Weihnachtsbaum entsorgen: Wer es falsch macht, riskiert ein Bußgeld

Zu Beginn eines neuen Jahres müssen viele noch ihren Weihnachtsbaum entsorgen. Dabei muss man auf einiges achten, wenn man kein Bußgeld riskieren möchte.
Weihnachtsbaum entsorgen: Wer es falsch macht, riskiert ein Bußgeld
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Ein Weihnachtsbaum gehört in vielen Haushalten zu den festen und unverrückbaren Traditionen in der Weihnachtszeit. Allein in Deutschland wurden zum Fest 2025 knapp 30 Millionen Christbäume verkauft. Der beliebte Brauch findet inzwischen aber auch in zahlreiche anderen Ländern Anwendung. Welche Baumart dabei gewählt und vor allem, wie der Baum dekoriert wird, ist sehr individuell. Zwischen den Jahren bleibt das geschmückte Grün oft noch stehen. Ab Neujahr beginnen allerdings die meisten, ihren Weihnachtsbaum abzuschmücken.

Doch anschließend landen die ehemals geschmückten Bäume nicht einfach im Müll. Stattdessen gelten für die Entsorgung von Weihnachtsbäumen strenge Regeln. Wer sich nicht daran hält und das Gewächs illegal entsorgt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 500 Euro. Dabei geht es zum einen darum, die Dekoration richtig zu entfernen. Aber auch der Ort der Entsorgung ist entscheidend. Wer zudem seinen Baum einfach auf die Straße oder den Fahrradweg legt, muss mit einer Geldstrafe von 60 Euro oder sogar mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Geschmückter Weihnachtsbaum steht in einem schicken Wohnzimmer
iStock / onurdongel

In den meisten Regionen gibt es kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten für alte Christbäume

In vielen Städten und Kommunen gibt es die Möglichkeit, den Weihnachtsbaum über die städtische Müllabfuhr abholen zu lassen. Dafür gibt es jedoch feste Tage, man kann den Baum also nicht jederzeit einfach an die Straße stellen. Die entsprechenden Termine findet man im Abfallkalender; in der Regel finden sie nicht vor dem 6. Januar statt. Für die richtige Abholung sollte der Baum gut sichtbar am Straßenrand stehen, komplett abgeschmückt und nicht zerkleinert oder abgepackt sein. Das hat den Hintergrund, dass die eingesammelten Christbäume anschließend in ein Biomassekraftwerk oder eine entsprechende Verbrennungsanlage gebracht werden, um Strom und Wärme zu erzeugen.

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In Städten, in denen es dieses Angebot nicht gibt, gelten hingegen bestimmte Sammelstellen. Alternativ müssen die Bäume zum Recyclinghof gebracht werden. Auch dabei gilt, dass die Pflanzen nicht mehr geschmückt oder eingepackt sein dürfen. In einigen Kommunen gibt es zudem die Tradition der sogenannten Knutfeste, also der Weihnachtsbaumverbrennung. Das Vorgehen kommt aus Schweden, hat sich aber auch in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten etabliert. In der Regel kann man seinen Baum entweder selbst mitbringen oder vorher etwa von der Feuerwehr abholen lassen. Letztere Möglichkeit gilt oft auch in Ortschaften, in denen ein Osterfeuer veranstaltet wird.

Offizielle Weihnachtsbaumverbrennung
IMAGO / Rene Traut

Man kann seinen alten Weihnachtsbaum auch spenden

Wer einen bio-zertifizierten Weihnachtsbaum gekauft hat, hat zudem die Möglichkeit, das Gewächs an einen Zoo zu spenden. Dort dient es zur Unterhaltung und auch als Tierfutter. Die Zertifizierung ist deshalb wichtig, damit sich die Tiere nicht mit Pestiziden vergiften. Entsprechende Gärtnereien, Baumschulen und Forstbetriebe stellen beim Kauf einen Nachweis aus. Bevorzugt nehmen Zoos und auch Tierparks Tannen und Fichten an.

Neben diesen offiziellen Entsorgungsmöglichkeiten gibt es kaum Optionen. Denn es ist strikt untersagt, seinen alten Weihnachtsbaum einfach in der freien Natur zu entsorgen. Unter anderem die BSR betont zudem, dass die Bäume auch nicht in die Biotonne gehören, da Stämme und Äste für die Vergärung ungeeignet seien. Wer alle Angebote und Abholtermine verpasst und nicht etwa die Option hat, das alte Holz (nachdem es gut durchgetrocknet ist) zu verfeuern, muss wohl oder übel den Gang zum Wertstoffhof antreten.