Beschädigte Textilien landen oft einfach im Müll, anstatt dass sie geflickt werden. Dabei könnte man viele kleinere Löcher und Risse in der Kleidung ohne Weiteres reparieren. Je nach Art des Schadens ist das auch bei größerer Beschädigung möglich. Künftig kann man kaputte Kleidung auch zu Tchibo bringen. Das beliebte Einzelhandelsunternehmen testet nämlich einen neuen Reparaturservice.
Tchibo-Kunden können Kleidung reparieren lassen
Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, handelt es sich dabei zunächst um ein sechsmonatiges Pilotprojekt. Dabei kann man nicht sämtliche Kleidung über Tchibo reparieren lassen, dafür aber eine Menge Teile, die man bei dem Händler gekauft hat. Dazu gehören etwa Hosen, Jacken, Kleider, Rucksäcke oder auch Kinderbekleidung.
Passend zum Thema: Die neuen Rückgabe-Regeln für E-Vapes
Dafür arbeitet Tchibo mit dem Düsseldorfer Start-up Repair Rebels und dem Upcycling-Unternehmen Bridge&Tunnel zusammen. Der Preis hängt dabei vom Kleidungsstück ab und bewegt sich zwischen 14,99 Euro und 29,99 Euro.
Bislang bietet Tchibo in erster Linie einen Ersatzteilservice für seine Möbel und vor allem für Kaffeemaschinen an. Für letztere kann man beispielsweise auch schon eine Video-Inspektion buchen.

Neues Gesetz zur Nachhaltigkeit der Textilbranche geplant
Der Test geschieht vor dem Hintergrund des angekündigten Textilgesetzes. Dieses befindet sich aktuell in der Vorbereitung und soll bis Juni 2027 in Kraft treten. Geplant ist unter anderem eine Erweiterung der Verantwortung der produzierenden Unternehmen. „Künftig sollen Hersteller die Verantwortung für die Sammlung und Verwertung von Alttextilien übernehmen“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums.
Auf diese Weise soll das Problem mit Altkleidern, das vor allem durch Fast Fashion verursacht wird, reduziert werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte dazu: „Je mehr Textilien die Hersteller auf den Markt bringen und je minderwertiger die Ware ist, desto mehr müssen sie beitragen“. Das bezieht sich vor allem auf billige Importware aus dem Ausland. Tchibo ist aber ein Beispiel dafür, wie auch hiesige Unternehmen mit dem Gesetz umgehen können.

