Könnten sich im Inneren der Erde erhebliche Wassermassen befinden? Forscher sagen „ja“ und haben kürzlich entsprechende Hinweise veröffentlicht. Die neuen Details stammen aus einer neuen Studie des Guangzhou-Instituts für Geochemie in China. Die Wassermengen sollen so enorm sein, dass sie einen gigantischen Ozean ausmachen könnten.
Allerdings sind sie den Erkenntnissen zufolge nicht flüssig. Stattdessen sollen sie im Gestein eingeschlossen sein. Der untere Erdmantel kann demnach Wasser über einen Zeitraum von Milliarden Jahren speichern. Hinter diesem Phänomen verbergen sich bestimmte Mineralien. Die Kristallstrukturen dieser Mineralien können das Wasser binden.

Forscher machen Entdeckung: Befindet sich ein riesiger Ozean im Inneren der Erde?
Insbesondere Bridgmanit soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Es handelt sich um ein Mineral, das sehr häufig im unteren Erdmantel vorkommt. Es macht ganze 40 Prozent unseres Planeten aus, doch es ist weniger bekannt, da es nur im Erdinneren sowie in Meteoriten vorkommt. Die chinesische Geochemikerin Dr. Wenhua Lu nutzte gemeinsam mit ihrem Team moderne Hochdruckexperimente, um den Bedingungen tief unter Erde näherzukommen. Die Wassermengen werden deshalb als „Ozean“ bezeichnet, da es sich um einen Teil des Wassers aus dem frühen Magmaozean handeln soll.
„Ende des Lebens“: Zu diesem Datum geht der Erde laut Studie der Sauerstoff aus
Kurz nach der Entstehung des blauen Planeten soll dieser Magmaozean Wassermassen enthalten haben, die dem Volumen von einem bis zwölf heutigen Weltmeeren entsprechen. Die Experimente des Teams haben gezeigt, dass Bridgmanit wesentlich mehr Wasser aufnehmen kann als bisher angenommen. Die Forscher möchten aufgrund der neuen Erkenntnisse den Wasserkreislauf der Erde noch einmal aus einem neuen Blickwinkel beleuchten. Es soll nun geklärt werden, inwieweit der Wasserspeicher die Bewegung der Erdplatten und auch die Entstehung der heutigen Meere beeinflusst hat.
