Jede 5. Tasse betroffen: Verbotene Pestizide in Kaffee entdeckt

Ein neuer Bericht legt offen, dass zahlreiche Kaffeesorten Pestizide enthalten. Diese sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Konsumenten.
Jede 5. Tasse betroffen: Verbotene Pestizide in Kaffee entdeckt
iStock / grandriver

Kaffeepflanzen mögen es warm und feucht. Deshalb ist Deutschland beim Kaffee auf den Import aus anderen Ländern angewiesen, da die Pflanze hierzulande nicht gut genug wachsen würde, um den kommerziellen Bedarf zu decken. Oft wird deshalb mit Ländern wie Brasilien oder Vietnam Handel getrieben.

Wie der Bericht „Poison in Your Coffee nun offenlegt, gelangen dort allerdings offenbar häufig Pestizide in die Ware, die in Deutschland und der EU aus gutem Grund verboten sind. Der Bericht stammt von einem Bündnis um die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das darin scharfe Kritik äußert.

Pestizide werden mit Unfruchtbarkeit, Krebs und Parkinson in Verbindung gebracht

Dem Bericht zufolge, der den Fokus auf Anbauländer wie Brasilien, Kenia, Kolumbien und Vietnam legte, konnten in Analysen insgesamt 159 Pestizidwirkstoffe in den untersuchten Produkten festgestellt werden. 60 Prozent dieser Stoffe sind dem offiziellen Pestizidregister zufolge hochgefährlich und mehr als die Hälfte ist in der EU nicht zugelassen.

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14 der festgestellten Wirkstoffe sind auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ausgesprochen gefährlich eingestuft worden. So nehmen einige der Pestizide Einfluss auf den Hormonhaushalt oder werden mit einem erhöhten Krebsrisiko und Parkinson in Verbindung gebracht. Auch von einer nervenschädigenden Wirkung ist die Rede.

Kaffeplantage in Kenia
iStock / Liz Leyden

Immer mehr Pestizide im Kaffee?

Obwohl die entsprechenden Pestizide in der Europäischen Union verboten sind, gelangen sie über den importierten Kaffee in die einzelnen Nationen. Das liegt daran, dass in den Herkunftsländern teils noch mit den Stoffen gearbeitet wird, die dem Bericht zufolge sowohl auf noch rohen als auch auf gerösteten Bohnen zu finden sind. Daraus ergibt sich ein „toxischer Cocktail“, da in der Regel mehrere Pestizide zusammenwirken.

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Vergleicht man den aktuellen Bericht mit früheren Zahlen, dann zeigt sich zudem, dass die festgestellten Pestizidrückstände auf Kaffee nicht zurückgehen, sondern dass die Zahlen sogar steigen. Allein zwischen 2011 und 2022 hat sich die Menge laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ungefähr verzehnfacht.

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Umweltschäden in den Herkunftsländern werden oft übersehen

Trotz der grundsätzlich verheerenden Wirkung ist das Risiko für Kaffeetrinkerinnen und -trinker eher gering, da die Konzentration oft nur minimal sei. Das betont auch der Deutsche Kaffeeverband als Reaktion auf den Bericht. „Kaffee in Deutschland ist sicher“, heißt es dort. Eventuell vorhandene Pestizidrückstände würden ohnehin beim Rösten und Brühen zerstört.

Ein weiterer Aspekt, den die DUH kritisiert, ist dadurch aber nicht abgedeckt, nämlich welchen Schaden der Einsatz von Pestiziden in den Herkunftsländern des Kaffees anrichten kann. So sind die Arbeiterinnen und Arbeiter den Stoffen viel direkter ausgesetzt, was die aufgelisteten Risiken erhöht. Zudem belasten die Chemikalien die Natur, indem sie etwa die Böden beschädigen und das Grundwasser verunreinigen.