Deutscher Autozulieferer insolvent: Warum jetzt die Rolls-Royce-„Emily“ wackelt

Weil ein Investor nicht wie versprochen zahlte, ist Zulieferer Paragon nun insolvent. Das betrifft auch die legendäre Automarke Rolls-Royce, genau genommen die bekannte Kühlerfigur auf der Motorhaube.
Deutscher Autozulieferer insolvent: Warum jetzt die Rolls-Royce-„Emily“ wackelt
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Monatelang wurde verhandelt und geprüft, am Ende stand ein zugesagter schriftlicher Deal von zwölf Millionen Euro – dieser Betrag kam aber nie beim deutschen Unternehmen Paragon an. Der Autozulieferer musste daraufhin für drei Gesellschaften Insolvenz beantragen. Die Folgen dieser Maßnahme sind noch nicht vollumfänglich abzusehen. Allerdings ist bereits klar, dass auch ein wirklich großer Name indirekt betroffen ist: Rolls-Royce.

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Der deutsche Zulieferer ist nämlich für ein ikonisches Element der bekannten Automarke verantwortlich, die sogenannte „Emily“. Dabei handelt es sich um die Kühlerfigur auf der Motorhaube, die korrekterweise eigentlich „Spirit of Ecstasy“ genannt wird.

Deutscher Zulieferer ist insolvent

Von der Insolvenz betroffen sind die Paragon GmbH & Co. KGaA sowie die Töchter Paragon electronic und Paragon movasys. Das wirkt sich auch auf insgesamt gut 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vorrangig am Standort Suhl (Thüringen), aus. Insgesamt sind allerdings sechs deutsche Standorte von der Insolvenz betroffen.

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Grund für die geplatzten Investitionen ist die Tejascore Techsystems Inc. aus Indien. Der Deal sollte dabei helfen, bereits bestehende Schulden bei Lieferanten zu tilgen. Diese können nun nicht zurückgezahlt werden, da Tejascore die versprochenen zwölf Millionen Euro nie gezahlt hat. Darüber hinaus gab Paragon an, dass die behaupteten Finanzmittel von Tejascore, die sich auf 100 Millionen Dollar belaufen sollen, gar nicht existieren.

Das Geld sollte über einen Börsengang in New York eingenommen werden, was allerdings fehlschlug. Es steht offiziell der Verdacht des Betrugs im Raum. Doch wie wirkt sich das nun auf „Emily“ und Rolls-Royce aus?

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Spirit of Ecstasy („Emily“) Kühlerfigur von Rolls-Royce Nahaufnahme
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Was Rolls-Royce mit Paragon zu tun hat

Der britische Luxus-Automobilhersteller Rolls-Royce, der seit dem Jahr 2000 Teil des BMW-Konzerns ist, lässt einen wichtigen Teil seiner berühmten Kühlerfigur von Paragon movasys in Landsberg am Lech anfertigen. Dabei geht es konkret um den Mechanismus, mit dem die Figur langsam und geschmeidig aus der Motorhaube hinausfährt.

Vorläufig sollte sich die Insolvenz nicht auf Rolls-Royce auswirken, da die Geschäftsführung von Paragon damit rechnet, den Betrieb weiterlaufen lassen zu können. Löhne und Gehälter der Angestellten sind durch das Insolvenzgeld fürs Erste gesichert. Auch operativ steht der Zulieferer eigentlich nicht schlecht da. Nur die angesprochenen kurzfristig benötigten Gelder für Lieferanten sind ein Problem.

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Wie geht es jetzt weiter?

Darüber hinaus wäre das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bis 2028 durchfinanziert. Allerdings hat nun der Aktienkurs bereits empfindlich auf die Insolvenz reagiert. Ein wichtiges Datum wird „boerse-express“ zufolge der 7. Oktober sein; an diesem Tag wird der testierte Konzernabschluss vorgelegt. Im besten Fall findet sich ein solventer Investor, der dabei hilft, das Finanzierungsloch von zwölf Millionen Euro zu schließen.

Mit Blick auf Rolls-Royce ist relevant, dass Paragon für rund 94 Prozent seines Umsatzes sogenannter „Sole Supplier“, also der alleinige Zulieferer, ist. Automobilhersteller dürften also ein massives Interesse daran haben, dass das Unternehmen operativ handlungsfähig bleibt.