Nach dem schweren Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana hat die Staatsanwaltschaft neue Ermittlungen eingeleitet. Kürzlich wurden weitere Details über die Katastrophe in der Bar „Le Constellation“ bekannt, bei der 41 Menschen starben.
Im Rahmen des neuen Verfahrens soll geklärt werden, ob es zu Fehlern während des Rettungseinsatzes gekommen ist. Schon vor Monaten wurden Ausschnitte der Notrufe veröffentlicht, die ein furchtbares Bild der Situation vor Ort zeichneten. Neben den 41 Todesopfern erlitten 115 Menschen schwere Brandverletzungen und müssen sich teils jetzt noch aufwendigen Operationen unterziehen.

Nach dem Brand in der Bar „Le Constellation“ nimmt die Staatsanwaltschaft neue Ermittlungen auf
In drei Fällen sollen Brandopfer erst Stunden nach dem Ausbruch des Feuers behandelt worden sein. Deshalb wurde bei der Staatsanwaltschaft Sitten im Kanton Wallis Beschwerde eingereicht. Die ersten Rettungskräfte seien jedoch 10 bis 15 Minuten nach dem ersten Notruf am Zielort in Crans-Montana gewesen. „Wenn man nicht direkt künstlich beatmet werden muss, nicht ins Koma gelegt, und nicht direkt abtransportiert werden muss, spricht das dafür, dass man Glück hatte“, erklärte Fredy-Michel Roten. Er leitete den Einsatz in der Silvesternacht.
Alle Details: Brand in Crans-Montana: Notrufe aus Silvesternacht veröffentlicht – "So etwas habe ich noch nie gesehen"
Ist die Kritik am Rettungseinsatz in Crans-Montana berechtigt?
Allerdings räumte er ein, dass es teilweise zu Wartezeiten gekommen ist. Das hängt damit zusammen, dass die Brandopfer in verschiedene Gruppen eingeteilt wurden, die sich nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen richteten. Es habe aber zu keiner Zeit einen Mangel an medizinischer Versorgung gegeben. Die Zentrale rief einen Massenanfall von Verletzten aus und ließ die Betroffenen anschließend auch in Krankenhäuser in Nachbarländern wie Deutschland und Italien fliegen. In einem der Ermittlungsfälle geht es um eine 16-jährige Italienerin, die beklagt, zu spät mit Sauerstoff versorgt worden zu sein. Ein anderer Gast erklärt, er habe auf dem Gehweg gelegen und gegen 4 Uhr fast sein Bewusstsein verloren. Die Ermittler sollen die Fälle nun aufklären.

