Einweg-Plastiktüten sind in deutschen Supermärkten seit 2022 verboten. Die Maßnahme soll Ressourcen schonen und die Umwelt vor Vermüllung und Verschmutzung schützen. Spätestens seitdem sind Stoffbeutel auf dem Vormarsch, die stattdessen zum Einsatz kommen. Entsprechend gelten sie als umweltfreundlich und nachhaltig, da man sie vielfach verwenden kann.
Allerdings kosten natürlich auch Stoffbeutel Ressourcen in der Herstellung und haben entsprechend einen eigenen CO2-Abdruck. Wie genau schneiden die Beutel also wirklich im Vergleich zu Plastiktüten ab?
Was den besseren CO2-Fußabdruck hat
Der Vergleich hinkt ein wenig, da man natürlich auch bei Plastiktüten zwischen Einweg und Mehrweg unterscheiden muss. Grundsätzlich kann man aber festhalten: Je öfter man einen Tragebehälter benutzt, desto besser ist es fürs Klima und desto mehr lohnt er sich diesbezüglich. Schaut man sich den Vergleich hinsichtlich des CO2-Fußabdrucks genauer an, dann ergibt sich dennoch eine recht eindeutige Ökobilanz.
So hat beispielsweise eine Rechnung der britischen Umweltbehörde ergeben, dass sich ein Stoffbeutel im Schnitt nach etwa 131 Nutzungen rechnet. Wie oft genau, hängt allerdings im Zweifel vom Material ab. Das erklärt auch die große Spanne von 50 bis 150 Nutzungen, die man an anderer Stelle findet.

Stofftaschen sollte man mindestens ein Jahr benutzen
Geht man von den 131 Nutzungen aus, dann hat sich ein solcher Stoffbeutel nach etwa 15 Monaten gerechnet, wenn man davon ausgeht, dass eine Person zweimal die Woche damit einkaufen geht. Das halten die meisten Beutel locker durch, sodass man getrost in der Rechnung auf sie setzen kann. Das greift aber eben auch nur, wenn man sie tatsächlich nutzt und nicht einfach im Schrank liegen lässt.
Die Zahlen ergeben sich aus verschiedenen Faktoren, die sich unter anderem auf den Anbau der verwendeten Materialien beziehen. Die gängigen Stoffbeutel sind meist aus Baumwolle, die wiederum beim Anbau recht viel Wasser verbraucht und zudem große Anbauflächen erfordert. Zudem ist der Energieaufwand bei der Herstellung höher als bei einer Plastiktüte.
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Auf das Verhältnis kommt es an
Teilweise findet man aber auch weitaus höhere Zahlen im Internet. Besonders oft taucht dabei die 7.100 auf. Diese Zahl beruht auf einer vieldiskutierten dänischen Studie aus dem Jahr 2018. Allerdings ist die Summe mit Vorsicht zu behandeln. Denn die Zahl bezieht sich nicht auf den CO2-Fußabdruck.
Stattdessen haben die Forscherinnen und Forscher gezielt auf den Ozonabbau und die Toxizität von Düngemitteln beim Baumwollanbau geschaut. Diesbezüglich schneiden Stoffbeutel aus Baumwolle rein in der Herstellung tatsächlich so schlecht ab. Allerdings wurde ein wichtiger Faktor im Vergleich mit Plastiktüten in dieser Betrachtung außen vor gelassen: das Müllproblem.
Denn Plastik verrottet nicht einfach, sondern zerfällt viel langsamer. Zudem werden dabei schädliche Stoffe freigesetzt, die in die Umwelt gelangen. Unterm Strich kann man also sagen, dass Plastiktüten in der reinen Herstellung weniger Energie und Ressourcen verbrauchen, sich aber auf lange Sicht gegenüber Stoffbeuteln nicht behaupten können. Aber: Die umweltfreundlichste Tasche ist am Ende immer die, die man sowieso schon zu Hause hat.

