Schimmelpilzgift entdeckt: Großer Rückruf für zwei Reissorten

Ein Bremer Unternehmen startet einen Rückruf für zwei seiner Reissorten, weil darin Schimmelpilzgift entdeckt wurde; bei Verzehr drohen gesundheitliche Folgen. Einige Kunden bemängeln jedoch die Kommunikation in dieser Angelegenheit.
Schimmelpilzgift entdeckt: Großer Rückruf für zwei Reissorten
iStock / TinaFields

Die in Bremen ansässige Firma Reishunger hat proaktiv einen Rückruf für zwei ihrer Reissorten gestartet: den Bio-Basmatireis und den Bio-Mix aus Basmati- und Wildreis. Grund dafür sind gefundene Spuren von Aflatoxin B1, einem natürlich vorkommenden Schimmelpilzgift. Dieses wurde offenbar bei einer stichprobenartigen Routineuntersuchung von bereits verkaufter Ware entdeckt, wobei die Werte über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten lagen.

Aflatoxine, zu denen auch Aflatoxin B1 gehört, gelten bei regelmäßigem Verzehr als leberschädigend und krebserregend. Gefährlich und deshalb erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Schimmelpilzgift hitzestabil ist, wie auch die Firma Reishunger in ihrem Rückruf erklärt. Das bedeutet, dass die Mykotoxine beim Kochen nicht zerstört werden. Der Rückruf stammt von Ende März; einige Kundinnen und Kunden kritisieren, dass sie nicht ausreichend gewarnt wurden, obwohl das Produkt bundesweit verkauft wurde.

Diese Chargen sind von dem Rückruf betroffen

Insgesamt umfasst der Rückruf in der Mitteilung von Reishunger fünf Chargen. Darüber hinaus seien keine Produkte betroffen. Wie üblich sollten Kundinnen und Kunden dabei zum einen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und zum anderen auf die Chargennummer achten. Beide Informationen findet man auf der Rückseite, direkt über dem Strichcode.

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  • Bio Basmati 200 g, MHD 06.11.2027, Chargennummer 21488
  • Bio Basmati 3 kg, MHD 16.11.2027, Chargennummer 21489
  • Bio Basmati 600 g, MHD 25.01.2028, Chargennummer 21674
  • Bio Wildreis Basmati Reis Mix 600 g, MHD 11.11.2027, Chargennummer 21452
  • Bio Wildreis Basmati Reis Mix 3 kg, MHD 23.11.2027, Chargennummer 21453

Betroffenen Kundinnen und Kunden wird empfohlen, das Produkt keinesfalls zu verzehren und stattdessen zu entsorgen. Der Kaufpreis wird vom Hersteller erstattet.

Rückruf: Etikett eines betroffenen Reisprodukts
Lebensmittelwarnung.de

Ärger um die Kundenkommunikation

Wie unter anderem der „Weser-Kurier“ (Artikel hinter Bezahlschranke) berichtet, gab es Kritik vonseiten der Kundschaft an der Kommunikation des Unternehmens. So berichtete ein Betroffener, dass er lediglich über Dritte von dem Rückruf erfahren habe. Da es sich um einen Online-Shop handelt, bei dem das Unternehmen dementsprechend nachvollziehen kann, wer welches Produkt gekauft hat, hätte sich der Kunde eine direkte Kommunikation gewünscht.

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Besonders bei Lebensmitteln wie Reis, die lange haltbar sind, kann das problematisch sein. Die Produkte werden teilweise über Monate eingelagert, weshalb Verbraucherinnen und Verbraucher Hinweise auf Rückrufe zunehmend übersehen. Wie Reishunger auf Anfrage des „Weser-Kuriers“ mitteilte, habe man sich bewusst für eine zentrale und verlässliche Kommunikation über offizielle Kanäle und die eigene Website entschieden.