Da aber auch dort im Land die Nachfrage steigt, wird weniger exportiert. Teilweise werden die Lücken hierzulande zwar bereits geschlossen. Bis die Produktion nachgezogen ist, könnten aber noch ein bis zwei Jahre ins Land gehen.
Alternativen zu Molkenprotein
Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat das spürbare Folgen. Nicht nur, dass manche Protein-Produkte nur noch schwer zu bekommen sind. Auch die Preise haben bereits angezogen und werden das wohl auch in Zukunft noch tun.
Expertinnen und Experten empfehlen deshalb, möglichst auch Alternativen auszuprobieren. Als natürliche Eiweißquellen gelten etwa Thunfisch, Magerquark, Geflügel, Eier und Quinoa. Im Bereich der Eiweißpulver kann man unter anderem auf Erbsen- oder Sojaprotein setzen. Gerade bei pflanzlichen Produkten sollte man allerdings auf ein vollständiges Aminosäureprofil achten, indem man seine Ernährung entsprechend anpasst oder auf sogenannte Blends setzt, die eine Mischung bieten.
Dabei gilt, dass ein gutes Eiweißpulver einen Eiweißanteil von mindestens 75 Prozent aufweisen sollte. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste, da einige Produkte beispielsweise versteckten Zucker enthalten.

