Medaillen-Panne bei Olympia: Komitee überprüft Schäden am Edelmetall

Bei Olympia kam es bereits mehrfach zu teilweise schweren Schäden an den Medaillen. Jetzt ermittelt das Olympisches Komitee.
Medaillen-Panne bei Olympia: Komitee überprüft Schäden am Edelmetall
picture alliance

Eine Olympische Medaille ist für viele Athletinnen und Athleten das ultimative sportliche Ziel. Immerhin findet das Mega-Event nur alle vier Jahre statt; die dadurch bereitete Bühne ist oft die größtmögliche, vor allem für kleinere Sportarten. Umso ärgerlicher ist es, wenn das hart erkämpfte Edelmetall dann direkt den ersten Belastungstest nicht besteht.

Bei den aktuellen Olympischen Spielen in Italien ist das offenbar bereits mehrfach der Fall gewesen. So ist die Rede vor allem von Medaillen, die beim Hüpfen abgerissen sind. Einige Abzeichen haben dadurch bereits innerhalb kürzester Zeit starke Kratzer abbekommen und bei einigen soll ein kleines Teil abgebrochen sein, wie etwa bei der Schwedin Ebba Andersson.

Auch der deutsche Biathlet Justus Strelow ist betroffen, der in der Mixed-Staffel Bronze gewonnen hatte. Der Vorfall wurde auf Video festgehalten und vom DSV ironisch mit „Hey Olympia, was ist mit den Medaillen los?“ kommentiert. Dahinter scheint also ein größeres Problem zu stecken.

Das deutsche Biathlon-Team nach Gewinn der Bronzemedaille in der Mixed-Staffel bei Olympia 2026
picture alliance

OK kündigt Untersuchung der Pannen-Serie bei Olympia-Medaillen an

Denn neben Ebba Anderson und Justus Strelow sind etwa auch die Olympia-Siegerinnen Breezy Johnson und Alysa Liu betroffen. Dass das Olympische Komitee um das Problem weiß, zeigt ein aktuelles Statement, das eine Untersuchung ankündigt. So sagte etwa Chief Games Operations Officer Andrea Francisi: „Wir sind uns der Situation vollends bewusst.“ Man wolle nun prüfen, wo genau das Problem liegen würde. „Es ist wichtig, dass bei der Medaillenübergabe alles perfekt abläuft, denn das ist wohl einer der wichtigsten Momente für die Athleten“, betont der Italiener.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge könnte eine Sollbruchstelle schuld an den Vorfällen sein. Diese liegt zwischen Band und Medaille und soll der Nachrichtenagentur Reuters zufolge eigentlich im Ernstfall den Erstickungstod verhindern. Dass sie allerdings auch ausgelassenem Siegeshüpfen nicht standhält, ist offenbar nicht geplant gewesen. Die betroffenen Athletinnen und Athleten nehmen es mit Humor. Strelow, dessen Medaille beim Abfallen offenbar einige sichtbare Blessuren davontrug, sieht diese als Teil sener persönlichen Olympia-Erinnerung.

Tatsächlich tritt ein solches Problem bei den Olympischen Spielen 2026 nicht zum ersten Mal auf. So haben nach den Sommerspielen in Paris 2024 zahlreiche Athletinnen und Athleten ihre Medaillen zurückgegeben, weil sich mitunter die Legierung ablöste und sich Rost bildete. Ähnliche Berichte in kleinerem Ausmaß gab es auch bei Olympia 2021 in Tokio oder 2016 in Rio de Janeiro.