Missglückter Streich: 12-jähriger Junge starb, weil er Szene aus „Squid Game“ nachstellen wollte

Ein 12-jähriger Junge ist offenbar bei dem Versuch ums Leben gekommen, eine Szene aus der bekannten Netflix-Serie „Squid Game“ nachzustellen. Darauf weisen einige Bilder und sein Suchverlauf hin.
Missglückter Streich: 12-jähriger Junge starb, weil er Szene aus „Squid Game“ nachstellen wollte
Netflix / GoFundMe
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Im Falle eines verstorbenen 12-jährigen Jungen gibt es inzwischen neue Erkenntnisse. Sebastian Cizman wurde bereits am 27. Juni 2025 von seinem Cousin im Haus seiner Eltern in Castleford, West Yorkshire, tot aufgefunden. Offenbar war die ganze Familie an diesem Tag versammelt, um die Erstkommunion von Sebastians kleinem Bruder zu feiern. Im Rahmen der jetzt laufenden Gerichtsverhandlung wurde bekannt, dass der 12-Jährige dabei offenbar ein Laken um den Hals gehabt haben soll. Die schnell eintreffenden Rettungssanitäter konnten nichts mehr für den 12-Jährigen tun.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ergab die Verhandlung zudem, dass der Junge offenbar ein großer Fan der Netflix-Serie „Squid Game“ war. Die Produktion aus Südkorea umfasst drei Staffeln und ist Netflix’ erfolgreichste Serie aller Zeiten. Die Handlung dreht sich um tödliche Kinderspiele, in denen vor allem sozial Benachteiligte für ein enormes Preisgeld gegeneinander antreten. Ist eine bestimmte Szene aus der Serie schuld am Tod des 12-Jährigen?

Szene aus „Squid Game“, in der Spieler 069 und 070 sich anschauen
Netflix

12-jähriger Junge wollte wohl Szene aus „Squid Game“ nachstellen und stellte sich beim Raufen schon öfter bewusstlos

In der besagten Szene geht es den Beschreibungen nach offenbar um einen Ausschnitt aus der ersten Staffel von „Squid Game“. In dieser geht es um „Spieler 069“, der zusammen mit seiner Frau an den Spielen teilnimmt. Im Murmelspiel entscheiden sich die beiden dafür, gemeinsam anzutreten – nicht wissend, dass nur einer von beiden überleben kann. Aus Schuldgefühlen erhängt sich „Spieler 069“ anschließend mit einem Bettlaken.

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Der verstorbene 12-Jährige hat offenbar kurz vor seinem Tod ein Foto von genau diesem „Squid Game“-Charakter in einem WhatsApp-Gruppenchat geteilt. Zudem fanden die Ermittlerinnen und Ermittler in seinem Suchverlauf ein YouTube-Video mit Erste-Hilfe-Tipps zum Thema „Überleben eines Erstickungsanfalls allein“. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um einen Suizidversuch des Jungen, sondern eher um einen tödlich missglückten Streich handeln sollte.

Seine Eltern gaben an, dass ihr Sohn zum Klassensprecher gewählt und in der Schule sehr beliebt gewesen sei. Darüber hinaus sei er ein ausgesprochen fröhliches Kind gewesen, das zudem durch seine Scherze und Streiche aufgefallen wäre. Zwar gibt es der Polizei zufolge keine eindeutigen Beweise für einen Zusammenhang mit vergleichbaren Social-Media-Challenges. Dennoch warnen die Eltern des verstorbenen 12-Jährigen genau davor und sehen eine Mitschuld der Tech-Giganten.

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Verstorbener 12-jähriger Junge hält zwei Urkunden hoch
GoFundMe

Eltern geben Social Media die Schuld am Tod ihres 12-jährigen Sohnes

Sie fordern deshalb Maßnahmen, um entsprechende Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. „Diese Plattformen tun gar nichts. Sie sind völlig unkontrolliert. Sie verdienen Geld und es ist ihnen egal“, wird Kasia Cizman, die Mutter des Jungen, zitiert. Obwohl ihr Sohn eigentlich noch zu jung für die gängigen Plattformen war, sei es für ihn kein Problem gewesen, sich ein Profil zuzulegen; gleiches habe für seinen Freundeskreis gegolten, wie auch Vater Marcin betont: „Er konnte sich ohne Fragen anmelden.“ In einem inzwischen deaktivierten Spendenaufruf auf GoFundMe, bei dem Geld für eine Rückführung des Leichnams nach Polen gesammelt wurde, stand zudem: „Deshalb bitten wir Sie heute – als Eltern, Erziehungsberechtigte, Freunde: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, was sie online tun.“

Immer wieder kommt es vor allem bei Teenagern zu tragischen Unfällen im Zusammenhang mit Challenges auf Plattformen wie Instagram und TikTok. So wurde erst in jüngster Vergangenheit der Tod eines 13-Jährigen aufgrund der „Eat Ramen Challenge“ bekannt. Für große Anteilnahme sorgte auch der Tod einer 19-Jährigen aufgrund des sogenannten „Dusting-Trends“. Forderungen nach Maßnahmen der Plattformen werden diesbezüglich zunehmend lauter.