Einzigartige Wörter, die man nicht in andere Sprachen übersetzen kann

Einige Wörter gibt es nur in ihrer jeweiligen Sprache. In anderen Ländern kann man sie zwar umschreiben, aber nicht direkt übersetzen. Einige davon sind lustig, andere poetisch und manche beinahe tragisch.
Einzigartige Wörter, die man nicht in andere Sprachen übersetzen kann
iStock / Bet_Noire
Anzeige

Es gibt mehr als 6000 verschiedene Sprachen, die jeweils über ein Vokabular von nochmals vielen Tausend Wörtern verfügen. Während man viele davon direkt in andere Sprachen übersetzen kann, ist das bei einigen allerdings nicht möglich. Oft sind diese Begriffe etwa an kulturelle Konzepte geknüpft, was eine direkte Übersetzung schwierig macht. Diese Wörter kann man zwar in anderen Sprachen treffend umschreiben, aber eben nicht eins zu eins übertragen.

Einige dieser Begriffe gibt es auch im Deutschen. Dazu gehören etwa „Fernweh“, „Schadenfreude“ oder auch „Verschlimmbessern“. Ein Blick in andere Sprachen zeigt ein ähnliches Bild – was bei einigen Wörtern wirklich schade ist. So gibt es beispielsweise im Italienischen den Begriff „Abbiocco“. Das bedeutet übersetzt so viel wie „die Trägheit nach einer reichhaltigen Mahlzeit“. Dieses Gefühl kennen wohl alle und die italienische Sprache bietet dafür ein einziges, präzises Wort.

Etwas bekannter ist hingegen wahrscheinlich der Begriff „hyggelig“ aus dem Dänischen. Am ehesten könnte man das mit „gemütlich“, „kuschelig“ oder „heimelig“ übersetzen, aber das trifft es nicht ganz. Denn das Wort vereint eigentlich alle diese Adjektive auf einmal und soll ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln, das fast schon in das dänische Nationalverständnis eingegangen ist. Ob das auch beim finnischen Wort „Kalsarikännit“ der Fall ist, bleibt Spekulation. Dabei handelt es sich um eine Art Entspannungstechnik und es bedeutet übersetzt so viel wie „sich zu Hause in Unterhosen zu betrinken“. In Norwegen gibt es dafür das „Utepils“ – „ein Bier, das man draußen trinkt“.

Anzeige
Wörter übersetzen: Mehrere junge Leute stehen nebeneinander, wobei jeder eine kleine Landesflagge in der Hand hält
iStock / Prostock-Studio

Unübersetzbare Wörter sind oft an ein ganzes Konzept gebunden und deshalb schwer zu übersetzen

Eine Sprache, die ebenfalls einige unübersetzbare Worte bietet, ist Japanisch. „Kuchi sabishii“ wird am ehesten mit „keinen Hunger haben, aber trotzdem essen, weil der Mund einsam ist“ übersetzt. Gemeint ist ein Zustand, in dem man nicht aus Hunger, sondern aus Langeweile isst. Poetischer wird es bei dem Begriff „boketto“, einer Bezeichnung für gedankenverlorenes Schauen in die Ferne.

Aber auch die Schwedinnen und Schweden kennen einige schöne und unübersetzbare Wörter. „Fredagsmys“ bezeichnet das Gefühl der Entspannung an einem Freitag. „Mångata“, am ehesten übersetzbar mit „Mondstraße“, beschreibt den Lichtstrahl, der entsteht, wenn sich auf einer Wasseroberfläche der Mond spiegelt. Ähnlich, aber nicht ganz vergleichbar ist der türkische Begriff „yakamoz“, der sich vor allem auf das im Mondlicht funkelnde Wasser bezieht.

Anzeige

In Portugal gibt es ein Wort für die „Fähigkeit, schnell Dinge improvisieren zu können“; es lautet „Desenrascanço“. Bemerkenswert ist auch das Wort „cafuné“, das das zärtliche Streichen durchs Haar einer anderen Person beschreibt. Spanierinnen und Spanier haben dafür ein Wort für „die Unterhaltung nach dem Essen am Tisch“: „Sobremesa“. „Duende“ wiederum kann man wörtlich mit „Kobold“ oder „Geist“ übersetzen. Es bezeichnet in der Sprache aber auch die Macht, dass eine Person von einem Gemälde zutiefst bewegt ist.

Wörter übersetzen: Person verwendet ein mobiles Smartphone mit einem virtuellen Roboter zur Übersetzung
iStock / Pakin Jarerndee

Auch in (beinahe) toten Sprachen gibt es einzigartige Wörter

Unter den vielen, wunderschönen Wörtern aus Frankreich gibt es beispielsweise „Cercle vertueux“, den „tugendhaften Kreis“ oder „positiven Kreislauf“, wobei das nur spärliche Übersetzungen für eine Zeit sind, in der einfach alles gut läuft. In Schottland beschreibt man mit dem Wort „tartle“ hingegen das (Zurück)Grüßen einer Person, bei der man sich nicht sicher ist, ob man sie kennt und wenn ja, woher. Wenn Niederländerinnen und Niederländer hingegen von „Uitwaaien“ sprechen, dann meinen sie eine Pause, um den Kopf freizubekommen.

Zum Schluss kommt noch ein Wort, das für die meisten schwierig auszusprechen sein dürfte: „Mamihlapinatapai“. Der Begriff stammt aus der quasi ausgestorbenen Sprache der Ureinwohnerinnen und Ureinwohner des Feuerlandes, einer Inselgruppe im Süden von Südamerika. Das Wort beschreibt einen Blickwechsel, bei dem zwei Personen etwas wünschen, aber keiner den ersten Schritt wagt – das unausgesprochene Gefühl der gegenseitigen Erwartung.