Polizei findet Sprengvorrichtung: Mutmaßlicher Anschlag auf Umspannwerk in Brandenburg

Am Dienstag entdeckte die Polizei in Brandenburg eine Sprengvorrichtung in der Nähe eines Umspannwerks. Die Ermittler gehen von einem mutmaßlichen Anschlag aus. Der Netzbetreiber äußerte sich und gab Entwarnung.
Polizei findet Sprengvorrichtung: Mutmaßlicher Anschlag auf Umspannwerk in Brandenburg
Lilia Solonari/Shutterstock

Die Polizei hat den Fund einer Sprengvorrichtung bekannt gegeben. Nachdem in den vergangenen Wochen über mehrere Drohnen am Flughafen Leipzig und im umliegenden Gebiet berichtet wurde, kam es nun offenbar zu einem weiteren mutmaßlichen Anschlag in Brandenburg.

Anzeige

Das Umspannwerk in Turnow-Preilack in der Nähe des Kohlekraftwerks Jänschwalde soll das Ziel der Täter gewesen sein. Die Vorrichtungen wurden vor Ort entdeckt und entschärft. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg hat daraufhin die Ermittlungen übernommen. Ersten Aussagen der Polizei zufolge sei es zu einer möglichen Sachbeschädigung an einer Leitung gekommen. Bei dem Fund handelt es sich um eine „unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung“.

Das Kraftwerk Jänschwalde
picture alliance

Polizei gibt Fund von Brand- und Sprengvorrichtung bekannt

„Spuren werden gesichert“, hieß es in einem Statement. Schon gegen 8 Uhr morgens soll es zu dem mutmaßlichen Anschlag gekommen sein. Die Polizei erklärte der Tagesschau zufolge, dass sie den Vorfall „sehr ernst“ nehmen würde. Die Ermittler nehmen an, dass die Täter die Stromeinspeisung von Block E des Kohlekraftwerks unterbrechen wollten. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestünde allerdings nicht. Durch Sicherheitsmechanismen im Netz führt die Beschädigung einzelner Leitungen an einem Umspannwerk in der Regel jedoch nicht direkt zu einem großflächigen Stromausfall bei Verbrauchern.

Anzeige

Mehr dazu: Neue Hinweise: Ermittler entdeckten weitere Drohne mit Sprengstoff in Leipzig

Schon im Januar kam es zu Anschlägen auf Starkstromleitungen in der Nähe eines Kraftwerks. Die Leitungen wurden angezündet und ein Kurzschluss wurde erzeugt. Mehr als 45.000 Haushalte blieben daraufhin tagelang ohne Strom. Die linksextremistischen „Vulkangruppen“ haben sich anschließend zu dem Anschlag bekannt. Wer für den aktuellen Fund der Sprengvorrichtungen verantwortlich sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar. Der mutmaßliche Angriff auf das Umspannwerk wurde gegenüber der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ bestätigt.

Anzeige

Der Netzbetreiber äußert sich und gibt Entwarnung

Bislang unbekannte Täter haben heute Morgen vermeintlich Sachbeschädigungen an mehreren Leitungen im Übertragungsnetz von 50Hertz begangen. 50Hertz arbeitet eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären“, heißt es außerdem in einem Statement des Netzbetreibers, der für das betroffene Umspannwerk verantwortlich ist. Ein kurzzeitiger örtlicher Stromausfall sei schnell behoben worden und es besteht kein Grund zur Sorge.