EU verschärft Plastiktüten-Verbot: Beliebte „Knotenbeutel“ sollen verschwinden

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich bei ihrem Einkauf im Supermarkt auf eine wichtige Änderung einstellen. Aufgrund verschärfter EU-Regeln sollen die beliebten „Knotenbeutel“ verschwinden, was vor allem auf kleinteilige Einkäufe Auswirkungen haben wird.
EU verschärft Plastiktüten-Verbot: Beliebte „Knotenbeutel“ sollen verschwinden
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Schon heute dürften Kundinnen und Kunden beim Einkaufen bemerken, dass Plastiktüten nicht mehr selbstverständlich verfügbar sind. In vielen Supermärkten und Discountern sind Tüten aus Kunststoff bereits komplett verschwunden und in den nächsten Jahren sollen weitere Einschränkungen in diesem Bereich dazukommen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das, dass für sie gewohnte Verpackungslösungen verschwinden und sie sich entsprechend umstellen müssen. Einen entscheidenden Schritt bei dieser Änderung stellt der „Europäische Green Deal“ dar, der das Verpackungsrecht in der EU grundlegend überarbeitet.

Ziel des Deals ist es, die Müllmenge zu reduzieren und Nachhaltigkeit zu fördern. In diesem Rahmen wurden bereits 2022 Plastiktüten mit einer Wandstärke von unter 0,05 Millimetern verboten. Allerdings waren bei dieser Regelung sowohl dickere Kunststofftüten als auch die sogenannten „Knotenbeutel“ noch erlaubt. Darunter versteht man die extrem dünnen Plastiktüten, die Kundinnen und Kunden im Supermarkt üblicherweise beim Obst und Gemüse finden. Dort sollen sie helfen, etwa einzeln verfügbares Obst und Gemüse einpacken zu können. Damit soll allerdings bald Schluss sein.

Obst und Gemüse in dünnen Plastiktüten abgepackt
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Plastiktüten sollen nach und nach aus den Supermärkten verschwinden

Ab 2030 sollen „die dünnen Tütchen mit weniger als 15 Mikrometern Wandstärke“ in ganz Europa verboten werden, heißt es von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegenüber „T-Online“. Plastiktüten stellen der Organisation zufolge nach wie vor ein großes Problem für die Umwelt dar, zumal sie nach wie vor enorm billig produziert und auch entsprechend günstig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern landen. Zwar fallen in einigen Supermärkten und Discountern kleinere Gebühren für die Tüten an. Diese bewegen sich jedoch im niedrigen einstelligen Cent-Bereich.

Die Regelungen der EU könnten allerdings schon vor dem eigentlichen Verbot im Jahr 2030 Veränderungen bewirken. So bieten zunehmend Händler Alternativen zu den dünnen Plastikbeuteln an. So findet man etwa bei Obst und Gemüse immer häufiger kleine Papiertüten, um seine Ware abzupacken. Am effektivsten und umweltschonendsten gilt allerdings, wenn sich Kundinnen und Kunden, die entsprechende Abpackmöglichkeiten beim Einkaufen benötigen, diese selbst mitbringen – am besten in Form von wiederverwendbaren Mehrwegbeuteln.