Weil die Crew betrunken war: Heimflug für Hunderte Passagiere gestrichen

Ein Flugausfall der besonderen Art sorgt gerade für Schlagzeilen. Denn weil fast eine komplette Besatzung nach einer nächtlichen Party nicht einsatzfähig war, musste eine Boeing 777 am Boden bleiben.
Weil die Crew betrunken war: Heimflug für Hunderte Passagiere gestrichen
IMAGO / Kevin Hackert

Schlechtes Wetter, technische Probleme, Streiks – die möglichen Gründe für die Streichung eines Fluges sind vielfältig. Aber auch Ausfälle in der Crew können eine Streichung zur Folge haben, wenn die Airlines nicht rechtzeitig Ersatz beschaffen kann. Das ist nun auch bei einem Flug von Barbados nach London passiert, sodass am Ende zahlreiche Urlauberinnen und Urlauber nicht wie geplant nach Hause fliegen konnten.

Schuld war aber nicht etwa ein Virus oder eine Lebensmittelvergiftung. Stattdessen konnte ein Flieger der British Airways nicht starten, weil ein Großteil der Besatzung aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum nicht einsatzbereit war. Für die Fluggesellschaft wird das Ganze eine teure Angelegenheit.

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Gestrichener Flug sorgt international für Aufsehen

Über den Vorfall berichtete zunächst das britische Medium „The Sun“, demzufolge es am Vorabend der geplanten Reise in einem Luxusresort auf Barbados zu einem regelrechten Gelage kam. Dass der Flug gestrichen wurde, geht zudem auch aus den Daten von „Flightradar24“ hervor. Demzufolge war die Verbindung BA254 von Barbados nach London betroffen, der mit einer Boeing 777-236 absolviert werden sollte. 336 Passagierinnen und Passagiere mussten vorläufig am Boden bleiben.

Medienberichten zufolge existieren sogar einige Videos, die zeigen, wie sich die Crew im Luxusresort betrinkt und mit einigen Gästen anlegt, die sich von dem Verhalten gestört fühlten. „Wir sind die Besatzung von British Airways, na und?“, sollen Crew-Mitglieder dabei lallend gerufen haben.

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Nach reichlich Wodka- und Bierkonsum soll sich unter anderem eine Flugbegleiterin noch vor Ort in der Hotelbar übergeben haben. Ein Flugbegleiter musste am Ende in sein Zimmer getragen werden, wie „The Sun“ berichtet. Das hat ernsthafte Konsequenzen für die beteiligten Crew-Mitglieder.

Flug von Barbados nach London musste gestrichen werden: Weißer Sandstrand und hellblaues Meer auf Barbados
IMAGO / robertharding

Teure Folgen für British Airways

Vier Personen wurden offenbar anschließend suspendiert und inzwischen hat British Airways als Reaktion auf die Medienberichte Ermittlungen zu dem Vorfall bestätigt. „Wir erwarten von unserer Crew höchste Standards und untersuchen diesen Vorfall mit Hochdruck“, heißt es in einem Statement. Aktuellen Informationen zufolge waren zumindest die beiden Piloten nicht an dem Gelage beteiligt.

Den betroffenen Passagierinnen und Passagieren wurde ein Ersatzflug eingerichtet. Darüber hinaus erhalten sie Schadensersatzzahlungen. Da allein die Kosten eines solchen Langstreckenflugs für eine Airline in einem höheren fünfstelligen Bereich liegen und zudem die weitere Planung durcheinandergebracht wurde, könnte der Fauxpas der Crew British Airways am Ende Hunderttausende Euro kosten.

Bei sogenannten Layovers – planmäßige Ruhepause der Crew an einem Zielort außerhalb ihrer Heimatbasis – gelten für die Besatzung strenge Regeln. Dazu gehört auch Alkoholverbot, weil trotz Ruhezeiten eine Diensttauglichkeit im Notfall gewährleistet sein muss. Zudem müssen sich die Mitglieder in der Öffentlichkeit professionell verhalten, wenn sie in Verbindung mit der Airline auftreten.