Schottland ist unter anderem für seine facettenreiche Geschichte und Traditionen, Whisky und seine Highland Cows bekannt, aber auch für seine zahlreichen Schlösser und Burgen. Einige davon sind bereits zu Ruinen zerfallen, andere sind hingegen noch hervorragend erhalten. Aktuell gibt es die Chance, ein Schloss aus der letztgenannten Kategorie zu erwerben: Glengorm Castle.
Schloss mit großem Anwesen und Meerblick zu verkaufen
Das Objekt liegt auf der weltberühmten Isle of Mull an der Westküste Schottlands. Es handelt sich um die zweitgrößte Insel der Inneren Hebriden, die unter anderem für ihre spektakuläre Landschaft bekannt ist. Das zivilisatorische Herz der Insel ist der kleine Ort Tobermory, der sich um einen alten Fischerhafen herum gebildet hat.
Das Örtchen hat trotz seiner geringen Größe einige Sehenswürdigkeiten und wesentliche Infrastruktur zu bieten. Das sehr gut erhaltene Glengorm Castle liegt nur etwa 5 Meilen entfernt. Das Schloss befindet sich, wie auch der Ort, an der nördlichen Seite der Isle of Mull.
Das Anwesen umfasst insgesamt 17 Gebäude und erstreckt sich über rund 1.500 Hektar. Dazu gehört außerdem ein ausgedehntes Grundstück mit 105 Hektar Wald, gut 1.350 Hektar Weideland und einem etwa 5 Kilometer langen eigenen Küstenabschnitt.

Vielseitige Nutzung möglich
Das Hauptgebäude mit insgesamt 18 Schlafzimmern stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde im schottischen Baroniestil erbaut. Entsprechend findet man an dem stellenweise fast an eine Festung erinnernden Glengorm Castle mit seinen Türmen und Giebeln auch einige neugotische Elemente. Zurzeit wird das Gebäude vor allem als Ferien- und Gästehaus genutzt. Auch die umliegenden Häuser auf dem Gelände sind renoviert und können gemietet werden. Man kann das Anwesen zudem etwa für Hochzeiten buchen.
Seit den 70er-Jahren wird auf dem Gelände zudem vermehrt Landwirtschaft betrieben. So findet man dort unter anderem Schafe und Rinder, einen Hofladen und auch ein kleines Café. Grund dafür ist die Familie Nelson, der das Anwesen seit 1970 gehört. Aber auch darüber hinaus hat Glengorm Castle eine bewegte Geschichte zu bieten.
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Laut Legende war der Erbauer von Glengorm Castle verflucht
Der Bau der heutigen Sehenswürdigkeit stand nämlich unter keinem guten Stern. Die Ursprünge von Glengorm Castle liegen nämlich in den sogenannten Highland Clearances, der Vertreibung der Gälischsprachigen, einer Spätfolge der Jakobitenaufstände im 18. Jahrhundert, zu deren Zeit beispielsweise die beliebte Serie „Outlander“ spielt.
Verantwortlich für den Bau des Anwesens auf der Isle of Mull war James Forsyth, der dafür zahlreiche Einheimische systematisch und gegen ihren Willen umsiedeln ließ. Dafür soll er Pächter und Kleinbauern gezielt vertrieben haben und auch vor Brandstiftung nicht zurückgeschreckt sein. Viele der vertriebenen Familien ließen sich dann in Tobermory nieder.
Einer lokalen Legende zufolge verfluchte einer der vertriebenen Pächter Forsyth und prophezeite ihm, dass er die Fertigstellung des Schlosses nicht mehr erleben würde. Und tatsächlich starb der Bauherr dann im Jahr 1863, kurz vor der Fertigstellung des Schlosses, bei einem Reitunfall. Sein damals 18-jähriger Sohn, James Noel Müller Forsyth, stellte Glengorm Castle daraufhin fertig.

Verkäufer erwarten großes Interesse an dem schottischen Schloss
Britische Medien berichten einstimmig von einer besonderen Immobilie; das Ganze hat aber entsprechend auch seinen Preis. Dieser liegt aktuell bei 9 Millionen Pfund Sterling, was umgerechnet in etwa 10,5 Millionen Euro sind. „Gelegenheiten dieser Art, bei denen historische Architektur, ökologische Bedeutung, hoher Lebensstil und wirtschaftliche Stabilität so harmonisch zusammenwirken, sind außerordentlich selten“, heißt es von der für den Verkauf verantwortlichen Firma Savills.

