Am heutigen 10. September findet der bundesweite Warntag statt. Dabei werden Alarmsysteme für den Ernstfall getestet, um die Bevölkerung großflächig warnen zu können, sollte es zu einer entsprechenden Situation kommen. Überall im Land schrillen dann die Sirenen und es werden Meldungen über Radio, Fernsehen, Anzeigetafeln, Katastrophen-Apps und via Cell Broadcast an jedes empfangsfähige Smartphone gesendet.
In einem echten Szenario müssten diese Warnungen auch Konsequenzen haben. Allerdings zeigen diverse Untersuchungen und Umfragen, dass die deutsche Bevölkerung auf eine reale Katastrophe nur äußerst unzureichend vorbereitet wäre. Dabei wären viele Vorbereitungen einfach zu treffen. Was wäre also im Ernstfall zu tun, wenn die Sirenen einmal nicht zu Übungszwecken zu hören sind?
So verhält man sich am besten bei einer echten Warnung
Solche Notfälle können ganz verschieden aussehen, wie etwa die Ahrtal-Katastrophe oder die durch „Friederike“ verursachten Sturmschäden am Stromnetz zeigen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) fordert dazu auf, im Katastrophenfall entsprechend zu agieren, um sich und auch anderen helfen zu können, bis Rettungskräfte eintreffen.
Behörden empfehlen dazu in solchen Fällen einhellig, dass es am wichtigsten ist, Ruhe zu bewahren, nicht in Panik zu geraten und zunächst die Lage zu sondieren. Folgende Punkte sind wichtig:
- Ruhe bewahren und sich einen Überblick verschaffen.
- Je nach Situation entscheiden, ob man ein Gebäude aufsuchen oder es verlassen sollte. Gegebenenfalls Fenster und Türen schließen.
- Nachbarschaft beziehungsweise Menschen in der Nähe informieren.
- Für Informationen auf offizielle Kanäle setzen (als beste Anlaufstelle gilt nach wie vor das Radio).
- Notrufe (110 und 112) nicht mit Anfragen blockieren; nur bei echtem Notfall nutzen.
Welche Lebensmittel in einen Notvorrat gehören
Neben den akuten Reaktionen wird empfohlen, zu Hause einige Vorbereitungen zu treffen, sodass man im Ernstfall schnell auf Warnungen reagieren und sich mit dem Nötigsten versorgen kann. Eine grundlegende Versorgung mit Nahrung und Wasser sollte dabei gewährleistet sein, wobei der Katastrophenschutz einen Richtwert von zehn Tagen ausgibt, mindestens aber drei Tage. Zwar verfügt auch der Bund über einen Notfallvorrat, allerdings ist beispielsweise im Fall einer Naturkatastrophe nicht gewährleistet, dass jeder Haushalt darauf sofort Zugriff hat. Diese Dinge gehören unbedingt in einen Notvorrat:
- ausreichend Wasser und andere haltbare Getränke (2 Liter pro Tag pro Person)
- Konserven (z.B. Fisch, Obst und Gemüse)
- Trockenprodukte (z.B. Reis, Müsli, Kekse, Pasta)
- Hygieneprodukte (z.B. Zahnpasta, Desinfektionsmittel, Toilettenpapier)
- Babynahrung und Tierfutter, falls nötig
Das BBK bietet im Übrigen auch Checklisten an, die helfen, einen solchen Vorrat anzulegen und im Notfall nicht den Überblick zu verlieren.

Welche Dinge sonst noch wichtig sind
Neben grundlegenden Vorräten ist im Fall einer echten Warnung auch die Stromversorgung wichtig, vor allem aber die Möglichkeit, sich zu informieren und unter Umständen Hilfe holen zu können. Etwa die britische Regierung empfiehlt deshalb ein Kurbelradio für Notfälle, damit man sich auch ohne Strom über die aktuelle Lage informieren kann. Denn Informationsfluss ist tatsächlich das A und O. Das BBK listet auf seiner Website mehrere Gefahrensituationen, auf die man jeweils anders reagieren muss. Dazu gehören unter anderem Feuer, Unwetter, Freisetzung von Gefahrenstoffen, Hochwasser und Stromausfall.
Auch das Packen eines Notfallrucksacks ist sinnvoll. In diesen gehören etwa wichtige Dokumente, aber auch Batterien, eine Taschenlampe und wichtige Medikamente. Wer den Platz und die Möglichkeiten hat, kann sich auch einen Gaskocher besorgen. Ebenfalls wichtig sind Kerzen.
Warum die meisten auf den Fall einer echten Warnung nicht vorbereitet sind
Ein Problem hierzulande ist, dass viele nicht ausreichend auf Katastrophenfälle vorbereitet sind. So ergab eine Umfrage im Jahr 2024, dass nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung sich überhaupt schon einmal mit dem Thema auseinandergesetzt, geschweige denn vorgesorgt hat. Und das ist auch auf struktureller Ebene zu beobachten.
Die Informationsangebote sind vor allem regional und nicht flächendeckend und der Informationsfluss zwischen einzelnen Behörden funktioniert nicht richtig. Dazu kommt, dass die wenigsten Gemeinden einen aktuellen Katastrophenplan haben und das Thema generell im Alltag keine große Rolle spielt. Expertinnen und Experten fordern deshalb schon länger bessere Schulungsangebote und vor allem eine größere Öffentlichkeit für den Katastrophenschutz.

