Essen nimmt eine zentrale Rolle ein. Nicht nur, weil ein gewisses Maß an Nahrung zum Überleben benötigt wird. In vielen Ländern spielt Essen auch kulturell eine wichtige Rolle und die allermeisten Menschen genießen eine gute Mahlzeit sehr. Bekannte Sprüche wie „Liebe geht durch den Magen“ kommen nicht von ungefähr. Dabei sprechen alle wohl gerne über ihre Lieblingsspeisen, zu denen international gesehen überproportional oft unter anderem Pizza, Curry oder auch Kebab gehören.
Es gibt aber auch das andere Ende der Skala. Dort befinden sich Gerichte, mit denen deutlich weniger Menschen etwas anfangen können. Wie gut ein bestimmtes Essen ankommt, listet die Website „tasteatlas.com“ anhand von vielen Tausend Bewertungen. Basierend darauf wird immer wieder eine neue Liste mit den „ekligsten“ Speisen der Welt veröffentlicht, die im Schnitt die schlechteste Bewertung bekommen haben.
Mit einer durchschnittlichen Wertung von nur 1,6 Sternen führt dabei die sogenannte „Pizza Vulkanen“ aus Schweden die Liste an. Dabei handelt es sich um eine Art zusammengeklappte Pizza, in deren Mitte Käse, Schinken, Rinderfilet, Pommes, Salami und Speck gebacken wurden. Das Ganze wird dann mit Salat und Soße garniert und erinnert am Ende eher an eine ungewöhnliche Teigtasche. Dahinter folgt mit 1,7 Sternen das traditionelle isländische Gericht „Svið“ – dabei handelt es sich um schwarzgesengte Schafsköpfe.

Der Ekelfaktor spielt bei der Bewertung von Speisen eine wichtige Rolle
Es folgt mit 1,8 Sternen das sogenannte „Þorramatur“, ebenfalls aus Island. Dabei handelt es sich genau genommen um eine Sammlung traditioneller Speisen des Landes, zu denen dann etwa auch Svið gehört. Dazu werden weitere isländische Delikatessen wie fermentierter Hai oder saure Schwimmblase gereicht. Das Fischgericht „Truchas a la Navarra“ aus Spanien folgt auf Platz 4 mit ebenfalls durchschnittlich 1,8 Sternen. Dahinter kommt das schwedische Gericht „Blodpalt“ (1,9 Sterne); die Klöße bestehen in der Regel aus Mehl und Tierblut.
Auf Platz 6 folgt die „Kugel Yerushalmi“, die man mit „Jerusalem-Kugel“ übersetzen könnte. Für die israelische Speise werden dünne Eiernudeln mit Pfeffer vermengt und durch eine karamellähnliche Soße in ihre charakteristische runde Form gebracht. Danach folgt erneut Schweden mit seinen „Blutplättchen“, im Original „Blodplättar“ genannt. Dabei handelt es sich um dünne Pfannkuchen, in die einmal mehr Tierblut gemischt wurde. „Milcao“, eine Art chilenischer Kartoffelpuffer, folgt auf Platz 8, auf Platz 9 folgt die thailändische Speise „Hon mhai“, frittierte Seidenraupe. Die Top 10 werden von „Chapalele“, einem traditionellen Brot aus Chile, vervollständigt.

Beliebtes Urlaubsland führt Ranking der „ekligsten“ Speisen der Welt an
Unter den weiteren 90 Speisen ist auch Deutschland einmal vertreten – auf Platz 52 (2,4 Sterne) mit Schmierwurst. Dazu gehören in erster Linie Tee- und Mettwurst. Die rohen Würste, die dann in der Regel aufs Brot gestrichen werden, kommen offenbar international weniger gut an. Zusammen mit Deutschland sind zahlreiche Länder mit nur einem oder zwei Gerichten vertreten.
Mit jeweils drei Speisen tauchen hingegen China, Frankreich, Israel, Tschechien und auch die Schweiz auf. Viermal vertreten sind Italien, Südkorea und Norwegen. Schweden und Thailand teilen sich mit jeweils fünf Gerichten den dritten Platz, mit sieben Speisen liegen die USA auf Platz 2. Einsamer Spitzenreiter ist allerdings Spanien, das insgesamt zehnmal in der Liste auftaucht.
Über die Sinnhaftigkeit eines solchen Rankings auf Basis von Nutzerinnen- und Nutzerbewertungen einer Plattform kann man diskutieren. Dass beispielsweise Spanien, dem man eigentlich eine insgesamt beliebte Küche nachsagt, auf Platz 1 landet, könnte auch daran liegen, dass besonders viele Leute die Speisen probiert haben. Länder des globalen Südens, der generell weniger touristisch ist, sind hingegen kaum auf der Liste vertreten. Am Ende ist vieles Gewöhnungs- und vor allem Geschmackssache.
