Luxus-Villa samt Privatinsel zum Verkauf: Dahinter steckt eine mysteriöse Legende

140 Hektar Land, eine vierstöckige Luxus-Villa und eine Aussicht, die Hollywood-Filmen Konkurrenz macht: Cromwell Island in Montana ist ein Traum für Immobilien-Liebhaber mit tiefen Taschen. Aber auch für Abenteurer ist die Privatinsel, die aktuell zum Verkauf steht, interessant – aufgrund einer alten Legende.
Luxus-Villa samt Privatinsel zum Verkauf: Dahinter steckt eine mysteriöse Legende
IMAGO / Jam Press

Mit dem nötigen Kleingeld kann man aktuell im US-Bundesstaat Montana eine gut gelegene Privatinsel mit 348 Acre Land (umgerechnet ca. 140 Hektar) inklusive einer luxuriösen vierstöckigen Villa erwerben. Diese liegt malerisch auf einer Anhöhe in der Nähe des Ufers. Nur ein kleiner Abhang und einige Bäume trennen das Anwesen vom Flathead Lake.

Die Insel heißt Cromwell Island und „Kleingeld“ bedeutet in diesem Fall 72 Millionen Dollar (umgerechnet ca. 60,5 Millionen Euro). Dafür bekommt man allerdings nicht nur ein prestigeträchtiges Objekt, das zu den exklusivsten in den USA zählt, vor einer Szenerie, die der in der Erfolgsserie „Yellowstone“ Konkurrenz macht. Man kauft auch eine bemerkenswerte Geschichte gleich mit dazu.

Privatinsel Cromwell Island mit Luxus-Villa in Montana
Hall and Hall

Privatinsel in Montana steht nun doch zum Verkauf

Die Insel und die darauf stehende Luxus-Villa gehörten dem Unternehmer Robert M. Lee, Gründer der Luxusmarke „Hunting World“. Lee war unter anderem für seine Abenteuerlust bekannt, insofern scheint der Standort seines Traumhauses in nahezu unberührter Natur am Gletschersee Flathead Lake kein Zufall zu sein. Er hatte die Insel bereits in den 1980er-Jahren gekauft und schon früh mit dem Bau des enormen Anwesens begonnen.

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Allerdings blieb das Bauprojekt am Ende unvollendet, weil Lee und seine Frau Anne ihren Wohnsitz nach zehn Jahren nach Kalifornien verlegten. Im Jahr 2016 verstarb der Unternehmer dann allerdings im Alter von 88 Jahren. Zunächst wollte seine Witwe die Privatinsel mit allem, was dazugehört, behalten. Inzwischen steht das Eiland samt Luxus-Immobilien allerdings doch zum Verkauf.

Der Plural ist hier auch deshalb nötig, weil neben dem riesigen Hauptanwesen zudem eine Villa nur für Gäste zur Verfügung steht. Dazu kommt auch eine große Steganlage. Allerdings macht nicht nur das die Immobilie so interessant. Denn auch der die Insel umgebende Flathead Lake hat einiges zu bieten – inklusive einer uralten Legende um ein Seeungeheuer.

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Privatinsel Cromwell Island
IMAGO / Jam Press

Der Flathead Lake hat seine eigene Nessie-Legende

Das sogenannte „Flathead Lake Monster“ ist tief in der Folklore von Montana verankert und entstammt der Sagenwelt der indigenen Kutenai. Die Legende besagt, dass der erste Stamm der Ureinwohner damals auf einer Insel mitten im See lebte. Dabei dürfte es sich allerdings nicht um Cromwell Island, sondern eher um die direkt danebenliegende Wild Horse Island gehandelt haben.

Der Legende zufolge sollen zwei Mädchen dabei im Winter, als der See zugefroren war, zwei große Geweihstangen gesehen haben, die bei genauerer Betrachtung zu einer gewaltigen Seeschlange gehörten. Die Mädchen konnten dem Monster dank besonderer Kräfte zwar entkommen, die Hälfte des Stammes soll dabei allerdings im See ertrunken sein.

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In den Überlieferungen der Kutenai ist das der Grund dafür, dass sich der Stamm nie mehr weit vom Ufer entfernte. Und auch weiße Siedler berichteten später von Sichtungen eines riesigen Monsters im Wasser. Um die weit über 100 gemeldeten Sichtungen haben sich zahlreiche lokale Legenden um das Seeungeheuer gebildet, das in Anlehnung an „Nessie“ vom Loch Ness in Schottland auch liebevoll „Flessie“ genannt wird.

Das Innere der Luxus-Villa auf der Privatinsel Cromwell Island in Montana: Links ein unfertiger großer Raum mit Fenster, rechts eine imposante Treppe noch im Rohbau
Hall and Hall

Privatinsel gehört zu den exklusivsten Immobilien in den USA

Auch heute ist „Flessie“ noch eine kleine Touristenattraktion; im Schnitt gibt es noch etwa ein bis zwei Meldungen über eine Sichtung pro Jahr. Dabei gibt es durchaus auch positive Geschichten darüber, wie das Monster etwa einen dreijährigen Jungen vor dem Ertrinken gerettet haben soll.

Mindestens genauso faszinierend finden viele aber auch das Anwesen auf Cromwell Island, das stellenweise auch als Lost Place bezeichnet wird. Dazu haben auch Bilder der Villa auf der Privatinsel beigetragen, die das unfertige Bauwerk zeigen. Darauf zu sehen ist nämlich nicht nur die Fassade des Gebäudes aus sandfarbenen Steinen, die auch dank vielen Außentreppen und Terrassen beinahe an ein europäisches Schloss erinnert.

Auch vom Inneren gibt es einiges an Bildmaterial, das den Zustand der Baustelle zeigt. Obwohl die neuen Eigentümer noch einiges zu tun haben, lassen sich bereits große Hallen mit breiten Fensterfronten und imposante Treppenaufgänge erahnen. Insgesamt sollen damals von Robert M. Lee neben drei bis vier Schlafzimmern auch neun Badezimmer und eine extrem aufwändige Ausstattung geplant gewesen sein.